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NWZonline.de Region Stadt Oldenburg Wirtschaft

Die Luft wird für Oldenburg dünner

11.06.2015

Oldenburg Dieses Problem will sich einfach nicht in Luft auflösen: Oldenburg ist nach wie vor die Stadt mit der höchsten Stickstoffdioxid-Belastung in Niedersachsen. Das geht aus dem Jahresbericht des Lufthygienischen Überwachungsnetzes Niedersachsen (LÜN) für 2014 hervor.

Der seit Anfang 2013 am Heiligengeistwall positionierte Messcontainer ist einer von 28 Mess-Stationen im Land. Der für Oldenburg festgestellte Stickstoffdioxid-Jahresmittelwert von 54 Mikrogramm pro Kubikmeter Luft liegt weit oberhalb des europaweit geltenden Grenzwertes von 40 Mikrogramm. Im Jahr 2013 betrug der Jahresmittelwert 53,5 Mikrogramm. In beiden Jahren war Oldenburg mit dem „Hotspot“ Heiligengeistwall Spitzenreiter in Sachen schlechter Luft – vor Osnabrück und Hannover.

Die fortwährende Grenzwertüberschreitung wird ab dem nächsten Jahr Konsequenzen haben: Die Europäische Union hatte Oldenburg und anderen betroffenen niedersächsischen Kommunen eine Frist für die Einhaltung der Grenzwerte bis zum 31. Dezember 2014 eingeräumt. Die Stadtverwaltung rechnet bereits jetzt damit, dass das Messergebnis für 2015 nicht unterhalb der geforderten 40 Mikrogramm liegen wird. Von Januar bis Ende Mai dieses Jahres betrug der Mittelwert 51 Mikrogramm.

Wenn die Datenauswertung für 2015 im Frühjahr nächsten Jahres der EU übermittelt wird, ist mit einem blauen Brief aus Brüssel zu rechnen. Die EU hat wegen der Grenzwertüberschreitungen in deutschen Großstädten bereits ein Vertragsverletzungsverfahren gegen die Bundesrepublik angestrengt.

Bei einem Erfolg vorm Europäischen Gerichtshof drohen Strafzahlungen. Die Stadtverwaltung geht davon aus, dass die Bundesregierung Strafen auf die Bundesländer umlegen wird, und die Länder wiederum die betroffenen Städte in die Pflicht nehmen werden.

Sorgen macht weiterhin auch die Feinstaub-Belastung: An 28 Tagen wurde im vergangenen Jahr der Tages-Mittelwert von 50 Mikrogramm/m³ überschritten. Die Höchstgrenze laut EU liegt bei 35 Tagen. Bis Ende Mai dieses Jahres wurden bereits wieder elf Tage mit Grenzwert-Überschreitungen registriert.

Die Gründe sieht die Stadtverwaltung im hohen Motorisierungsgrad in Oldenburg – 92 121 Fahrzeuge waren 2014 gemeldet – mit zunehmendem Anteil besonders emissionsträchtiger Dieselfahrzeuge. Trotz des Einsatzes erdgasbetriebener Busse sei die Gesamtzahl aller Fahrten am Heiligengeistwall (1000 Busse zwischen Montag und Freitag sowie 500 am Wochenende) vergleichsweise hoch. „In Verbindung mit der Lage der Straße, der Bebauung und den meteorologischen Verhältnissen führt das zu der überhöhten Stickstoffdioxid-Belastung“, erklärt Baudezernentin Gabriele Nießen.

Um den Grenzwert einzuhalten, müsste die Zusatzbelastung am Heiligengeistwall drastisch reduziert werden, so Stadt-Sprecherin Swantje Engel. Möglicher Ansatzpunkt sei die Buslinienführung.

Stephan Onnen
Redakteur
Redaktion Oldenburg
Tel:
0441 9988 2114

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