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NWZonline.de Region Stadt Oldenburg Wirtschaft

Bedürftige dürfen auch teurer wohnen

27.02.2014

Oldenburg Im Stadtteil Bürgerfelde fühlt sich Uwe K. wohl. Seit fast neun Jahren wohnt der Hartz-IV-Bezieher hier – möglicherweise aber nicht mehr lange. Nach der jüngsten Mieterhöhung liegen die Kosten über der Obergrenze für eine Kostenübernahme durch das Jobcenter. „Ich soll mir eine neue Wohnung suchen, aber es ist keine ,angemessene‘ zu finden“, klagt der 57-Jährige.

Der Mangel an preiswertem Wohnraum ist seit Längerem ein Problem in der Stadt. Schon vor drei Jahren machte die GSG einen Bedarf von 3000 günstigen und kleineren Wohnungen aus. Daher war Uwe K. froh, eine passende Unterkunft zu haben.

Obergrenze bei 438 Euro

Bis März 2012 betrug die Miete von K. 285 Euro (kalt) plus 140 Euro Nebenkosten. Danach gab es eine Erhöhung der Kaltmiete um 15 Euro. Eine weitere Erhöhung folgte, nachdem die Eigentümerin der Wohnung die Verwaltung an eine Firma abgegeben hatte. Seit diesem Januar beläuft sich die Kaltmiete auf 340 Euro. Zusammen mit den Nebenkosten macht das 480 Euro. Vom Jobcenter erhält K. aber nur maximal 438 Euro.

Die Behörde riet ihm, die Wohnung (52 Quadratmeter) unterzuvermieten, die Nebenkosten zu senken oder in eine preiswerte Wohnung umzuziehen. Er könne natürlich auch die fehlenden 42 Euro selbst zahlen. „Ich weiß nicht, wie ich das bei einem Regelsatz von monatlich 391 Euro schaffen soll. Hiervon sind ja auch noch die Kosten für Strom und Telefon abzuziehen“, schildert K. seine Situation. Bei einem Umzug entstünden außerdem zusätzliche Kosten.

Der 57-Jährige schickt nun wöchentlich dem Jobcenter Protokolle seiner Bemühungen, angemessenen Wohnraum zu finden. Als Reaktion erhielt er die Zusage, dass alle Kosten für Unterkunft und Heizung bis Ende April übernommen werden.

Im Gespräch mit der NWZ  bestätigte Jobcenter-Geschäftsführer Volker Trautmann den Sachverhalt. Bei der Berechnung der Mietobergrenze richtet sich seine Behörde nach der Wohngeldtabelle, da es in Oldenburg keinen Mietspiegel gibt. Zum jeweiligen Betrag aus der Tabelle gewährt das Oldenburger Jobcenter – ähnlich wie in anderen Kommunen – einen Zuschlag von zehn Prozent.

Trautmann gibt zu, dass es aktuell in Oldenburg sehr schwierig sei, eine preiswerte Wohnung zu finden. „Es ist aber nicht unmöglich. Wir wissen das deshalb so genau, weil wir täglich mit dem Thema konfrontiert werden.“

Im Fall Uwe K. erkenne das Jobcenter aber an, dass es trotz intensiver Bemühungen nicht gelingt, zumutbaren Wohnraum anzumieten. Hier könnten die Mietkosten trotz der Erhöhung auch weiterhin übernommen werden. Trautmann: „Es gibt genügend Fälle, wo wir von den Grenzen abweichen und die tatsächlichen Mietkosten zahlen.“

Forderung der Also

Rainer Timmermann von der Arbeitslosenselbsthilfe (Also) kennt die Problematik. In der Beratungsstelle melden sich sehr häufig Rat suchende Hartz-IV-Bezieher wegen gestiegener Mietkosten. Timmermann fordert, dass das Jobcenter insbesondere bei betroffenen Mietern kleinerer Wohnungen keine Umzugsaufforderungen mehr verschickt, bis sich der Wohnungsmarkt in Oldenburg wieder entspannt hat.

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