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NWZonline.de Region Stadt Oldenburg Wirtschaft

Gastronomie: Dachdecker beim Lokaltermin

18.03.2017

Bümmerstede Nicht etwa das Sturmtief Thomas im Februar hat das Dach des Bümmersteder Kruges dermaßen zugerichtet. Zurzeit kann man schon einen Schreck bekommen, wenn man das zerrupfte Reet sieht. Nein, der Wind war’s nicht. Der vermeintliche Dachschaden ist sogar selbst gemacht. Und zwar von Fachleuten. Dachdeckermeister Sven Ender und sein Kollege Peter Rost haben hier einen Lokaltermin. Im Auftrag der Eigentümer dieser Oldenburger Traditionsgaststätte, der Familie Abel, decken sie das Reetdach neu.

„Es muss erst hässlich werden, bevor es schön wird“, sagt Gastwirt Erwin Abel lachend und blickt auf die Baustelle. Er selber erlebe zum dritten Mal eine Neueindeckung des Daches seines Elternhauses mit, zählt der 68-Jährige auf. Acht Jahre alt war Erwin Abel, als aus dem Dorfkrug im Süden Oldenburgs ausschließlich eine Gaststätte wurde. Bis dahin wurde das Lokal zusammen mit der Landwirtschaft betrieben. „Das war ja früher oft so“, weiß Abel und zeigt in Richtung Gaststube: „Hier waren die Stallungen, da standen die Kühe.“

30 bis 35 Jahre könne so ein Reetdach halten, erklärt der Gastwirt. „Bei günstigen Voraussetzungen. Das heißt, das Reet muss nach Regen flott wieder trocken werden.“ Der große Feind sei das Moos. Auf der Südseite des Daches, das laut Abel im Jahr 1995 neu gedeckt wurde, würden die Fachleute jetzt nach Moos suchen, es ausklopfen und schadhafte Stellen ausbessern. Die Südseite werde jetzt nur „poliert“, die Nordseite komplett erneuert.

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Die Arbeit mit dem Naturmaterial ist auch für die Fachleute spannend. „Man muss sich bei Reithdächern immer auf neue Gegebenheiten einstellen“, sagt Sven Ender (Firma Heick). Abdecken, Dämmung, Lattengerüst, Neueindecken – das koste Zeit. Die Arbeitsdauer bei Reith oder Reet (Abel: „Da scheiden sich die Geister“) sei nur schlecht genau abzumessen.

Während die Dachdecker noch Löcher ins Dach reißen, wird auch im Haus emsig gearbeitet. Man erwartet gerade eine Gesellschaft zum Essen. Küchenchef Nico Winkelmann und sein Team stehen unter Volldampf. Serviceleiterin Claudia Winkelmann und ihre Kolleginnen notieren schon mal die Getränkewünsche der Gäste. Über allem walten Hildburg und Erwin Abel. „Noch“, sagt der Chef. Denn über kurz oder lang werden Claudia und Nico Winkelmann das Geschäft übernehmen. Gästen ist das Paar nicht unbekannt. Die 42-Jährige und der 33-Jährige arbeiten schon seit zehn Jahren im Bümmersteder Krug. Eine besondere Beziehung, denn hier haben sie sich kennen und lieben gelernt. Mittlerweile sind sie verheiratet.

Hildburg und Erwin Abel, die den Krug nun schon in vierter Generation der Familie führen (siehe Infokasten), freuen sich darüber, dass die Winkelmanns ihre Nachfolger werden wollen. Noch begleiten die Seniorchefs die künftigen Geschäftsführer. Bis zur offiziellen Übergabe soll das so bleiben, sagt Erwin Abel. Termin dafür könnte eventuell Ende dieses Jahres/Anfang nächsten Jahres sein.

„Nico und Claudia Winkelmann wollen die Tradition des Hauses aufrechterhalten“, betont Erwin Abel. Das ist dem 68-Jährigen wichtig. Und zwar drinnen wie draußen. Er blickt wieder aufs Dach. Nie wäre es ihm in den Kopf gekommen, das Dach mit Pfannen decken zu lassen. „Wenn das überhaupt genehmigt werden würde“, fügt er hinzu. Die Optik sei doch wichtig. Das Anwesen mit dem alten Baumbestand füge sich doch so herrlich in den dörflichen Charakter an dieser Stelle Bümmerstedes ein. „Für mich ist es selbstverständlich, dass Reith aufs Dach kommt.“

Susanne Gloger Redakteurin / Redaktion Oldenburg
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