• Jobs
  • Immo
  • Auto
  • Kleinanzeigen
  • Trauer
  • Hochzeit
  • Guide
  • Shop
  • Tickets
  • nordbuzz
  • Fußball
  • Werben
  • Kontakt
 
NWZonline.de Region Stadt Oldenburg Wirtschaft

Bürgerfeldes „Erholung“ war sehr beliebt

25.07.2014

Bürgerfelde Es war in der Zeit um die Wende zum 20. Jahrhundert, als es an der Alexanderstraße 192 (heute kurz vor der Autobahn) das beliebte Lokal „Zur Erholung“ von Georg Mohnkern gab. Die Alexanderstraße hieß da noch (bis 1940) Alexander Chaussee und war nicht gefestigt. In Höhe des Lokals mit der Hausnummer 72 – weit vor den Toren der Stadt in Bürgerfelde – befand sich eine Schranke: Hier wurde Wegegeld kassiert.

Für die Oldenburger war die Gaststätte ein beliebtes Ausflugsziel. Hier machten auch Durchreisende gerne Rast. Und es wurde getanzt: Im üppig ausgestatteten Saal gab es viele Tanzveranstaltungen.

So um 1910 gab Georg Mohnkern das Lokal weiter an den bekannten Oldenburger Gastronom Jan Woge. Dieser erhöhte umgehend die Attraktivität des Ausflugsziels, indem er im Garten einen Zoo einrichtete. Woge soll hier sogar einen Löwen gehalten haben. Bis etwa 1923 betrieb er die Restauration, um dann nach Eversten zu wechseln, wo er an der Wienstraße das weithin bekannte Lokal „Odeon“ übernahm und auch hier – nach den guten Erfahrungen an der Alexanderstraße – einen Zoo aufbaute.

Neuer Pächter der Gaststätte „Zur Erholung“ wurde Hermann Fischer, der das Lokal sofort in „Fischers Parkhaus“ umbenannte. Zudem ließ er die Räumlichkeiten aufwendig renovieren. Er führte das Haus fortan als Familiencafé und Restaurant. Sonntags und mittwochs bot er ein „Tanzkränzchen“ an.

Etwa 1940 gab es nach der Übernahme durch Johann Müller die nächste Namensumbenennung. Fortan wurde das Haus unter „Müllers Parkhaus“ geführt. Es folgte 1948 die Umänderung des großen Saals in ein Kino mit rund 350 Sitzplätzen. Zunächst gab es hier die „Kammer-Lichtspiele“, dann hießen sie Alexander-Lichtspiele. Dort wurden aus wirtschaftlichen Gründen die gleichen Filme wie im „Alhambra“ in Osternburg gezeigt.

Um 1956 wieder ein Besitzerwechsel: Bruno Hinz übernahm den Betrieb. Im Jahr 1966 kam es aufgrund des stetig abnehmenden Zuschauerinteresses zur Schließung der „Alexander-Lichtspiele“, und wie auch anderenorts in Oldenburg zog ein Lebensmittel-Supermarkt in die Räumlichkeiten. „Müllers Parkhaus“ führte Bruno Hinz noch bis 1972 weiter. 1973 eröffnete der legendäre Emil Penning in dem Haus die Diskothek „Tiffany“. Und sorgte bis 1977 für einiges Aufsehen.

Unterhaltung gab es hier auch danach – aber eine ganz andere. Die HiFi-Spezialisten Thomas und Stefan Ripken (Ripken & Ripken) zogen mit ihrem Geschäft von der Achternstraße in die für sie wesentlich größeren Räumlichkeiten ein. In den 90er-Jahren wechselten sie nach Wechloy, errichteten dort die „Pyramide“ (heute Media-Markt).

Das Haus Alexanderstraße 192, das so viele Geschichten erzählen könnte, gibt es längst nicht mehr. Es wurde abgerissen. Heute befinden sich auf dem Grundstück ein Bürohaus sowie eine Tankstelle.

Meine Themen: Verpassen Sie keine für Sie wichtige Meldung mehr!

So erstellen Sie sich Ihre persönliche Nachrichtenseite:

  1. Registrieren Sie sich auf NWZonline bzw. melden Sie sich an, wenn Sie schon einen Zugang haben.
  2. Unter jedem Artikel finden Sie ausgewählte Themen, denen Sie folgen können.
  3. Per Klick aktivieren Sie ein Thema, die Auswahl färbt sich blau. Sie können es jederzeit auch wieder per Klick deaktivieren.
  4. Nun finden Sie auf Ihrer persönlichen Übersichtsseite alle passenden Artikel zu Ihrer Auswahl.

Ihre Meinung über 

Hinweis: Unsere Kommentarfunktion nutzt das Plug-In „DISQUS“ vom Betreiber DISQUS Inc., 717 Market St., San Francisco, CA 94103, USA, die für die Verarbeitung der Kommentare verantwortlich sind. Wir greifen nur bei Nutzerbeschwerden über Verstöße der Netiquette in den Dialog ein, können aber keine personenbezogenen Informationen des Nutzers einsehen oder verarbeiten.