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NWZonline.de Region Stadt Oldenburg Wirtschaft

Droht Amalienstraße noch mehr Verkehr?

18.09.2014

Oldenburg Werner Philipp wohnt an der Amalienstraße. Das tut er eigentlich gern. Aber: Der Abschnitt zwischen Innenstadt und Amalienbrücke ist einer der am stärksten mit Autoverkehr belasteten Straßen der Stadt – mit entsprechenden Auswirkungen auf die Luftqualität und die Lärmbelastung. „Das wird noch schlimmer“, sagt Phillip.

Der Grund für Philipps Befürchtung: Die Aufhebung der Radwegebenutzungspflicht auf der Straße „Damm“ wird nach Schätzungen eines Gutachters aus Berlin die Verkehrsbelastung auf der Amalienstraße um täglich bis zu 1500 Autos steigen lassen – weil Autofahrer über Stedinger Straße/Nordstraße/Amalienstraße dann – anders als heute – schneller auf den Innenstadtring gelangen als über den Damm. So nachzulesen in einer Stellungnahme der Ingenieurgesellschaft Hoffmann/Leichter aus Berlin vom November 2013.

Philipp hat die Belastung der Amalienstraße schon 2009 gutachterlich untersuchen lassen – damals im Zusammenhang mit seiner Klage gegen das Parkhaus Amalienstraße/Am Festungsgraben. Dabei hatte sich herausgestellt, dass die Amalienstraße mit einer täglichen Belastung von 22 000 bis 23 000 Fahrzeugen „zu den lufthygienischen Belastungsschwerpunkten in der Innenstadt gehört“, wie die Gutachter von „Geonet Umweltconsulting“ feststellten. Eine Erhöhung der Verkehrsbelastung sei „aus lufthygienischer Sicht nicht empfehlenswert“.

Gleichzeitig stellte das Beratungsunternehmen „itap“ fest, dass die Lärmbelastung an der Amalienstraße „die Lärmsanierungsgrenzwerte sowohl für allgemeine Wohngebiete als auch für Misch- und Kerngebiete tags und nachts überschritten werden“. Fazit: „Eine Erhöhung des Verkehrsaufkommens auf der Amalienstraße würde den Konflikt bezüglich Verkehrslärmimmission weiter verschärfen.“

Damals ging es um den Verkehr, den ein Parkhausbau anziehen würde, heute darum, dass der durch Radler gebremste Autoverkehr vom Damm auf die Amalienstraße umschwenken würde.

Für Philipp ist diese offensichtlich in Kauf genommene Verlagerung ein Widerspruch zu den Zielen der Stadt, die im Lärmaktionsplan und im Luftreinhalteplan festgeschrieben sind. Wie in den ursprünglichen Plänen der Stadt im Strategieplan Mobilität und Verkehr plädiert der Gutachter für flankierende Maßnahmen auf der Amalienstraße, wenn der Verkehr auf dem Damm ausgebremst wird. Sprich: Tempo 30.

Eine politische Mehrheit strich das aus den Plänen – auch, weil die Kaufmannschaft protestierte (und das ganz aktuell wiederholte). Philipp hält die Einschätzung, dass Tempo 30 auswärtige Kundschaft vom Besuch in Oldenburg abhalte, anders als die Werte der Gutachten für „unbewiesene Tatsachenbehauptungen“. Philipp: „Ich erwarte, dass Politik und die OB-Kandidaten das Notwendige gegen die Gesundheitsgefährdung der Anwohner von Hauptverkehrsstraßen durch Lärm und Autoabgase unternehmen.“ Alles andere wäre eine „Schande für die ,Übermorgenstadt’“.

Thorsten Kuchta
stv. Redaktionsleitung
Redaktion Oldenburg
Tel:
0441 9988 2102

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