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NWZonline.de Region Stadt Oldenburg Wirtschaft

Siedlungen sollen in Form bleiben

16.05.2019

Bürgerfelde  In der Werbung tönt es: „Ich will so bleiben wie ich bin.“ Das Ziel ist klar: in Form bleiben, auch wenn die Lebenszeit Veränderungen mit sich bringt. Also, aufpassen, dass nicht etwa eine „Überformung“ eintritt. Mit diesem Fachausdruck beschreibt es der Stadtplaner, wenn der ursprüngliche Charakter und die Eigenart einer Bebauung nicht mehr erhalten ist. Während der Mensch individuell für „seine Linie“ zuständig ist, kann das Aussehen von Städten per Vorschriften reglementiert werden. Dazu zählt die Erhaltungssatzung.

 In der Sitzung des Bauausschusses an diesem Donnerstag (17 Uhr, Technisches Rathaus, Industriestraße 1a, Zimmer 245/246) geht es darum, für drei Straßen im Stadtteil Bürgerfelde jeweils eine Erhaltungssatzung zu beschließen. Derzeit, so heißt es in der Begründung der Verwaltung, seien die Siedlungen dort in ihrer städtebaulichen Struktur als noch intakt zu bezeichnen. Infolge der Privatisierung und vereinzelter Sanierungsmaßnahmen seien jedoch im Detail, zum Beispiel an Fenstern oder Türen, bereits erste Veränderungen festzustellen, die das Erscheinungsbild nach und nach „überformten“.

Grundsätzlich soll eine Erhaltungssatzung Siedlungen mit noch überwiegend einheitlicher und geschichtlich wertvoller Gestaltung und ortsbildprägender Wirkung gegen Abbruch einzelner Häuser schützen. Ortsbildprägende Gebäude dürfen demnach nicht mit unpassenden Mater­ialien, Farben, Anbauten und anderes mehr verändert werden. Die Erhaltungssatzung macht eine Genehmigung erforderlich für eigentlich genehmigungsfreie Veränderungen. Das Satzungsverfahren soll bis Ende 2019 abgeschlossen werden. Vor dem Satzungsbeschluss soll für jedes Quartier eine Bürgerinformationsveranstaltung stattfinden. Um folgende Siedlungen geht es.

Wardenburgstraße

In den Jahren 1925/26 und teils auch 1929 wurden die 18 Doppelhäuser beidseitig der Wardenburgstraße von der GSG erbaut. An der Nordostseite wurde das ursprünglich geplante städtebauliche Konzept nicht ganz umgesetzt: 1935/37 wurden die fehlenden Gebäude durch Zwei- und Mehrfamilienhäuser ersetzt. Typisch für die Bebauung ist die unterschiedliche Linie der Bauflucht und der so entstandene vergrößerte Straßenraum. Die großzügigen, offenen Vorgartenzonen sind in Einzelbereichen erhöht und generell von jeglicher Bebauung und Stellplätzen freigehalten.

Die Wardenburgstraße wird in der Ausschusssitzung noch aus einem weiteren Grund ein Thema sein. Wie berichtet, wollen die GSG und die Stadtverwaltung im derzeitigen Garagenhof zwischen Oeder-, Wardenburg- und Starklofstraße zwei Wohnkomplexe schaffen. Auf dem rund 1400-Quadratmeters-Areal sollen ein Wohngemeinschaftshaus sowie drei Mini-Häuser entstehen. „Co-Housing“ heißt das Projekt. Die Anwohner der Wardenburgstraße fragen sich nun, wie dieses Vorhaben zur angestrebten Erhaltungssatzung passt. Die- SPD-, CDU- und FDP-Fraktion bitten per Antrag um Antwort in der Sitzung.

Friedrich-August-Platz

Ab 1922 wurde die Siedlung um den Friedrich-August-Platz von der GSG errichtet. Der „Fidi“, wie er auch heißt, wurde ursprünglich als reiner Repräsentationsplatz im Mittelpunkt der Siedlung angelegt. Davon ausgehend entlang der Lothringer Straße, Elsässer Straße, Von-Berger-Straße, Von-Finckh-Straße und in Teilen der Metzer Straße befindet sich eine zweigeschossige Reihenhausbebauung aus verputzten Häusern in Vierer- und Sechsergruppen. Die Vorgartenzone ist hier aufgehöht. Die Reihenhäuser direkt westlich und östlich des Platzes weichen durch die eingezogenen Zugangsbereiche von den anderen Reihenhäusern ab. Die Mittelhäuser sind durch Tordurchgänge zu den Gartenwegen gekennzeichnet. Nördlich und südlich des Platzes entstanden Sonderhaustypen. Ursprünglich waren die eher schlicht gestalteten Gebäude unter anderem geprägt von einheitlichen Sprossenfenstern und zeittypischen Haustüren. Die Gärten dienten ehemals zur Selbstversorgung mit Obst und Gemüse und sind durch ein größtenteils von Hecken umsäumtes Wegesystem (sogenannte Dung- und Mistgänge) erschlossen.

Rüthningstraße

In den 1920er Jahren entstand diese GSG-Siedlung entlang der Rüthningstraße mit zweigeschossigen Klinkergebäuden mit Walmdächern und Schmuckelementen an der Fassade. 13 einzelne Häuser stehen beidseitig der Straße und in deren Zentrum sechs Doppelhäuser. Vor den Gebäuden befindet sich eine Vorgartenzone, die sich bei den Doppelhäusern aufweitet. Die langen Parzellen sind im hinteren Bereich von Gärten geprägt, die ursprünglich der Selbstversorgung dienten. Es ist städtebauliches Ziel, diese siedlungstypischen Freiräume zu erhalten. Eine Erschließung der rückwärtigen Gartenbereiche von der Rüthningstraße aus würde laut Stadt zudem durch die Zufahrten zu einer empfindlichen Störung der Vorgartenbereiche führen.

Die sieben Einfamilienhäuser mit steilen Satteldächern im Süden der Rüthningstraße entlang dem Melkbrink stehen in städtebaulichem Zusammenhang mit der Bebauung der Rüthningstraße und sind ebenfalls baugeschichtlich und gestalterisch bemerkenswert. Da diese bereits unter Denkmalschutz stehen, können sie aus dem Geltungsbereich der Erhaltungssatzung ausgenommen werden.

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Susanne Gloger Redakteurin / Redaktion Oldenburg
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