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NWZonline.de Region Stadt Oldenburg Wirtschaft

Ja, wo fliegen die Wintervögel denn?

15.01.2019

Bornhorst Für die sechs Personen beim Spaziergang durch die Bornhorster Wiesen hatte es sich trotz miserablen Wetters gelohnt, sich am Sonntag mit Stiefeln und Regenanzug auf den Weg zu machen. Schon nach einem kurzen Weg auf dem asphaltierten Pfad erblickte Jörg Grützmann von der Ornithologischen Arbeitsgemeinschaft Oldenburg durch sein Fernrohr einen Seeadler.

Es entstand eine leichte Aufregung in der Gruppe. Grützmann wurde bedrängt von denen, die kein Fernrohr hatten. Allgemeines Erstaunen war zu hören ob dieses seltenen Besuches. Grützmann vermutete, dass der Seeadler zu einem Brutpaar gehört, das im Raum Elsfleth (Landkreis Wesermarsch) nistet. Das war aber nicht alles.

Selten zu sehen

Als eine kleine Splittergruppe sich noch zum Ende der Wanderung in den Moorhauser Polder begab, kam der Höhepunkt des sonntäglichen Spaziergangs: Der Seeadler hatte sich eine Möwe in der Luft geschnappt und zerrupfte diese genüsslich am Boden. Die weißen Federn flogen in alle Winde. Alles wunderbar zu sehen durch das Spektiv (auch Beobachtungsfernrohr genannt) des Gruppenleiters, das durch 60-fache Vergrößerung deutliche Bilder zeigt. „Das hat man selten. Häufig sitzt er nur am Boden; aber ihm beim Fressen zuschauen zu können ist eine tolle Sache“, so Grützmann.

Binse, die Bürgerinitiative für Naturschutz und Stadtökologie in Oldenburg, hatte zu diesem Spaziergang eingeladen. Sie veranstaltet zu verschiedenen Terminen informative Ausflüge in die Bornhorster Wiesen und den Moorhauser Polder. Grützmann meinte, dass sich nach dem trockenen Sommer die Wassersituation in den Naturschutzgebieten immer noch nicht grundlegend verbessert habe. Besonders die Bornhorster Wiesen seien für die bald kommende Brutzeit zu trocken. Das wenige Wasser sollte unbedingt im Gebiet bleiben und nicht abgelassen werden. Die Wassersituation des Moorhauser Polders sei etwas besser.

Aufgrund des Wassermangels sind laut dem Fachmann anstatt der 30 000 Gänse, Enten und anderen Wasservögel, die normalerweise von Januar bis März hier zu sehen sind, nur etwa 5000 vor Ort. Nachts verweilen sie hier, um sich am frühen Morgen wieder in die Lüfte zu erheben.

Gut zu hören

Aus der Ferne hörte man das „Rrak“, „Kak“, „Guak“ oder „Gock“ der Weißwangen- oder Nonnengänse (Branta leucopsis). Ein wenig aufgeregt, weil sie auch den Seeadler als Feind gesichtet hatten. Sie gehören zwar nicht zu seinem Beuteschema, aber eine müde oder alte Gans kann schon mal seinen scharfen Krallen und kräftigem Schnabel zum Opfer fallen. Sie kommen nächtlich in die Polder am östlichen Stadtrand, um im Wasser oder auf dem Eis zu schlafen. „So sind sie sicher vor Füchsen und anderen Feinden“, erklärt der Ornithologe.

Die Nonnengänse kommen aus Sibirien und entgehen den dortigen strengen Wintern. Sie fliegen keine langen Strecken sondern „zuckeln“ von See zu See, bis sie Oldenburg erreichen. Ziehen dann weiter ins Rheiderland, wo sie auch dort die Landwirte ärgern, weil sie das früh sprießende Gras fressen, dass später den Kühen auf der Weide fehlt. Ein Konflikt, für den auch Jörg Grützmann zurzeit keine Lösung hat. Das Ziel der Gänse kann Frankreich sein, von wo aus sie wieder in ihr Brutgebiet nach Sibirien ziehen.

Die Lachmöwe trägt an diesem Sonntag noch ihr Winterkleid. Das erkennt man an ihrem weißen Kopf. Im Sommer trägt sie dagegen ihre kaffeebraune Gesichtsmaske.

Jörg Grützmann nimmt sich auch die Zeit, die kleineren, zumeist kreisrunden „Braken“ zu erläutern. Sie sind dort entstanden, wo ein Deich bei Sturmflut gebrochen ist und der Wasserdruck durch Zirkulation bis zu elf Meter tiefe Löcher „gegraben“ hat. Am Ohmsteder Wehr „Pandsgraben“ (fertiggestellt im Jahr 2012) gibt es weitere Informationen zum Bewässerungsaustausch zwischen der Hunte und den Poldern.

Weitere Termine

Die nächsten Wanderungen der Bürgerinitiative Binse durch die Bornhorster Wiesen finden an den Sonntagen, 10. Februar und 3. März, jeweils von 10 bis 12 Uhr statt. Hunde dürfen nicht mitgeführt werden.

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