• Jobs
  • Immo
  • Auto
  • Markt
  • Trauer
  • Hochzeit
  • Guide
  • LocaFox
  • Shop
  • Events
  • Tickets
  • nordbuzz
  • FuPa
  • Werben
  • Kontakt
NWZonline.de Region Stadt Oldenburg Wirtschaft

Damit nicht jeder mitliest

17.03.2014
NWZonline.de NWZonline 2015-07-23T08:45:09Z 280 158

Crypto-Party:
Damit nicht jeder mitliest

Oldenburg Die Kunst der Verschlüsselung von Daten findet in Oldenburg bislang wenig Anhänger. Die Crypto-Party im Edith-Ruß-Haus hat am Sonnabend vier Gäste angelockt. IT-Fachmann Robert Albrecht und Informatik-Student Peter Gewald vom Chaostreff Oldenburg haben eine Debatte geführt, die mehr Teilnehmer verdient gehabt hätte.

Denn erst allmählich erwacht das Bewusstsein für Datensicherheit, allen Berichten zur NSA-Affäre zum Trotz. Welche Techniken helfen wirklich? Was etwa nützt De-Mail? Mit diesem Dienst versprechen einige deutsche Anbieter eine Alternative zur E-Mail, mit der sich etwa Behördengänge erledigen lassen sollen. Nutzer müssen sich dafür mit ihrem Personalausweis identifizieren. Der höhere Standard bedeutet aber nicht, dass De-Mails niemandem zugänglich sind. „Anbieter wie die Telekom können mitlesen“, stellt der 24-jährige Peter Gewald klar.

Sicherer als De-Mail ist eine Ende-zu-Ende-Verschlüsselung, bei der die Mailschreiber ihre Nachrichten mit individuellen Codes versehen. Das Programm dazu heißt PGP (Pretty Good Privacy, übersetzt etwa: Ziemlich gute Privatsphäre) und ist in verschiedenen Versionen (auch GPG oder GnuPG) im Netz zu finden.

Doch selbst hier tun sich Lücken auf. Denn mit PGP lassen sich zwar die Inhalte der Nachrichten verschlüsseln, nicht aber die Metadaten. Absender und Empfänger, sogar Betreffzeilen bleiben sichtbar. „Die Adressen werden ja benötigt, damit die Nachricht zugestellt werden kann, wie bei einer Postkarte auch“, erklärt Peter Gewald.

Gegen einen fokussierten Angriff professioneller Späher gibt es ohnehin kaum Schutz. Doch der hohe Aufwand muss sich für Angreifer erst einmal lohnen. „Allein, dass ich es denen nicht so einfach mache, ist die Sache wert“, sagt Gewald. Wichtig sei, sich gegen die allgemeine Datenfischerei zu wehren. Dafür sind die genannten Mittel ein guter Anfang.

Außerdem sind viele weitere Anwendungen möglich, etwa „https everywhere“, ein Dienst, der im Browser automatisch sichere Seiten (https://) auswählt. Vom Tor-Netzwerk oder VPN-Verbindungen ganz zu schweigen. Sind das vielleicht Themen einer nächsten Crypto-Party? „Nicht auf einen Termin warten“, sagt der 42-jährige Robert Albrecht. Mit einer Mail direkt an chaostreff-ol@kreativitaet-trifft-technik.de findet der Verschlüsselungsnovize schnell individuellen Rat beim Chaostreff Oldenburg.


     www.ccc-ol.de