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NWZonline.de Region Stadt Oldenburg Wirtschaft

Chef Der Bremer Kreditbank Zur übernahme: OLB könnte „deutlich höheres Ergebnis“ erzielen

01.07.2017
Frage: Herr Bartsch, wann wird Ihr Kauf des 90,2 Prozent-Paketes an der Oldenburgischen Landesbank (OLB) von der Allianz wohl wirksam?

Bartsch: Das ist sehr schwer zu sagen. Es sind behördliche Genehmigungen erforderlich, bis hinauf zur Europäischen Zentralbank. Unsere Erwartungshaltung ist aber, dass es nicht deutlich länger als sechs Monate dauern wird. Wir haben das ja gerade schon einmal durchexerziert, mit dem Kauf des Bankhauses Neelmeyer.

Frage: Aber eines Tages wird die Bremer Kreditbank die OLB kontrollieren. Sie als Chef des Großaktionärs werden dann Aufsichtsratsvorsitzender, oder?

Bartsch: Nun warten wir erst einmal ab bis die Transaktion auch erfolgreich abgeschlossen ist. Daher sind Personalien rund um Vorstand und Aufsichtsrat zurzeit wirklich unsere kleinste Sorge.

Frage: Die Bremer Kreditbank hat ein freiwilliges Übernahmeangebot für die restlichen 9,8 Prozent an der OLB angekündigt. Die werden von freien Aktionären gehalten. Streben Sie 100 Prozent an?

Bartsch: Wenn es so klare Mehrheitsverhältnisse wie jetzt mit den 90,2 Prozent gibt, stellt sich natürlich grundsätzlich die Frage der Sinnhaftigkeit für die freien Aktionäre. Unsere Transaktionsstruktur gibt uns viel Flexibilität, auch schon mit 90 Prozent. Dennoch wird es natürlich in den nächsten Tagen ein faires und konkretes Angebot für die verbleibenden 9,8 Prozent geben. Es wird weit über den rund 14 Euro liegen, die wir der Allianz pro Aktie zahlen. Dies ist ein hoher Preis, welcher die durchschnittlichen Bewertungen vergleichbarer Bankaktien weit übersteigt und nur der Situation geschuldet ist. Daher betonen wir schon jetzt: Eine Aufstockung unseres Angebots können wir uns nicht vorstellen.

Frage: Was ist die Rolle der OLB im entstehenden Dreier-Verbund mit der Bremer Kreditbank und Bankhaus Neelmeyer?

Bartsch: Die kleinste Einheit, das Bankhaus Neelmeyer, ist auf Vermögensberatung fokussiert und wird sich auch weiter darauf konzentrieren. Die Bremer Kreditbank bedient bundesweit teils komplexe Firmenkunden-Projekte, auch für Akquisitionen oder Immobilienvorhaben. Auch die OLB ist gut im Firmenkundengeschäft, aber mit anderen Schwerpunkten, auch mit Sparten wie Agrar/Ernährung oder Windkraft. Vor allem bringt Sie aber auch sehr viel Expertise für den Service der vielen Privatkunden ein. Das sind Kernkompetenzen, die wir sehr schätzen. Jeder hat also seinen Schwerpunkt, es gibt nur bescheidene Überschneidungen. Und, ja, die OLB könnte Funktionen für alle drei übernehmen.

Frage: Zum Beispiel?

Bartsch: Die OLB hat ein ausgezeichnetes Risikomanagement aufgebaut. Das könnten die beiden Partner nutzen, wenn es geht. Generell gilt: Oldenburg wird ein ganz wichtiger Standort sein, aber nicht der einzige. Die Aufgaben werden konzentriert oder sinnvoll aufgeteilt.

Frage: Die OLB hat zurzeit etwa 2100 Mitarbeiter. Wie viele werden abgebaut?

Bartsch: Erst einmal: Die 2100 ist die Zahl der Mitarbeiter. In Vollzeitstellen umgerechnet sind es viel weniger. Über Veränderungen wird es Diskussionen geben. Aber ich betone: Diese Veränderungen sind nicht eigentümergetrieben. Wir müssen vielmehr nachdenken, ob wir den Anforderungen entsprechen, die der Markt mit seinen Entwicklungen stellt. Und wir müssen fragen: Wie viel Anpassung braucht eine Bank, um ihre langfristige Stabilität zu sichern – auch für den Fall, das sich die wirtschaftliche Situation einmal wieder deutlich anders entwickelt. Viele Banken haben die nötige Anpassungsgeschwindigkeit unterschätzt. Vielleicht ist bei der OLB noch eine Nachschärfung erforderlich. Es wird Justierungen geben. Aber wir sind kein Investor, der dafür eine Blaupause in der Schublade hat. Und es ist ja schon einiges passiert, etwa beim Thema Digitalisierung.

Frage: 2016 erzielte die OLB einen Gewinn von 35 Millionen Euro, einschließlich Sondereffekt, nach zuvor 18 Millionen Euro. Welche Ziel-Region streben Sie als Käufer an?

Bartsch: Wenn Sie die Sondereffekte außer Acht lassen, glauben wir schon, dass die Bank das Potenzial hat ein deutlich höheres Ergebnis zu erzielen.

Frage: Wann werden Sie sich in Oldenburg den Mitarbeitern vorstellen?

Bartsch: Unheimlich gern schon sehr bald, vielleicht schon in der zweiten Julihälfte. Aber es müsste ja auch erstmal eine Räumlichkeit gefunden werden...

Frage: Was wird eigentlich aus dem Namen OLB?

Bartsch: Das Unternehmen und die Marke – OLB ist doch ein sehr guter Name! Wer weiß, vielleicht werden wir das eines Tages auch über das bisherige OLB-Geschäftsgebiet hinaus nutzen.

Frage: Einer der Gesellschafter der Bremer Kreditbank ist der große Finanzinvestor Apollo. Ihm wird nachgesagt, beim laufenden Bieterverfahren für die HSH Nordbank in Hamburg/Kiel dabei zu sein. Bietet auch dort die Bremer Kreditbank, stellvertretend?

Bartsch: Der Frage liegt ein Missverständnis zugrunde. Sie schätzen die Rolle von Apollo bei uns falsch ein. Wir haben drei unabhängige Gesellschafter. Die sind in sich inhomogen, keiner hat mehr als 40 Prozent. Wir mussten um deren Support ringen, also alle drei überzeugen, dass die OLB ein gutes Thema ist. Wir als Bremer Kreditbank sind der Käufer. Apollo wird selbstverständlich auch eigene Interessen haben, da sind wir aber nicht involviert. Es gibt jetzt mit der Integration der OLB in die neue Dreier-Gruppe auch schon genug zu tun.

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