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NWZonline.de Region Stadt Oldenburg Wirtschaft

„airbnb“ In Oldenburg: Ein zweites Zuhause für eine Nacht

24.03.2016

Oldenburg Schon mal Urlaub in Kreyenbrück gemacht? Auf Balkonien am Schlossgarten?

Rund 300 Oldenburger Unterkünfte gibt es bei „Airbnb“ – einer weltumspannenden Internetplattform, auf der Hauseigentümer und Mieter private Zimmer für eine oder mehrere Übernachtungen anbieten, manchmal sogar komplette Wohnungen. Los geht es da schon ab 19 Euro pro Nacht und Zimmer, 890 Euro sind das Maximum, dafür gibt es dann aber gleich ein komplettes Tagungshaus. Die Preise resultieren nicht etwa aus einer offiziellen Sternekategorie, sondern sind vom jeweiligen Anbieter frei aufgerufen.

Da wäre zum Beispiel Paul. Paul ist Mitte 30, führt eine Wohngemeinschaft mit Arne, hat gleich zehn verschiedene Spielekonsolen, einen Boxsack auf seiner Terrasse und ein jugendliches Hochbett im Gästezimmer. Pauls Unterkunft zwischen Uni und City – „ohne Schickimicki, dafür mit viel Schnickschnack“, wie er in seinem Angebot schreibt – hat fünf Sterne. Die wiederum haben ihm mehr als 80 Teilzeit-Mitbewohner verpasst, die allesamt bis heute via Airbnb bei ihm ein Stück Oldenburg gebucht hatten. Für 19 Euro die Nacht. Paul findet das nicht zu wenig – „genau das Richtige, wenn man keine Lust hat, sich in einem anonymen Hotelzimmer zu langweilen“, findet er.

Sabine im Westeresch hat im zu vermietenden Privatzimmer die Bücherregale mit hunderten unterschiedlichen Wasserflaschen ausgestattet (25 Euro). Mit Schwimmbad und Sauna lockt Elisabeth im Dobbenviertel (73 Euro für die komplette Wohnung). „Vogelgezwitscher“, das „Rauschen des Windes“ und „Bücher ohne Ende“ sind Mias schöne Welt, mit der sie an der Herbartstraße wirbt. „Mein Tag wird zu deinem Tag. Meine Wohnung zu deiner“, weist sie mit reichlich Poesie für ihr Angebot (45 Euro pro Übernachtung) aus.

Es sind diese Details, wohlfühlige Worte, liebevolle Kleinigkeiten, schlicht das Besondere im Einfachen, mit denen die Oldenburger in der Fremde punkten wollen. Und es auch schaffen. Wichtig ist – neben dem Preis –, dass die Unterkünfte Persönlichkeit zeigen. Dinge, die sie von Hotelzimmern von der Stange unterscheiden. Von den Regenwaldduschen, unpersönlichen Ledergarnituren, Riesenfernsehern und Schuhputzmaschinen auf dem Flur. Aber genau das suchen die Airbnb-Nutzer ja auch nicht.

Es ist sicherlich eine andere Klientel, die solche Angebote bucht, meint auch Bernard Sieger. Er ist Vorsitzender des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbandes im Bezirk Weser-Ems, sieht damit die private Konkurrenz eher skeptisch. „Gesetzliche Auflagen wie den Brandschutz, die wir als Hoteliers einhalten müssen, gelten dort nicht“, sagt er, „bei uns wird auf jede Kleinigkeit geachtet, da steht ein riesiger Kostenapparat dahinter.“ Trotzdem verzeichnet die Stadt Oldenburg in den offiziellen Unterkünften alljährlich neue Übernachtungsrekorde. Eine Koexistenz ist also wohl möglich. Und angesichts der Nachfrage auch nötig.

Friederike de Bruin bietet für 26 Euro die Nacht Kurzreisenden am Schiebenkamp für eine kurze oder längere Weile „home away from home“ („Zweites Zuhause“) an und hat schon einige Gäste kommen, gehen und auch wiederkommen sehen. Einer von ihnen ist gleich geblieben und nun ihr neuer Lebenspartner. Verliebt haben mag er sich nicht nur in die sanftmütige 34-Jährige, sondern auch in die Persönlichkeit ihrer Unterkunft. Ein kleines unspektakuläres Zimmer nur, dessen besonderer Luxus hier nicht im ausgeklappten Schlafsofa hängt, nicht im alten Mobiliar, sondern vor allem in der Luft. Zwischen Mandelmilch-Kaffee, einer Palettenschaukel im Garten, runden Lehmwänden, bodentiefen Fenstern und zwei Kindern lebt es sich hier vor allem so: anders.

„Wir leben in einer Gesellschaft, in der vieles nur so vorbeirauscht“, sagt die Geburtsbegleiterin, „dabei braucht es nur wenig, um Menschen tief zu berühren.“ Sie hat sich für Wohngemeinschaften auf Zeit entschieden, für neue Kontakte und Horizonte. Und die im Netz frei einsehbaren Bewertungen ihrer Gäste geben ihr recht.

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Gleiches hat auch Amon Thein festgestellt. Der 31-Jährige lädt in Bürgeresch zu Lagerfeuer und Gesprächen (29 Euro). Nicht aus finanziellen, sondern vor allem aus zwischenmenschlichen Gründen. Aufs Geld seien bei „Airbnb“ die wenigsten aus, dafür sei die Vermietung auch nicht planbar. „Es bereichert eher“, sagt er. Mehr als ein Drittel all seiner Übernachtungsgäste käme aus dem Ausland – erst kürzlich nutzten zwei Australier, die mit dem Rad auf Durchreise gen Schweden waren, das Zimmer in seiner Villa Gotenbunt. „Auch das hat meinen Blick auf Oldenburg etwas verändert“, sagt er, „dass so viele Menschen nach Oldenburg kommen, habe ich vorher nicht erwartet“.


Infos unter   www.airbnb.de 
Marc Geschonke Redakteur / Redaktion Oldenburg
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