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NWZonline.de Region Stadt Oldenburg Wirtschaft

Kleines Haus stößt auf großes Interesse

03.01.2018

Bloherfelde Für den Bürgerverein Bloherfelde ist es ein erster Einstieg in die totale Veränderung des historischen Stadtbildes im Stadtteil. So reagiert Vorstandsmitglied Rolf Grösch auf das Vorhaben der Stadt, das Haus Nummer 33 in der Klävemann-Siedlung am Schramperweg zu verkaufen. Wie berichtet, ist damit wohl auch ein Abriss des 1934 erbauten Einfamilienhauses verbunden. Die Stadt jedenfalls sieht keine wirtschaftliche Alternative zu Abriss und Neubau.

Seit dem Tod des Mieters im Oktober 2016 steht das Haus leer. Es hat eine Wohn-/Nutzfläche von 72 Quadratmetern, das Grundstück ist 500 m² groß. Der Gutachterausschuss für Grundstückswerte Oldenburg-Cloppenburg beziffert den Verkehrswert (Marktwert) mit 160 000 Euro. Laut Angaben der Stadt liegt der Sanierungsaufwand, um das Gebäude in einen vermietbaren Zustand zu versetzen, bei 60 000 bis 75 000 Euro. Summasummarum rechnet sich das für die Stadt als Verwalterin der Klävemann-Stiftung nicht – sie will verkaufen (auch sechs weitere Klävemann-Mehrfamilienhäuser in Nadorst). Die Stiftung braucht Geld, denn es hat sich ein Investitionsstau gebildet.

Der Finanzausschuss hat die Entscheidung über ein Bieterverfahren für den Schramperweg in seiner Dezembersitzung erst einmal vertagt. Als Reaktion auf die Berichterstattung in der NWZ beantragt die Gruppe Die Linke/Piratenpartei nun, dass der Bau- und Planungsausschuss sich in seiner nächsten Sitzung (18. Januar, 17 Uhr, Technisches Rathaus) mit der Klävemann-Siedlung Schramperweg befassen soll. Hans-Henning Adler, Fraktionsvorsitzender der Linken, stellt dazu den Antrag, die Siedlung durch eine städtebauliche Erhaltungssatzung gegen Abriss, Änderung baulicher Anlagen oder Nutzungsänderung zu schützen. Die historisch gebildete Siedlungsform müsse damit erhalten bleiben und als Ensemble geschützt werden. Eine Gestaltungssatzung hätte zur Folge, dass für Bauvorhaben grundsätzlich die Genehmigungspflicht besteht, so Adler. Die Genehmigung könne versagt werden, wenn die städtebauliche Gestalt des Gebietes beeinträchtigt wird. Außerdem hätte die Erhaltungssatzung zur Folge, dass der Wert der Grundstücke nicht steigt und deshalb auch die bestehenden Mieter in die Lage versetzt werden könnten, die Häuser selbst zu kaufen.

Über einen Kauf wird nach der NWZ-Berichterstattung schon eifrig auf Facebook diskutiert: „Ein Haus von 160 000 Euro kostet im Monat unter 400 Euro. Natürlich ist das für Normalverdiener bezahlbar“, schreibt jemand. Auf den Verweis auf die Sanierungskosten kontert ein anderer: „Gutachterkosten. Vieles davon kriegt man als Muskelhypothek hin, nicht alles muss sofort gemacht werden. Selbst wenn: Dann wären wir bei 600 Euro für den Kredit. Immer noch deutlich unterhalb eines Drittels eines Normalverdienereinkommens.“ Ein anderer fragt: „Und für 72 m² Wohnfläche dann weit über 200 000 Euro zu bezahlen ist akzeptabel? Und für wen geeignet?“

Der Bürgerverein Bloherfelde gibt in seinem Presseecho zu bedenken: „In einer Zeit, in der die Veränderungen in der Bausubstanz und der Verlust an urbanem Grün jeden Tag auch in diesem Stadtteil zu tragen kommt, gibt es für die Grundstücke und Häuser der Klävemann-Stiftung eine besondere Verantwortung der Stadt.“ Vorstandsmitglied Rolf Grösch fragt: „Wenn mal eben ein neues Museum in der Stadt für 12 Millionen Euro geplant wird, ein neues Fußballstadion für 15 Millionen möglich scheint, dann sind circa 160 000 Euro für einen Stadtteil zu teuer?“

An die Ratsgremien und die Verwaltung appelliert Grösch, nicht die Stadtteile, in denen die Menschen Oldenburgs nun mal wohnen, einem „baulichen Einheitsbrei“ zu überlassen. Wo es in der unmittelbaren Verantwortung der Stadt liege, solle es doch Ziel sein, Oldenburg als grüne und lebenswerte Stadt zu erhalten.

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