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NWZonline.de Region Stadt Oldenburg Wirtschaft

Diskussion um Vertriebenen-Denkmal

11.03.2005

Betrifft: Die Diskussion um ein Vertriebenen-Denkmal.

„Zum Vorwurf der Mitleid-Masche von Dr. Ekkehard Seeber, Dr. Ummo Francksen, Udo Riemann und Jürgen Weichardt entgegnen wir: Es ist unbegreiflich, welche gedanken- und würdelosen Elemente damit in die bedauerliche Diskussion eingeführt werden. Die so argumentieren, müßten es eigentlich besser wissen und könnten, wenn sie das Denkmal schon nicht wollen, sich einer anderen Sprache bedienen.

Wenn es um die künstlerische Gestaltung, die auch von dem bis heute nicht feststehenden Ort abhängt, unterschiedliche Auffassungen geben mag, so sollte die historische Tatsache unbestritten sein. Hier von Mitleid-Masche zu reden, ist eine Verhöhnung und Beleidigung der mehr als zwei Millionen Opfer.

Die vor 60 Jahren stattgefundene Vertreibung war keine Reiseveranstaltung, sondern mit allen schrecklichen Begleiterscheinungen ein grauenvolles und von Rache getragenes Unternehmen.

Die deutschen Vertriebenen haben trotz ihres Erlebens schon 1950 in beispielloser Weise in ihrer Stuttgarter Erklärung auf Rache und Vergeltung verzichtet. Wenn jetzt in der Stadt Oldenburg auch daran erinnert werden soll, dann soll mit diesem Denkmal zugleich auch an ein entscheidendes Kapitel der Stadtgeschichte erinnert werden.

Damit soll auch sichtbar gemacht werden, was alljährlich in Reden zum Volkstrauertag in Worten zum Ausdruck kommt. Von Mitleid-Masche war dabei noch nie die Rede.“

Horst Milde

Dr. Hans-Ulrich Minke

Oldenburg

*

„Wir begrüßen die Absicht, in Oldenburg zum Zeichen des Dankes ein Denkmal für die Vertriebenen aufzustellen, die hier ihre 2. Heimat gefunden haben.

Nicht zu verstehen sind die Bedenken des Kulturdezernenten der Stadt, der Grünen und der PDS, dass dadurch die deutsche Geschichte zu unkritisch behandelt wird, denn durch zahlreiche Beiträge und Veröffentlichungen wird an die Vorgeschichte der Vertreibungen erinnert. Es muss uns doch gestattet sein, Dank zu sagen, ohne daß wir dadurch in die rechte Ecke gestellt werden.“ (...)

Gudrun und Harald Pust

Bad Zwischenahn

*

„Ich halte nichts von einem Vertriebenendenkmal in Oldenburg. Das lenkt nämlich ab von den Ursachen der Vertreibung aus den Ostgebieten. (...) Immerhin haben die Deutschen zuerst Polen und die Sowjetunion überfallen. (...)

Den vertriebenen Deutschen ist es im Westen im Wirtschaftswunder (mit Hilfe des Marshallplans) viel besser ergangen als es ihnen im zerstörten Osten jemals ergangen wäre. Die Russen haben sich bis heute nicht von den Kriegsfoltern erholt. Man könnte höchstens im Sinne von Herrn Milde Oldenburg ein Denkmal setzen dafür, dass es ca. 30 000 Vertriebene oder Flüchtlinge aufgenommen hat. Ein Vertriebenendenkmal ist rückwärts gewandt, könnte von Neonazis instrumentalisiert werden und führt auf dem Weg in ein friedlich geeintes Europa nicht weiter. Das Geld könnte man lieber verwenden für ehemalige Zwangsarbeiter oder zukunftsgewandte Projekte oder für die Integration von Zuwanderern, da wir Bevölkerungswachstum brauchen.“

Renate-Marie Jürgensen

Oldenburg

*

„Die Idee auch einmal ans deutsche Leid zu erinnern finde ich gut. Vor allem, weil eine derart große Anzahl von Flüchtlingen und Vertriebenen mit Oldenburg verbunden ist. Sie und ihre Nachkommen machen etwa jeden dritten Oldenburger aus.

Die Gedanken und Initiative von Horst Milde und Herrn Zimny finden meine volle Unterstützung.“

Horst Gelfert

Oldenburg

*

„Ein Denkmal ja, aber den Cäcilienplatz nicht noch mehr verschandeln. Der Stein war schon ärgerlich. Aber jetzt können sie ihn gebrauchen.

