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NWZonline.de Region Stadt Oldenburg Wirtschaft

Gemeinsamer Kampf gegen Nutria

13.02.2019

Blankenburg Sie sind von Kopf bis zum Schwanzende über einen Meter lang, acht bis zehn Kilo schwer und sehr gefährlich. Letzteres zwar nicht im direkten Kontakt mit den Menschen, wohl aber, wenn es um den Schutz vor Sturmfluten oder Hochwasser geht. Denn die Nutrias graben sich Gänge und Höhlen in den Deichen und werden mehr und mehr zum Problem für den Deichschutz, weiß Helmut Fokkena, Zweiter Vorsitzender des I. Deichbandes.

Um der Plage Herr zu werden, hat der Deichband die Jägerschaft mit ins Boot geholt und 15 Lebendfallen angeschafft, mit denen die Tiere zunächst gefangen und dann getötet werden, sagt  Cord Hartjen, Verbandsvorsteher des I. Oldenburgischen Deichbands. 500 Euro kostet eine Falle, die über einen Sensor auf eine Handy-App meldet, ob ein Tier gefangen wurde. Zweimal am Tag machen sich die Jäger zudem zur Kontrolle auf den Weg, erklärt Harm Heinemann vom Hegering Wüsting. Die ersten Nutrias wurden 2016 im Revier Oberhausen (Wüsting) gesichtet, ergänzt Hans-Christian Herzer vom Revier Oberhausen. Ausgebreitet haben sie sich bis heute auch nach Oldenburg entlang der Hunte. Selbst im Schlossgarten sind Nutrias gesichtet worden. 

Bejagt werden die Tiere, die 1926 zur Pelztierzucht von Südamerika nach Europa gebracht wurden, seit 2017 auch in den Revieren Blankenburger Mark, Holle Grummers­ort und Neuenwege. Wurden ab Mitte 2016 im Revier Oberhausen 50 Nutrias gefangen, verdreifachte sich die Zahl fast in den Revieren Oberhausen, Blankenburger Mark und Holle. Im Revier Neuenwege/Oldenburg wurde im vergangenen Jahr 50 Tiere gefangen und erlegt.

„Nutrias haben keine Feinde und bringen bis zu dreimal im Jahr jeweils sechs bis acht Junge zur Welt. Das erklärt ihre rasante Ausbreitung“, so Hans-Christ Herzer. Die Felle werden für drei Euro das Stück an eine Pelzfarm verkauft, zudem wird ein Schwanzgeld von acht Euro gezahlt. Die Bejagung ist ganzjährig erlaubt, das Fleisch ist laut Heinemann sehr schmackhaft und einem Kaninchen ähnlich. Es gilt kein Mutterschutz. „In den Niederlanden ist die Nutriajagd ein nationales Thema“, weiß Fokkena. Kein Wunder – große Teile der Niederlande liegen unter dem Meeresspiegel. Eine Ausrottung der Tiere ist übrigens nicht möglich, dämpft Heinemann allzu große Erwartungen an die Jagd. Die Plage kann allenfalls eingedämmt werden.

Thomas Husmann Redakteur / Redaktion Oldenburg
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