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NWZonline.de Region Stadt Oldenburg Wirtschaft

Neubauten verärgern Alt-Bümmersteder

16.05.2018

Bümmerstede Denkmalsweg, Sielweg, Dorfweg, alte reetgedeckte Bauernhäuser, Wiesen, Weiden, viele Pferde – ein bäuerliches Idyll am Ortsrand der Stadt. Doch das Idyll ist bedroht, sagen die Alt-Bümmersteder, die um den Charakter ihres Dorfes bangen, dessen Geschichte bis ins siebte Jahrhundert zurückreicht. „Hier werden nach Gutsherrenart Baugenehmigungen erteilt“, beschreiben die Schwestern Liesel Heinemann und Antje Heinemann-Sanders, Landwirt und Pferdezüchter Wilke Wilkens sowie Architekt Ingo Knetemann den schleichenden Wandel ihres Dorfes, das dem Oldenburger Stadtteil seinen Namen gab.

Weite Teile von Alt-Bümmerstede sind nach Paragraf 35 des Baugesetzbuches geschützt. Danach werden Bauten nur dann genehmigt, wenn sie einem land- oder forstwirtschaftlichen Betrieb dienen. Die Anwohner behaupten, dass die Verwaltung nach Gutdünken Bauflächen in Flächen nach Paragraf 34 umwandelt, auf denen gebaut werden darf, wenn sich der Neubau der Umgebung anpasst. „Das geschieht auch auf freien Grundstücken“, sagt Heinemann-Sanders.

Ein Beispiel: Landwirt Wilkens klagt gegen ein Bauprojekt in seiner unmittelbaren Nachbarschaft, für das am 21. Dezember 2009 die Baugenehmigung erteilt wurde.  Geplant war der Neubau eines Stallgebäudes mit überdachter Rundlaufanlage und einer Wohnung im Dachgeschoss, bestätigte die Stadtverwaltung auf Nachfrage der NWZ. Diese erteilte Baugenehmigung wurde nicht ausgeführt. Die zweijährige Frist, in der mit dem Bau begonnen werden muss, verstrich. Am 28. April 2014 wurde deshalb ein neuer Bauantrag für den Neubau eines Einfamilienwohnhauses mit Pferdestall auf dem Grundstück eingereicht und genehmigt. Am 6. Dezember 2016 wurde diese Baugenehmigung verlängert und Anfang 2018 schließlich mit dem Bau begonnen. „Für das Bauvorhaben wurde kein ,35er’- Gebiet in ein ,34er’-Gebiet umgewandelt“, sagt Stadtsprecher Stephan Onnen und steht damit im Widerspruch zu den Alt-Bümmer­stedern, die glaubhaft versichern, mittlerweile verschwundene Pläne gesehen zu haben, in denen die Grundstücke als 35er-Gebiet ausgewiesen waren.

Für Landwirt und Pferdezüchter Wilke Wilkens sind die Genehmigungen nicht nachvollziehbar. Er verweist auf weitere Beispiele im Dorf, wo alte Häuser abgerissen und durch Neubauten ersetzt wurden, die nicht auf den Grundmauern des Altbaus errichtet wurden, wie es eigentlich vorgeschrieben ist.

Wilkens steht vor seiner mehr als 200 Jahre alten Scheune, deren Wände sich beängstigend nach außen wölben. Balken sind gebrochen, die marode Wand musste durch Stahlträger gestützt werden. Aufs windschiefe und unebene Ziegeldach wagt sich der 53-Jährige schon lange nicht mehr. Einen Abriss und Neubau genehmigt die Stadt aber nicht. Ebenso wenig wie den Umbau des Schafstalls, in dem seine Ehefrau Nadine – eine ausgebildete Lehrerin – einen Schulbauernhof für Kinder mit direkt daneben liegenden Waldlehrpfad einrichten möchte.

Im Bau-Info-Center der Stadt im Technischen Rathaus haben die Anlieger die Auskunft bekommen, dass im Baugenehmigungsverfahren verwaltungsintern Beurteilungsmaßstäbe angelegt werden. „Die Kriterien dringen aber nicht nach außen“, sagt Ingo Knetemann. Ob ein Grundstück nach 34er oder 35er bewertet wird, wird seiner Meinung zufolge nach Gutsherrenart entschieden.

Ganz dringend wünschen sich die Bewohner Alt-Bümmerstedes deshalb einen Informationsabend, auf dem die Stadtverwaltung darlegt, wo und was in Bümmerstede in baulicher Hinsicht erlaubt ist. Antje Heinemann-Sanders: „Um eines klarzustellen: Es geht uns nicht ums Geld. Es geht uns darum, den dörflichen Charakter von Alt-Bümmerstede zu erhalten.“

Thomas Husmann
Redakteur
Redaktion Oldenburg
Tel:
0441 9988 2104
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