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NWZonline.de Region Stadt Oldenburg Wirtschaft

Eisenwarenladen mit Kultstatus

03.05.2014

Oldenburg So etwas kannte man in Oldenburg bisher noch nicht: Einen zu jeder Tages- und Nachtzeit zugänglichen Automaten mit Zollstock, Ballistol, Spax-Schrauben, Dübeln und, je nach Saison, auch Gartenschere und Grillanzünder: das Wichtigste für den dringenden Fall. Willers Gute-Laune-Kiste an der Lindenstraße mit ihren 16 Fächern stimmt schon beim Vorbeiradeln heiter, auch wenn man gerade gar nichts braucht.

Auf diese Verbindung von Professionalität und Heiterkeit trifft man um die Ecke in dem beliebten Eisenwarenladen an der Nadorster Straße noch öfter. Denn hier, zwischen Kerbschnitzbeitel, Doppelsimshobel, Bolzenschneider und Druckluftnagler, Leisehäcksler und Rasentrimmer, Metabo und Makita leben zehn absolute Handwerksfans ihre Leidenschaft im Dienst am Kunden aus.

Und zwar „auf eine Weise, die ihnen unter Handwerkern fast Kultstatus verleiht, wie ein Fußballclub. Wenn man auf sich hält, will man zu Willers gehören“, sagt der Oldenburger Metallbauer und Künstler Jörg Ridderbusch, der hier „seit 30 Jahren Fan ist“. Der Grund: „Diese besondere Mischung: auf den ersten Blick sieht es aus wie ein Bauchladen, hat in den hinteren Gängen aber eine Tiefe von über 40 000 Produkten und eine unheimlich hohe Qualität, ausgesucht gute Sachen und dazu eine Atmosphäre, die persönlich ist, kein bisschen anonym.“

Auch Ralf Alves ist Willers-Kunde. Der Oldenburger ist Objektleiter beim OTB. Alves sagt: „Ich will das, was ich kaufe, gleich in die Hand nehmen können, außerdem werde ich hier vernünftig beraten. Die wissen: Du kommst immer wieder und wollen dir was Gutes verkaufen. Außerdem: Man kommt auch mal so in’n Klönschnack, das gefällt mir. Ich sage: Gib’ dein Geld da aus, wo du wohnst.“

Der Eisenwarenhandel Willers ist eine Institution an der Nadorster Straße. Gegründet worden ist er 1877, vor über 130 Jahren. Seit 30 Jahren gehört das Geschäft Lutz Fischer und Jürgen König, die beide bei ihrem Vorgänger gelernt haben.

Inzwischen platzt es aus allen Nähten. „Der wichtigste Grund, dass wir den Laden in dieser Form immer noch haben ist seine sehr zentrale Lage“, sagt Jürgen König, der sich nebenbei auch für die gute Entwicklung der Nadorster Straße einsetzt. 50 Prozent der Kunden sind Handwerker, 50 Prozent Privatkunden, 70 bis 80 Prozent sind Männer. „Der Schwerpunkt liegt klar auf dem Werkzeug, elektrisch und klassisch, aber auch auf Befestigungstechnik und Sicherheitstechnik“, sagt König. „Diese drei Felder bearbeiten wir. Dafür sind wir von 7.30 bis 18 Uhr durchgehend hier, samstags bis 15 Uhr. Wir müssen uns öffnen, sonst sitzen viele nur noch bei Amazon.“

Aber auch im Internet ist Willers angekommen: mit eigener Webseite, und selbst bei Amazon, Ebay, Facebook, Twitter ist der Oldenburger Eisenwarenhändler vertreten. „Viele kaufen bei uns auch übers Netz“, sagt König. „Das Netz verändert die Landschaft, aber man darf nicht schimpfen, sondern muss sich selbst ein bisschen drehen.“ Außerdem fahren zwei eigene Außendienstmitarbeiter von Handwerker zu Handwerker. Auch an öffentlichen Ausschreibungen beteiligt sich das Geschäft. König: „Wir machen alles, was wir können.“

Aber immer noch läuft das meiste über die Ladentheke. 15 Parkplätze gibt es dafür hinterm Haus. Viele Kunden kommen mit dem Rad, auch für eine einzelne Schraube. Oder 100 davon, die man sich auch mal hinten raussuchen und dann auf die Theke legen kann. Jörg Ridderbusch sagt: „Die haben geeichte Augen, ein Blick, und sie sehen: ,Das sind doch noch gar keine 100, sondern nur 99.’“

Karsten Röhr
Redakteur
Redaktion Oldenburg
Tel:
0441 9988 2110

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