Stellen Sie auf den Stein eine Frau mit Kind im Handwagen oder Schlitten. Aber sie müssten aus Bronze und natürlich sein. Denn wenn Sie sich in unserem Land umsehen, werden Sie feststellen, daß Menschendarstellungen aus Bronze nicht so oft beschmiert, sondern eher durch anfassen blank werden.“ (...)

Bruno Hennig

Oldenburg

*

„Es ist nun einmal ein Stück Oldenburger Geschichte, dass unsere Stadt sehr viele Vertriebene aufgenommen hat. Immer wieder wurde und wird das in Publikationen und Ausstellungen dokumentiert und daran erinnert. (...)

Das allerdings im Ansatz von Überlegungen oder einem Entwurf des Architekten Reinhard Fritsch die Emotionen derartig in Bewegung kommen zeigt, dass dieses Thema sensibel genug ist und Politiker, anerkannte Kunstkenner, Bürger, Betroffene und Bürgervertreter an einen Tisch bringen sollte. (...)

Wer schweres Leid am eigenen Körper und der Seele erfahren hat weiß, dass man das nicht überwinden kann, sondern man lebt immer damit, dass gilt für die besseren und schlechteren Tage.

Ein Denkmal (...) könnte den Betroffenen, Angehörigen und Bürgern einen würdigen Platz geben, an dem sie die Möglichkeit haben diese Vergangenheit aktiv in ihr Leben aufzunehmen.“

Michael Köhler

Oldenburg

*

„Abgesehen von dem unangemessenen Ort und der ebensolchen Ästhetik ist bezüglich des vorgeschlagenen Vertriebenen-Denkmals zu fragen, an was es uns denn eigentlich denken lassen soll.

Geht es, wie der NWZ-Kommentar meint, tatsächlich um ein Zeichen des Dankes an Oldenburg und seine Menschen für die vollbrachte Integrationsleistung? Motivisch zeigt der Entwurf jedoch nicht eine Allegorie der Integration sondern legt den Schluss nahe, dass eine mitleiderheischende Figurengruppe auf das von den Vertriebenen erfahrene Leid verweisen soll. (...)

Zudem kann der Umstand, dass einige der Initiatoren über jeden politischen Zweifel erhaben sein mögen, nicht davon ablenken, dass zur Bewertung eines Denkmal-Projektes nicht nur die Absichten aufschlussreich sind, sondern auch die Argumente anderer Befürworter. Erste Lesermeinungen lassen vermuten, dass Ewiggestrige ein solches Denkmal als Argument für den ersehnten Schlussstrich zu missbrauchen beabsichtigen.“ (...)

Ralf Janaszek

Oldenburg

H

„Ich unterstütze die Meinung der Gruppe um Dr. Seeber. Standort und Form des geplanten Denkmals sind nicht gut. Bedarf es eines solchen Denkmals?

Die Vertriebenen selbst haben sich bei der Entwicklung der Stadt Oldenburg in der Nachkriegszeit vielfältig Denkmäler gesetzt. Wenn überhaupt, schlage ich als Standort das Gelände der ehemaligen Hindenburgkaserne an der Cloppenburger Straße vor. Gestaltung und Bebauung ist dort noch nicht abgeschlossen. In den damaligen Kasernen haben viele Neubürger ihre Existenz wieder aufgebaut (...) Dieser Aspekt sollte neben dem Gedenken an die Leiden der Vertreibung in einem Denkmal auch zum Ausdruck kommen.“

Klaus Eisenschmidt

Oldenburg

H

„Zu bedenken ist, was auf dem Denkmalsentwurf fehlt. Zum einen die russische Mutter, die zuvor in die andere Richtung fliehen musste, aber auch die afrikanische Mutter, die gerade im Kongo flieht. Vertreibung und Flucht ist kein besonderes deutsches Schicksal. Ein Denkmal für Flüchtlinge sollte dieses aufzeigen, gerade in Zeiten, in denen hier Flüchtlinge abgewiesen werden, z. B. Frau Kameli.

Der Aspekt der Aufnahme der Flüchtlinge in Oldenburg ist dem Denkmal beim besten Willen nicht zu entnehmen. Weder offene Arme noch ein Symbol Oldenburgs sind erkennbar. (...)

Die Verfechter rechten Gedankengutes werden diese Vorlage leider nur zu gerne aufnehmen.“ (...)

Thomas Matheja

Oldenburg

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