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NWZonline.de Region Stadt Oldenburg Wirtschaft

Läuft auch ohne Brunnenlauf

22.05.2017

Oldenburg Hanne Schröder kommt aus Bürgerfelde und stellt ihr Rad am Eversten Holz ab. Sie sagt: „Die Fahrt zum ,Hauptstraßenfest’, das ist heute mein ,Sonntagsspaziergang’. Ich bin häufiger hier. Es ist ein bisschen schöner als an den anderen Straße, auch in Verbindung mit dem Wald.“

Im Wald ist es diesmal stiller als sonst zum verkaufsoffenen Sonntag an der Hauptstraße: Einzelne Läufer ziehen im Schatten ihre Runden, der Spielplatz ist gut besucht, das war’s dann auch. Sonst sind hier Tausende Brunnenläufer unterwegs. Diesmal fallen beide Termine auseinander, weil die Geschäfte zum Brunnenlauf – wie immer am ersten Juni-Wochenende, das diesmal auf Pfingsten fällt (4. Juni) – nicht öffnen dürfen.

Im nächsten Jahr wird beides – wie sonst immer – wieder gleichzeitig stattfinden. Aber auch diesmal muss man schon zweimal hinschauen, um einen Unterschied zu bemerken. 90 bis 95 Prozent der Hauptstraßengeschäfte beteiligen sich, unter dem Motto „Sportliche Hauptstraße“ sind diesmal noch deutlich mehr Vereine als sonst mit ihren Aktionen beteiligt. Und die gesperrte Straße ist voller Menschen: 5000 bis 6000 Besucher, schätzt Werbegemeinschafts-Vorstand Hans-Georg Hess. Zum Brunnenlauf seien es zwar über 10 000 Besucher, aber alle, die heute hier sind, sind allein wegen des Straßenfestes gekommen.

Kommentar von Karsten Röhr

Mischung

stimmt

Als der ehemalige Oberbürgermeister Dietmar Schütz die neugestaltete Hauptstraße vor einigen Jahren eröffnete, sagte er: „Das ist für mich die schönste Straße in die Innenstadt.“ Auch ohne sich so weit aus dem Fenster zu lehnen, kann man sagen, dass die Hauptstraße sehr hübsch ist, mit einer vielseitigen und hochwertigen Infrastruktur: von Apotheken und Ärzten bis zu Wäscherei und Autohaus, Supermarkt und Bettenhaus. Die Liste der Mitglieder der Werbegemeinschaft ist ellenlang. Wie gut der Zusammenhalt ist, zeigt die hohe Beteiligung am Tag des Straßenfestes – auch ohne verstärkenden Brunnenlauf. Das ist ein Erfolg der Werbegemeinschaft, die viel für die Pflege und Präsentation ihrer Straße unternimmt und der es auch zu danken ist, dass sich so viele Sportvereine an dem Tag beteiligt haben, was ein großer Gewinn war.

Die Hauptstraße ist der Kern von Eversten, sagt der frühere Bürgermeister Alfred Nehring. Und so ist das. Die Everster lieben ihre kleine Einkaufstraße, in der sie fast alles finden, und in der sie sich treffen und klönen.

Mit den verkaufsoffenen Sonntagen sollte man es nicht übertreiben, ein solcher Tag im Jahr für die Stadtteilzentren muss aber möglich sein – als beste Werbung und als Gemeinschaftserlebnis. Das tut der Treue der Kunden zu ihren attraktiven Einkaufsstraßen, wie es die Hauptstraße ist, gut. Die Händler haben diese Treue verdient – und die Kunden tun sich selbst einen Gefallen, wenn sie alles tun, damit die Stadt direkt vor ihrer Haustür nicht verödet, sondern sehr lebendig bleibt.

Den Autor erreichen Sie unter

Auch Stefan Winter, der in seinem neuen „Beer Supreme“ über 350 Craft-Biersorten verkauft, ist von der Hauptstraße begeistert: „Zum einen ist die Nachbarschaft hier angenehm, und die Mischung der Geschäfte ist interessant, wir beflügeln uns gegenseitig. Eversten ist überhaupt ein netter Stadtteil, und die Straße ist toll gestaltet.“ Leider wüssten viele Einkäufer noch nicht, dass sie mit der Brötchentaste (nur Parkschein über grüne Taste anfordern) 15 Minuten kostenlos parken können.

Die Szenerie an diesem sonnigen Sonntagmittag könnte aus einem Ali-Mitgutsch-Bilderbuch stammen: heiteres Treiben-Lassen unter freiem Himmel mit Straßentennis, hausgemachter Erbsensuppe von Sünkler, Erdbeerplunder von der Stadtbäckerei, mit der Kabinengondel 60 Meter in die Höhe, Jakkolo, Basketball, Tischtennis. Pfälzer Wein und Saumagen lässt man sich bei Veritas und Pizza und Gyros bei Parvez vom Piccadillie schmecken, an der einen Ecke besingt die Spider Murphy Gang den „Skandal im Sperrbezirk“, an der anderen gibt’s Live-Musik vom „Rock ‘n‘ Radio Lab“. Der VfB ist da, der OTB, die Oldenburg Knights, der TuS Eversten natürlich, der Judo-Club Achternmeer, die BMXer von Backyard und viele andere.

Kenan Yanc vom Kiosk Milosch sagt: „Beim Brunnenlauf spielt sich vieles Richtung Wald ab. Heute verteilt sich alles viel besser. Mir gefällt das sehr gut.“

Urgesteine der Hauptstraße wie Reinhold Paulo aus dem wunderbaren ehemaligen Eisenwarengeschäft oder der frühere Bürgermeister Alfred Nehring schauen vorbei. Nehring sagt: „Die Hauptstraße ist der Kern von Eversten. Ich gehe auch ganz bewusst hierher zum Einkaufen. So etwas soll man fördern, zumal hier auch noch viele Familienbetriebe sind.“ Nehring ist Anfang der 50er-Jahre aus dem Sammellager im Saal von Wachtendorf als 13-jähriger Schüler jeden Tag über die Hauptstraße zur Knabenschule Eversten gelaufen. „Das Eversten Holz war mein erster Spielplatz.“

Urgestein der Hauptstraße ist auch Hans-Georg Hess (Brillen, Papierus). Der Vorstand der Werbegemeinschaft sagt: „Es ist wirklich erstaunlich gut besucht. Die Hauptstraße ist sehr beliebt, und sie ist auch bei Einzelhändlern gut gefragt.“ So sieht es auch seine Vorstandskollegin Birgit Hahm (Hörgeräte): „Wir sind sehr positiv überrascht, dass es auch ohne Brunnenlauf heute so wunderbar angenommen wird, auch in einer schönen Mischung aus jung und alt, die auch typisch für die Hauptstraße ist.“

Karsten Röhr
Redakteur
Redaktion Oldenburg
Tel:
0441 9988 2110

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