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NWZonline.de Region Stadt Oldenburg Wirtschaft

Entwürfe für neue Bausünden

13.01.2021
Betrifft: „Grundstück mit großer Vergangenheit“ und Zwischenruf „Fehlersuche“ von Thomas Husmann (NWZ vom 5. Januar), „Neubau-Pläne lösen Debatte aus“ (NWZ vom 8. Januar), „Politik fordert intelligentes Wohnkonzept“ (vom 9. Januar) sowie vorangegangene Berichte über die Pläne zur Bebauung des ehemaligen Finanzamts-Grundstücks

1. Wie ist es möglich, dass der Entwurf für die Bebauung des Finanzamtsgeländes ein derartiger Allerweltsplan geworden ist, der überall woanders genau so entstehen könnte, nur wahrscheinlich mit einer anderen bemalten Begrünung.

2. Wie ist es möglich, dass noch nicht einmal über die Integration von „traditionellen Mietwohnungen“ nachgedacht wurde, zumal diese doch so nötig gebraucht würden.

3. Wie ist es möglich, dass ein Haus, Baujahr 1837 im klassizistischen Stil, der ja in besonderer Weise das Oldenburger Stadtbild prägt, nicht unter Denkmalschutz stand und stehen wird? So viele Beispiele des Klassizismus haben wir nicht mehr, dass wir einfach abreißen können.

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„Denkt an Eure Denkmale“, hat Gottfried Kiesow, der Gründer der Deutschen Stiftung Denkmalschutz (1985) immer gesagt, und weiter: „Damit Vergangenheit eine Zukunft hat!“

Dörte Lossin, Ehrenamtli- che bei der Deutschen Stif- tung Denkmalschutz per E-Mail

Die jüngsten Informationen lassen die Hoffnung aufkommen, dass auf dem ehemaligen Finanzamtsgrundstück die aktuell geplante Bebauung nicht zugelassen wird. Mit allem Respekt vor Eigentum muss unsere demokratische Gesellschaft dafür sorgen, dass auf bestimmten städtebaulich exponierten Positionen mit Allgemeingut-Bedeutung eine Bebauung entsteht, die in Gestaltung, Nutzung und Langlebigkeit die Ansprüche an ein Jahrhundertwerk soweit wie nur irgend erfüllt. Mit dem Ziel, den aktuellen wie künftigen Nutzungserwartungen gerecht zu werden. An dieser Ecke ist eines der Tore zur Innenstadt! Hier ist städtebauliche Verantwortung in hohem Maße gefragt. Es wäre ein großer Gewinn für alle, wenn die Oldenburger eines Tages stolz sein würden auf das neue Haus und es ein Programmpunkt jeder Stadtführung würde.

Kurt Müller-Meinhard Oldenburg

Danke, Herr Husmann, dass Sie die dramatischen Veränderungen der Oldenburger Stadtarchitektur während der letzten 60 Jahre akribisch recherchieren. Und Sie benennen, was fehlt: wunderbare parkähnliche Gärten, Grün, Schönheit!

Übrigens gab es für Bahnstreckenführungen im Innenstadtbereich auch damals Alternativen: Unter die Erde mit Deckel, wie in Köln oder Düsseldorf.

Oldenburg ging und geht einen Weg wie Kassel, Kiel oder Hannover in sozialdemokratische Hässlichkeit.

Hubert Paluch Oldenburg

Ich bin Herrn Husmann dankbar für mehrere Artikel über die Geschichte verschiedener Gebäude in Oldenburg. Vieles ist sicherlich nicht nur mir unbekannt. So hatte ich zum Beispiel lediglich von einem Ausflugslokal am Pferdemarkt gehört, aber nie konkret gewusst, wie es wohl ausgesehen haben mag.

Es ist nicht angebracht, diese Artikel als „nostalgisch“ zu bezeichnen, wie kürzlich in einem Leserbrief geschehen. Es ist vielmehr so, dass speziell in Oldenburg alte Bausub­stanz wenig bis gar nicht von Investoren und auch der Politik geschätzt wird. Viel lieber baut man gesichts- und geschichtslos wie am Alten Stadthafen, dessen Name ironisch klingen muss.

Das alte Finanzamt war eine typische Bausünde der 60er und 70er Jahre, von denen es immer noch genug gibt. Die Entwürfe für neue Bausünden, so wie auch in diesem Fall an der 91er-Straße, werden dann gerne mit angedeuteten Bäumen begrünt, was schon früher als „Architektentrost“ bezeichnet wurde. Ich frage mich immer wieder, was sich wohl Investoren und Architekten bei diesen Entwürfen denken.

Ortsfremde Besucher glauben mir kaum, dass Oldenburg nur wenig durch Bombardierungen im Krieg betroffen war. So stark ist die Zerstörung der alten Bausubstanz in der Innenstadt seit den 60er Jahren!

Natürlich ändert sich eine Stadt, aber wie man gerade im Fall der Heiligengeiststraße sieht, wird „Altes“ nur als störend gesehen. Bei dem Bauprojekt am Schützenweg wird der Altbau des Haupthauses in der Diskussion noch nicht einmal erwähnt. Das ehemalige Zeughaus an der Auguststraße ist ein Beispiel dafür, dass sich auch der Denkmalschutz als zahnloser Tiger beweist.

Wer aber sollte zum Erhalt alter Bausubstanz beitragen, wenn nicht die Investoren, die am ehesten das Geld dazu hätten. Zu ihnen zählt natürlich auch die EWE, die den Ringlokschuppen am Bahnhof verfallen lässt. Dabei könnte man in Bad Nieuweschans studieren, welches Kleinod sich daraus entwickeln lässt. Aber das bringt wohl nicht den gewünschten Profit.

Detlef Laue Oldenburg

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