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NWZonline.de Region Stadt Oldenburg Wirtschaft

Interview: „Burnout trifft besonders engagierte Menschen“

11.10.2011

FRAGE: Herr Professor Zimmermann, eine Woche vor seinem Suizid saß Ralf Briese noch auf der Tribüne beim Kramermarkt, scherzte, war fröhlich. Wie passt das zu einer schweren Depression?

ZINNERMANN: Zu den Umständen bei Herrn Briese kann ich mich nicht äußern. Es ist aber durchaus nicht untypisch, dass Menschen eine Entlastung verspüren, wenn sie die Entscheidung zu einem Suizid getroffen haben. Es fällt dann eine Last von ihnen ab und sie wirken auf ihre Umwelt locker und gelöster. Manchmal verstellen sich Patienten auch ganz bewusst. Das passiert zum Beispiel gerade im klinischen Bereich nicht selten.

FRAGE: Burnout und Depressionen sind seit dem Tod von Fußball-Nationaltorwart Robert Enke und anderen prominenten Fällen plötzlich zu einem großen Thema geworden. Warum sind davon vor allem Menschen betroffen, die in der Öffentlichkeit stehen?

ZIMMERMANN: Burnout ist in der Tat eine Modediagnose geworden. Grundsätzlich finde ich es gut, wenn sich Prominente wie zuletzt Ralf Rangnick dazu bekennen und ihre Erkrankung nicht verheimlichen. Das gibt auch anderen den Mut, sich Hilfe zu holen. Ich spreche bei Burnout allerdings lieber von einem Erschöpfungssyndrom, das klinisch auch eine Form der Depression ist. Ursachen dafür können lange andauernder Stress oder Frustrationen sein. Es trifft vor allem Menschen, die besonders engagiert sind, die etwas bewegen wollen, für die Sinnerfüllung wichtig ist. Stress kann durchaus positiv sein, wenn man dafür eine Belohnung oder Anerkennung bekommt. Fehlt dies, dann macht sich Frustration breit, der Mensch gerät in eine Gratifikationskrise.

FRAGE: Wie kann man als Bekannter, Kollege, Arbeitgeber Anzeichen erkennen?

ZIMMERMANN: Als Arbeitgeber hat man auch eine Verantwortung, auf seine Mitarbeiter zu achten. Wenn einst sehr engagierte Mitarbeiter sich immer mehr zurückziehen, in die innere Kündigung gehen, dann sind das Anzeichen. Ebenso kann eine zunehmend niedrige Frustrationstoleranz ein Signal sein und eine plötzlich ansteigende Zahl an Krankmeldungen. Dann stellt sich die Frage, wie man dem Menschen helfen kann. Gegebenenfalls sollte der Betroffene unterstützt werden, sich in eine psychologische oder medizinische Behandlung zu begeben.

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FRAGE: Depression und Burnout – wo liegen da eigentlich die signifikanten Unterschiede?

ZIMMERMANN: Die Depression kann unterschiedliche Ursachen haben, angefangen von medizinischen Störungen bis hin zu Eheproblemen, oft macht sich der oder die Betroffene zu Unrecht selbst verantwortlich. Beim Burnout sind die Auslöser häufig berufliche, manchmal aber auch private Überlastungssituationen.

Jasper Rittner Redaktionsleitung / Redaktion Westerstede
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