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NWZonline.de Region Stadt Oldenburg Wirtschaft

Widerstand gegen Obdachlosenunterkunft

14.09.2017

Bürgerfelde /Osternburg Gegen die Pläne der Stadt, den Tagesaufenthalt für Obdachlose von der Ehnernstraße an die Cloppenburger Straße zu verlegen, regt sich in der Nachbarschaft in Osternburg Widerstand. Im Gegenzug soll der an der Cloppenburger Straße beheimatete Mädchentreff in das Haus am Anfang der Ehnernstraße ziehen.

„80 Anlieger haben schriftlich bei der Sozialdezernentin um einen Gesprächstermin gebeten. Den hat sie aber verweigert“, ärgert sich Axel Hansen, der unmittelbar neben dem Mädchentreff mit seiner Ehefrau vor wenigen Monaten eine Wohnung gekauft hat. Sachse hatte den Bedenkträgern allerdings schriftlich geantwortet. In dem Schreiben heißt es: „Der Gebäudetausch befindet sich aktuell in der ersten Planungsphase. Es wird geprüft, welche baulichen Maßnahmen erforderlich sind und welche Kosten dafür entstehen. In einem ersten Schritt wurden die Teilnehmer/innen der Runden Tische Nadorst und Osternburg zu dem geplanten Vorhaben informiert. Wenn die Gesamtplanung abgeschlossen und der Umzug absehbar ist, werden die Anwohner/innen ausführlich über das Projekt informiert.“

Den Anliegern ist das zu spät. Sie befürchten, dass den Obdachlosen die Drogenszene nach Osternburg folgen wird. Mit schlimmen Folgen für das Viertel: „Das gerade aufblühende Umfeld mit vielen Neubauten und Sanierungen (auch von Luxusvillen) wird langsam verkommen, es wird das gleiche traurige Bild mit verkommenden Fassaden, Rotlicht, Dealern, Vermüllung und Uringestank auf den anliegenden Grundstücken geben, wie derzeit in Nadorst“, schreibt Hansen. Zudem sei die unmittelbare Nähe zu Schulen und Kitas in Osternburg deutlich stärker ausgeprägt als in Nadorst. Die Oberschule Osternburg (ca. 650 Schüler) liege quasi vis a vis, die Grundschule Wunderburgpark und mehrere Kitas seien wenige Meter entfernt.

Und auch der Umzug des Mädchentreffs an die Ehnernstraße beunruhigt die Anwohnerinitiative wegen der vermeintlichen Wohnungsprostitution am Anfang der Nadorster Straße. Doch dieses Problem hat die Stadt nach Darstellung von Sozialdezernentin Dagmar Sachse nach Kontrollen und Verboten in den Griff bekommen.

Der Tagesaufenthalt ist seit rund 20 Jahren an der Ehnernstraße unmittelbar neben der Grundschule Heiligengeisttor untergebracht. Die räumliche Nähe zur Anlaufstelle für Drogen-, Tabletten- und Alkoholabhängige, das Café Caro und Rose 12 am Pferdemarkt, führte dazu, dass sich an der Ehnernstraße Konflikte entwickelten. Oftmals gingen allerdings auch Sucht und Obdachlosigkeit einher.

Sachse setzt darauf, dass die Drogenabhängigen den Umzug an die Cloppenburger Straße nicht mitmachen, sondern im Umfeld ihres Café Caro am Pferdemarkt bleiben werden. Der Mädchentreff wird von einem Verein geführt, der Tagesaufenthalt von der Diakonie. Sollte die Politik im nächsten Haushalt das Geld zur Verfügung stellen, könnte der Tausch im nächsten Jahr über die Bühne gehen. Die Träger der beiden Einrichtungen hätten Zustimmung signalisiert und seien mit einem Umzug einverstanden. Auch für die DLRG, die Räume an der Cloppenburger Straße nutzt, müsste Ersatz gefunden werden. Die Nachbarn sehen in dem Umzug des Tagesaufenthalts allenfalls eine Problemverlagerung – keine Problemlösung.

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Oberschule Osternburg | Rose 12 | Diakonie | DLRG