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NWZonline.de Region Stadt Oldenburg Wirtschaft

Busschleuse regte niemanden mehr auf

26.06.2013

Oldenburg Da liegt sie nun, schön beschattet von großen Bäumen, und tut, was man ihr aufgetragen hat: Die Busschleuse an der Hans-Fleischer-Straße trennt den öffentlichen Personennahverkehr (Omnibusse der VWG) vom motorisierten Individualverkehr (Autos der Bürger). Sie sorgt so dafür, dass es keinen Schleichverkehr gibt zwischen Kreyenbrück und Bümmerstede.

Den nämlich haben die Stadtplaner keineswegs haben wollen, nachdem gleich nebenan in der Kandinsky-straße die Dinge nicht so liefen wie gewünscht. Hier hatte man sich mit einer verkehrsberuhigten Zone begnügt, um durchfahrende Autos aus den Wohnvierteln herauszuhalten – ein Plan, der bis heute nicht aufgeht.

Der Hans-Fleischer-Straße hätte ein ähnliches Schicksal gedroht, wenn man nicht den Riegel Busschleuse umgelegt hätte am Treffpunkt mit der Dr.-Hans-Kübler-Straße. Die von diesen beiden Straßen gebildete Trasse würde den Harreweg (oder großräumiger gedacht: die Klingenbergstraße) mit der Bümmersteder Tredde verbinden – ein Schleichweg parallel zu Bahnhofsallee oder Cloppenburger Straße quer durch ein Wohnquartier wäre entstanden. Nein, entschieden die Stadtplaner vor fast 20 Jahren, das soll nicht sein und ließen Oldenburgs erste Busschleuse bauen.

1994 wurde das Verkehrsbauwerk, das den Bus auf zwei gepflasterten Spuren (die zu weit entfernt sind für die Achsbreite von „normalen“ Fahrzeugen) über eine kleine Untiefe führt, eingeweiht, und zunächst gab es auch keinen Ärger. Die Trennung funktionierte, nur Busse überwanden den Hindernisparcours unfallfrei. Doch im Herbst 2008 meldeten sich Anwohner aus dem Gebiet zu Wort. Die Busschleuse führe dazu, dass der Individualverkehr in die benachbarten Straßen ausweiche und von dort aus versuche, zur Bümmersteder Tredde zu gelangen, klagten sie. So entstünden „immer häufiger gefährliche Verkehrssituationen gerade in den angrenzenden verkehrsberuhigten Straßen“. Unterstützung in der Sache gab es von CDU und FDP im Rat.

Trotzdem lehnte die Stadtverwaltung damals einen Rückbau der Busschleuse ab. Begründung: Es gebe keine auffällig großen Fahrzeugbewegungen in dem Viertel, das auch in Sachen „Unfallhäufigkeit völlig unauffällig“. Ohne Busschleuse sei dagegen ein „drastischer Anstieg des Verkehrs“ zu erwarten.

Dieser Standpunkt gilt bis heute. Sollte diese Busschleuse abgebaut werden, sagt Stadtsprecherin Swantje Engel, schaffe man eine „parallel zur Bahnhofsallee verlaufende Hauptverkehrsbeziehung“, die für das Umfeld und die Wohnstraßen dort „unverträglich wäre“.

Dennoch behält das Modell Seltenheitswert, das Hindernis an der Hans-Fleischer-Straße wird vorerst nur einen (auch schon altgedienten) Nachahmer haben: die doppelte Schleuse vor der BBS Wechloy zwischen Johann-Justus-Weg und Brookweg. Engel zufolge sind „aktuell keine zusätzlichen Busschleusen geplant“.

Klaus Fricke
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