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NWZonline.de Region Stadt Oldenburg Wirtschaft

Warum dieses Haus zum Abriss steht

30.12.2017

Bloherfelde Was macht ein Hausbesitzer, wenn er eine Immobilie nicht sanieren und wirtschaftlich nutzen kann? Pläne für einen Verkauf und Abriss liegen dann schnell auf dem Tisch. – Genau das hat die Stadt als Verwalterin der Klävemann-Stiftung mit Gebäuden aus dem Vermögen der Stiftung vor. Konkret liegt der Verkauf – und der damit wohl verbundene Abriss – des Anwesens Schramperweg 33 auf dem Tisch. Insgesamt sind sogar sechs Mehrfamilienhäuser – Von-Halem-Straße, Deelweg und Stiller Weg mit 96 Wohnungen – von den Verkaufsplänen betroffen.

Doch dagegen regt sich Protest in den Reihen der Mieter der Klävemann-Siedlung und in der Kommunalpolitik. Der Finanzausschuss hat die Entscheidung über ein Bieterverfahren für den Schramperweg in einer Sitzung kurz vor Weihnachten erst einmal vertagt.

Zu befürchten sei, dass das kleine Einfamilienhaus einer wesentlich intensiveren Bebauung weichen würde, kritisierte Bürger Udo Engelbart in der Einwohnerfragestunde. Die im Bieterverfahren als Preis geplanten 160 000 Euro seien für Normalverdiener unerschwinglich.

Zudem sei das Haus Teil eines Ensembles und bilde in der Geschichte der Stiftung eine Epoche ab. Dieser Wert komme in der Betrachtung der Stadt unter materiellen Gesichtspunkten gar nicht vor, kritisiert Engelbart. Im Ausschuss wurde diskutiert, ob das Haus für handwerklich begabte neue Nutzer nicht doch interessant sein könnte.

Das 1934 erbaute Einfamilienhaus am Schramperweg in Bloherfelde steht seit dem Tod des Mieters im Oktober 2016 leer. Das Gebäude hat eine Wohn-/Nutzfläche von 72 Quadratmetern, das Grundstück von 500 qm. Ein Gutachten beziffert den Verkehrswert auf 160 000 Euro.

Der Sanierungsaufwand, um das Objekt wieder in einen vermietbaren Zustand zu versetzen, liege zwischen 60 000 und 75 000 Euro, teilt die Stadt mit. Neue Fenster und die Dämmung der Außenwände seien dabei nicht inbegriffen. Fazit: „Aufgrund des festgestellten Gebäudewertes von 36 000 Euro ist eine kostendeckende und energetisch zeitgemäße Sanierung aufgrund der Gebäudegröße und des zu erzielenden Mietpreises unwirtschaftlich.“

Eine wirtschaftliche Alternative zu Abriss und Neubau gebe es nicht, betont die Stadtverwaltung. Und vor allem: Die Klävemann-Stiftung benötigt Kapital. Über die Jahre hat sich ein Investitionsstau gebildet, die Einnahmen reichen für das dringend benötigte Sanierungsprogramm nicht aus. Die fehlenden Mittel sollen deshalb unter anderem durch Verkäufe erwirtschaft werden.

Zwecks Liquiditätsbeschaffung seien in den kommenden Jahren allein im Quartier Schramperweg – insgesamt zwölf kleine Einfamilienhäuser – bei freiwerdenden Gebäuden weitere Verkäufe geplant, teilt die Stadt mit. Ähnliche Pläne gebe es für andere Standorte der Klävemann-Stiftung. „Es handelt sich beim Schramperweg um eine Grundsatzentscheidung.“

Christoph Kiefer
Redaktionsleitung
Redaktion Oldenburg
Tel:
0441 9988 2101
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