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NWZonline.de Region Stadt Oldenburg Wirtschaft

Teich mit geschützten Amphibien illegal zugeschüttet

17.01.2018

Bürgerfelde Es war am 22. September, Freitagnachmittag, in den Behörden hatte soeben das Wochenende begonnen. „Baufahrzeuge fuhren vor, bald darauf waren Kettensägen zu hören“, erinnert sich ein Anwohner. Bis zum Abend hätten die Arbeiten, die vom Friedhofsweg nicht einsehbar waren, gedauert. „Am Samstag ging es vor Anbruch des Tages weiter“, berichten Anlieger weiter. „Baggerlärm und Kettensägen-Kreischen den ganzen Tag.“

Nachbarn greifen zur Schaufel

In einer gemeinsamen Aktion haben Nachbarn und Freunde am Samstag auf dem Grundstück von Bernd Hufnagel an der Tangastraße einen Teich angelegt.

Der Teich sei an der tiefsten Stelle 1,20 Meter tief, berichtet Mitinitiator Christian Röhlig (80). „Es ist wichtig, dass das Gewässer auch bei tiefen Temperaturen nicht zufriert.“

Ein Ersatz für das zugeschüttete Gewässer sei aber keineswegs entstanden. „Es ist eine Nothilfe, damit wenigstens etwas da ist, wenn die Molche in einigen Wochen zum Laichen kommen.“ Die Tiere würden, angelockt vom Wasser, auch den Bahndamm überwinden, um Laichplätze zu finden, so Röhlig.

Der Kammmolch, der zu den Schwanzlurchen zählt, ist nach dem Bundesnaturschutzgesetz streng geschützt. Im Nordwesten ist er nur schwach verbreitet.

Video zum Teichbau unter

Video zum Teichbau unterwww.nwzonline.de/videos

Einige Nachbarn kletterten schließlich über den Bahndamm und sahen die Bescherung: Der Kleinwald, der sich zwischen der Häuserzeile am Friedhofsweg und der Bahn erstreckte, war abgeholzt; der Teich („200 Quadratmeter groß“) zugeschüttet.

Die Betroffenheit war groß, der damalige Eigentümer – nach Angaben der Anwohner die Familie Giese (Firma Giese am Waffenplatz) – und das Abbruchunternehmen hatten vollendete Tatsachen geschaffen. Durch den Abriss der Häuserzeile und der Rodung der dahinter liegenden Grünfläche war ein großes, freies Baufeld entstanden.

Eine Prüfung durch die Stadtverwaltung habe ergeben, dass die Baumfällung nicht beanstandet werden könne, berichteten Anwohner weiter. Der Teich hätte allerdings niemals zugeschüttet werden dürfen. Das Gewässer werde von Kammmolchen genutzt, eine sehr seltene Art, die unter besonderem Schutz stehe. Das Umweltamt der Stadt habe den damaligen Eigentümer um eine gemeinsame Begehung vor der Baumaßnahme gebeten, die jedoch nie zustande gekommen sei, heißt es bei den Nachbarn weiter: „Mit dem alten Besitzer konnten wir reden; nachdem der Sohn geerbt hatte, ist der Kontakt leider abgerissen.“

Die Stadtverwaltung hat mittlerweile ein Ordnungswidrigkeitsverfahren gegen das Abbruchunternehmen und den Alteigentümer eingeleitet. Das Gewässer muss wiederhergestellt werden, Weidenzweige und Weidenbäume müssten angepflanzt werden, teilt die Stadt auf Nachfrage mit. Zudem sei der Eigentümer aufgefordert worden, Leiteinrichtungen zu errichten, damit die Amphibien in das neue Gewässer finden. „Die Maßnahmen sind bis zum 31. Januar zu realisieren. Eine Abnahme durch die Untere Naturschutzbehörde ist notwendig, wir kontrollieren also Anfang Februar“, teilt die Stadt weiter mit.

Nach Kenntnis der Verwaltung ist das Grundstück in der Zwischenzeit weiter veräußert worden. „Auch der neue Eigentümer bekommt die zusammengefasste Anordnung.“

Christoph Kiefer
Redaktionsleitung
Redaktion Oldenburg
Tel:
0441 9988 2101

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