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NWZonline.de Region Stadt Oldenburg Wirtschaft

Bohrer frisst sich 21 Meter unter die Hunte

14.07.2016

Oldenburg Mittwochmittag an der Sophie-Schütte-Straße, rund 50 Meter vom Ostufer des Osternburger Kanals: Eine Hydraulikpumpe lässt die Erde vibrieren. Ein Getriebe übersetzt ihre 300 PS und treibt ein Bohrgestänge an, das elektronisch gesteuert einen Bohrkopf millimetergenau unter dem Kanal hindurch treibt – und dann unter die Hunte und den Küstenkanal, bis in 21 Meter Tiefe.

Gleiche Zeit, Lazaruswiese, Eversten, Westufer des Küstenkanals: Zwei hunderte Meter lange Rohrschlangen ruhen auf Rollen mitten im Landschaftspark Mühlenhunte. Fachleute haben je zwölf Meter lange und 45 Zentimeter dicke Kunststoffrohre zu dem Großgebilde verschweißt. Die Enden zeigen auf einen rosa angesprühten Holzpfosten. „Hier wird der Bohrer ankommen“, sagt Axel Frerichs, Bereichsleiter Betrieb Oldenburg des Oldenburgisch-Ostfriesischen Wasserverbands (OOWV). Wenn er denn da ist, werden die Rohre von der Osternburger Seite aus unter den Flüssen hindurchgezogen. Anschließend wird vom Pumpwerk an der Schleuse aus ein weiterer Rohrkanal unter der Erde gebohrt und die zweite Rohrschlange verschwindet von der Lazaruswiese. Am Ende bleiben nur zwei Schächte.

Auf der Wiese werde nur ein wenig plattes Gras bleiben, sagte Frerichs zu Anfragen von Bürgern bei der NWZ , die Zerstörungen fürchteten. Die Arbeiten müssten während der Vegetationsphase erfolgen, weil die Bohrung auf dem anderen Ufer nur während der Ferien am Schulzentrum Osternburg möglich seien, ergänzte Dr. Michael Janzen, Leiter des Trink- und Abwasserzentrums Oldenburg des OOWV.

„Am Ende der Ferien“, sagt Frerichs, „werden wir eine 720 Meter lange neue Abwasserdruckleitung haben, die den Westen und Südwesten der Stadt mit dem Hauptkanal in der Cloppenburger Straße verbindet.“ 970 000 Euro investiert der OOWV in die neue Leitung. Sie soll die Entsorgungssicherheit erhöhen und das Kanalnetz für weiteres Wachstum der Stadt fit machen. Bislang wird ein 680 Hektar großes Gebiet von einer Leitung entsorgt, die vom Pumpwerk an der Schleuse über den Niedersachsendamm zur Cloppenburger Straße führt.

Dass die neue Leitung ganz ohne offene Baustellen entsteht, verantworten die beiden Bauleiter Kai Hoffmann (Bauunternehmen Ludwig Freytag) und Dominik Bachner vom Unternehmen LMR, einem Unternehmen der Ludwig-Freytag-Gruppe. Die Experten waren mit dieser Technik schon an vielen Orten erfolgreich. Der jetzige Durchmesser der Bohrung von 55 Zentimetern sei „im Vergleich eher klein“, so Hoffmann. Er habe schon Fluchttunnel für U-Bahnschächte mit vier Metern Durchmesser gebohrt.

Der Untergrund unter den Flüssen ist mit Ton und Sand gut zu meistern, berichtet Dominik Bachner. Damit der Tunnel hinter dem Bohrer nicht einstürzt, kommt Bentonit zum Einsatz. Die Flüssigkeit aus Tonmineralien verhindert das Eindringen von Wasser und stützt die Wände. Trotzdem ist es beweglich; wenn die Rohre eingezogen werden, lasse es sich problemlos verdrängen. Zudem, so Bachner, diene es zum Herausspülen des Bohrguts.


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Mehr Bilder unter   www.nwzonline.de/fotos-oldenburg 
Thorsten Kuchta stv. Redaktionsleitung / Redaktion Oldenburg
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