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NWZonline.de Region Stadt Oldenburg Wirtschaft

Projekt: Brötchen kaufen ohne Stimme

06.02.2013

Oldenburg Brötchen oder Schrippen, Berliner oder Pfannkuchen, Amerikaner oder Fridolin, Viktoria oder Sprungfedern: In gut sortierten Bäckerläden ist das Einkaufen bisweilen mit der genauen Kenntnis von Fachworten verbunden. Guter Ausdruck erleichtert den Kauferfolg, wissen die Kunden. Sie müssen ihr Wissen an der Ladentheke einfach nur aussprechen. Was aber, wenn Sprechen nicht möglich ist?

Sprachlos einkaufen

Mit dieser Frage befasst sich ein Seminar der Sonderpädagogik seit einiger Zeit theoretisch an der Uni Oldenburg – und fünf der Teilnehmer gehen dem Problem seit dieser Woche auch ganz praktisch nach. In der Filiale der Bäckerei-Kette Müller Egerer an der Cloppenburger Straße wollen sie ein halbes Jahr lang erforschen, wie das geht: Sprachlos einkaufen.

Es geht, das wissen die Studentinnen Marie Schröer und Liesa Knoche, am besten mit Hilfe der „unterstützten Kommunikation“. Ein Fachbegriff, der Möglichkeiten und Techniken beschreibt, um die fehlende Lautsprache zu ergänzen oder zu ersetzen. Techniken, die sich vor allem sprechbehinderte oder taubstumme Menschen zunutze machen, aber auch Menschen, die der deutschen Sprache nicht mächtig sind.

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Zwei Gruppen, die bei Anke Nölscher des Öfteren einkaufen. Die Leiterin der Bäckereifiliale an der Cloppenburger Straße hat mehrere hör- und sprechgeschädigte Kunden, dazu viele mit Migrationshintergrund. „Da sind dann auch viele dabei, die nicht die Traute haben, hereinzukommen, weil sie sich nicht äußern können“, sagt Nölscher. „Ich glaube, dass dieses Projekt hilfreich sein wird für den Alltag im Laden.“

Für die beiden Studentinnen im fünften Semester, die in dieser Woche im Geschäft die Vorbereitungen für den Versuch „Unterstützte Kommunikation im Gemeinwesen – ein Projekt in der Bäckerei“ getroffen haben, und ihre Kommilitonen Stephanie Meyerdierks, Maria Stasche und Jana Ostrowski, ist der Standort Cloppenburger Straße darum sehr günstig. „Wir haben zuerst viele Absagen auf unsere Anfragen erhalten, dann aber war Müller Egerer interessiert“, erklärt Marie Schröer. „Und die Sache stört ja den Betriebsablauf auch überhaupt nicht“, ergänzt Liesa Knoche. In der Tat ist die Sache ebenso genial wie einfach: Auf der Ladentheke steht ein Zettelkasten mit vielen Fotos: Brötchen jeder Art, Brot natürlich, Kuchen und was man sonst hier noch so kaufen kann.

Die Bilder sind in den verschiedenen Waren-Kategorien aufgeteilt, dazu kommt ein weiteres Fach mit Karten, auf denen Zahlen stehen. Der Kunde, der sich nicht ausdrücken kann, nimmt einfach eine Karte mit der gewünschten Ware und eine mit deren Anzahl, schon klappt’s auch mit der Bedienung.

Bild-Sprache

Die Studentinnen, die den Versuch regelmäßig überprüfen und gegebenenfalls verfeinern werden, sind gespannt auf das Ergebnis. Rein theoretisch müsste die „Bilder-Sprache“ das gegenseitige Verständnis von Sprechenden und Sprechbehinderten fördern, sie helfe beiden Gesprächspartnern, sich genauer auszudrücken, und ermögliche dem Sprechbehinderten ein gutes Stück Selbstbestimmung. Zumindest wenn es um Dinge geht, die es gibt.

Rosinenhörnchen dagegen sind in Oldenburgs Backwarenangebot eher selten, weshalb in der Bäckerei-Filiale an der Cloppenburger Straße die entsprechende Bildkarte auch fehlt.

Klaus Fricke
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