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NWZonline.de Region Stadt Oldenburg Wirtschaft

Dreitägige Vollsperrung lähmt den Verkehr

08.02.2017

Oldenburg Für die einen ist es schlicht „OL2“, für die anderen die umfangreichste Infrastrukturmaßnahme in Oldenburg: Wie man es auch sieht, Abbruch und Neubau der Autobahnbrücke über die Alexanderstraße wird Verkehrsteilnehmern wie -lenkern in den kommenden zwei Jahren alles abverlangen.

Als sichtbares Zeichen der Komplexität des Ereignisses waren am Dienstagmittag gleich zehn Experten in der Autobahnmeisterei am Müllersweg angetreten. Schließlich geht es um einen massiven Eingriff in den Verkehrsfluss in Oldenburg und dafür werden alle Kräfte gebündelt.

Zeitplan der Brückenbau-maßnahme

20. - 24. Februar: Probepfählung an der Alexanderstraße mit zeitweiliger Sperrung der Autobahn-Auffahrt in Richtung Wilhelmshaven bzw. Wiefelstede

Freitag, 17. März, 16 Uhr - Montag, 20. März, 4 Uhr: Vollsperrung im Bereich A293/Alexanderstraße wegen Brückenabriss in Fahrtrichtung Norden

Ende 2017: Freigabe der Brücke Richtung Norden. 2018 wird die Brücke in Richtung Süden gebaut

Hintergrund der insgesamt zehn Millionen Euro teuren Erneuerung sind „mangelnde Tragfähigkeitsreserven“ der im Jahr 1970 erbauten Brücke, die bei einer bundesweiten Statik-Überprüfung festgestellt wurden. „Auf der Schulnotenskala von 1 bis 4 hatte dieses 47 Jahre alte Bauwerk eine 2,5 erhalten. Ab der Note 3 wären wir ohnehin aktiv geworden“, erläuterte Joachim Delfs, Leiter der Niedersäch-sischen Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr.

„Würden ausschließlich Autos über diese Brücke fahren, hätten wir da auf Jahrzehnte nichts machen müssen. Das Problem ist aber die starke Zunahme des Schwerlastverkehrs, der große Maschinenteile, Turbinen und Teile von Windkraftanlagen über diese Autobahn transportiert.“ Delfs nannte die Zahl von über 100 000 Anträgen für Schwertransporte in Niedersachsen im Jahr 2014.

Nach der Vollsperrung der Autobahn 293 im Bereich der Anschlussstelle Bürgerfelde und der darunter liegenden Alexanderstraße im Zeitraum zwischen 17. März, 16 Uhr bis 20. März, vier Uhr morgens, soll der Autobahnverkehr anschließend in beide Richtungen jeweils einspurig geführt werden, kündigte Delfs an.

Während der Vollsperrung wird es erfahrungsgemäß zu starken Behinderungen kommen. Auch bei einspuriger Regelung geht die Verkehrsbehörde mindestens in den ersten zwei Wochen von Rückstaus aus. „Die massiven Einschränkungen sollte jeder Verkehrsteilnehmer in Oldenburg berücksichtigen“, räumt Delfs ein. „Aber nicht immer muss die Alternativ-Route über Nebenwege angesichts des Innenstadtverkehrs eine Verbesserung sein.“ Vielleicht sei bei kurzen Fahrten sogar der Weg über die Autobahn schneller. Deshalb bleiben die Auf- und Abfahrten offen.

Kommentar

Viel Geduld erforderlich

Das wird eine harte Prüfung für alle Verkehrsteilnehmer in Oldenburg: Der Brückenneubau über der Alexanderstraße bis Ende 2018 wird zu Staus, Behinderungen und Zeitverlusten führen. Der rapide gestiegene Schwerverkehr hat die Autobahnen plattgewalzt. Eine Verlagerung der Transportlast auf die Schiene ist nicht möglich. Auch eine saubere Bauplanung kann hier die Kardinalfehler der Politik nicht beheben.

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Seit einigen Tagen sind Mitarbeiter der Straßenbaubehörde damit beschäftigt, an den Zufahrtsstraßen zur Autobahn Hinweisschilder und LED-Warnanlagen zu montieren. Sie werden in den kommenden beiden Jahren zum Leitmedium für den Verkehr in Oldenburg. „Neben den bekannten Blechhinweistafeln lassen 27 LED-Anzeigesysteme eine aktuelle Information und direkte Ansprache der Autofahrer zu“, erläuterte Bettina Harms, bei der Landesbehörde für Verkehrsmanagement zuständig.

Für das Großprojekt arbeitet sie eng mit der Stadt Oldenburg, der Polizei und der Deutschen Bahn zusammen. Straßenbauamtsleiter Bernd Müller teilte mit, dass es in der Zeit der Brückenerneuerung keine Straßenbaumaßnahme seitens der Stadt geben werde, um den Verkehrsfluss in der Stadt nicht zusätzlich zu belasten.

Aktiv wird zudem die Deutsche Bahn am Wochenende der Vollsperrung. Der dann stillgelegte Verkehrsbereich soll genutzt werden, um die längst fällige Sanierung des Bahnübergangs an der Alexanderstraße vorzunehmen, teilte der Vertreter der DB Netze mit. Hier soll an Schotterbett, Schienen und Schwellen gearbeitet werden.

Einig waren die Experten, dass Oldenburg sich für den Verkehr von morgen rüstet. Und daran soll jeder denken, der deswegen im Stau steht!