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NWZonline.de Region Stadt Oldenburg Wirtschaft

Eine Woche voller Brückentage

19.07.2017

Oldenburg Als die 68er den Spruch „Trau keinem über 30“ prägten, dachten sie garantiert nicht an Autobahnbrücken. Schon gar nicht an die Huntebrücke, aber die wurde auch erst zehn Jahre später eröffnet. Für die 440 Meter lange Flussquerung im Verlauf der A 29 gilt die 68er Weisheit inzwischen aber besonders. Das fast 40 Jahre alte Bauwerk muss alle zwei Jahre eine Hauptprüfung durchlaufen. Die Intervalle wurden von den üblichen sechs Jahren verkürzt, weil die letzte Prüfung Mängel ergab, die sich verkürzend auf die Lebensdauer der Brücke auswirken.

Jetzt wird wieder geprüft. Acht Tage lang suchen die Autobahnmeisterei und das Hamburger Ingenieurbüro WTM Engineering nach Schäden. „Es ist zugleich eine Vorerhebung für erforderliche Maßnahmen bei einem Neubau“, erklärt Meistereileiter Alfred Giesmann.

Dass zumindest die Trasse wegkommt, steht so gut wie fest. „Die für den Bau verwendeten Spannstähle zeigen Mängel“, erklärt WTM-Ingenieur Thomas Bussler. „Dadurch besteht die erhöhte Gefahr einer Spannungsrisskorrosion.“ Um zu starke Belastungen zu vermeiden und die Brücke so lang wie möglich intakt zu halten, besteht seither für Lkw ein Überholverbot und ein vorgeschriebener Mindestabstand von 50 Metern. „Letzteres lässt sich aber im Berufsverkehr kaum einhalten“, weiß Giesmann. Die Autobahnmeisterei repariert außerdem schadhafte Entwässerungsrohre und abgerissene Schellen am Wartungsgang der Trasse.

Für die Brückenpfeiler sieht es besser aus. Deshalb sollen sie bei einem Brückenneubau erhalten bleiben. Dafür entwickelt WTM Engineering ein entsprechendes Konzept auf Grundlage der Prüfungsergebnisse. „Es sieht grundsätzlich gut für den Erhalt der Pfeiler aus“, deutet Bussler an. „Die Schäden, die wir entdeckt haben, sind für eine Nutzung über mehr als 30 Jahre nicht ungewöhnlich und lassen sich beheben.“

Weil die Brückenpfeiler hohl sind, müssen sie auch von innen begutachtet werden. Bussler und seine Kollegin Katrin Ziolkowski tun das in den Pfeilern, die innen mit Leitersprossen ausgestattet sind. An den Pfeilern, die nicht begehbar sind, übernehmen zwei Industriekletterer die Aufgabe, die sich entlang der riesigen Betonpfosten mit Seil und Schutzaus­rüstung auf- und abbewegen. Außerdem ist noch ein Biologe der Arbeitsgruppe für regionale Struktur- und Umweltforschung (ARSU) mit dabei. Er sucht das Bauwerk nach Tieren ab. Bislang sind ihm nur tote Fledermäuse bei den Pfeilern aufgefallen.

Aber die Huntebrücke hat auch lebende Untermieter. Kolonnenführer Bernd Schröder zeigt von der Arbeitsbühne aus in Richtung Ahlhorn. „Zwischen dem zweiten und dritten Pfeiler wohnt ein Falkenpaar“, erklärt er. „Jetzt sind sie allein, weil die Jungen flügge geworden sind. Aber im letzten Jahr waren die hier auch noch unterwegs.“ In entgegengesetzter Richtung, dort wo auf der Oberseite der Trasse Lkw nach Wilhelmshaven rollen, befindet sich auch noch ein Taubennest. Bis zum tatsächlichen Neubau können sie der „Brücke über 30“ zumindest noch trauen.

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