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NWZonline.de Region Stadt Oldenburg Wirtschaft

Darum will die EWE dieses Bild verkaufen

13.04.2016

Oldenburg Kunst ist Geschmackssache. Und die Bilder des Malers Karl Hofer gefallen EWE-Vorstandsvorsitzendem Matthias Brückmann gleich aus mehreren Gründen nicht, um sie weiter in der Vorstandsetage des Unternehmens zu dulden: Der Künstler habe nichts mit der Region zu tun. Vor allem aber passe es auch nicht zu seiner Vorstellung einer offenen, modernen Unternehmensführung, die Bilder in einer abgeschotteten Vorstandsetage aufzuhängen, wo sie keiner sehen könne. „Die Zeiten sind vorbei, wo jemand aus persönlicher Eitelkeit Kunst anhäuft“, erklärt Brückmann über 35 Bilder von Karl Hofer, die von seinem Vorgänger vor etwa zehn Jahren gekauft wurden.

Bilder kommen in Auktion

Karl Hofer (1878 Karlsruhe - 1955 Berlin) kam erst spät zu Anerkennung: Unter den Nationalsozialisten bekam er – wie etwa Oskar Schlemmer oder Max Beckmann – Malverbot. Nach dem Krieg wiederum erhielt er zwar den Auftrag, die Berliner Akademie für bildende Künste neu aufzubauen. Gleichermaßen sah er sich immer wieder der Kritik der abstrakten Künstler ausgesetzt.

Klassische Moderne ist das Fach, dem er zugeordnet wird. Die Kunsthalle Emden etwa brachte 2012 eine Retrospektive des Künstlers.

Gemeinsam mit Dr. Stephanie Abke, Geschäftsstellenleiterin der EWE-Stiftung, hat er über Lösungen nachgedacht. „Wir haben die Bilder allen in Frage kommenden Museen zwischen Emden und Worpswede als Dauerleihgabe angeboten“, erklärt Stephanie Abke. Kein Haus habe Interesse für das Hofer-Konvolut bekundet.

Und so sei man zu der Überzeugung gelangt, die Bilder zu verkaufen, zumal die EWE die Gemälde nicht mehr brauche. Man lebe in einer schwierigen Marktsituation, in der die Versorger-Branche sich völlig neu aufstellen müsse. So hatte der Energiedienstleister Anfang April bekanntgegeben, zehn Prozent an dem Heidelberger Software-Unternehmen Sovanta erworben zu haben, um sich für die Herausforderung der Digitalisierung zu wappnen. Bereits im vergangenen November war von mehr als 500 Stelleneinsparungen die Rede. „Aber bevor wir uns von Mitarbeitern trennen, verkaufen wir die Kunst am Markt“, erklärt Matthias Brückmann die Strategie für den Verkauf.

Stephanie Abke hält die Zeit für günstig, da viele Menschen auf Grund der schwierigen Finanzmarktsituation in Sachwerte flüchteten. Erste Anlaufstelle für die wertvollen Gemälde sind das Berliner Auktionshaus Grisebach an der Fasanenstraße in Charlottenburg und Ketterer in München. Beide zählen in Deutschland zu den ersten Adressen mit ihren nach Sparten aufgeteilten mehrtägigen Kunstauktionen, etwa im kommenden Juni.

„Wir wollen natürlich keine Verluste machen“, erklärt Matthias Brückmann. Er ist zuversichtlich, dass die damaligen Anschaffungskosten von 1,2 bis 1,5 Millionen Euro wieder eingespielt werden können. Der frühere EWE-Vorstandsvorsitzende Dr. Werner Brinker hatte die 35 Bilder von dem Kunsthändler Dr. Gerd Köhrmann erworben, der 1987 vom Amtsgericht Berlin Schöneberg zum Testamentsvollstrecker von Hofers Witwe Liesbeth Hofer eingesetzt worden war.

Ölgemälde von Hofer erzielten in den jüngsten Auktionen ganz unterschiedliche Ergebnisse: Bei Ketterer etwa kam ein „Früchtestilleben“ (1933) von Hofer am 15. Mai 2013 für 31700 Euro unter den Hammer; ein „Mädchen mit Laute“ brachte am 5. Dezember 2015 immerhin ein Ergebnis von 237 500 Euro.

Auch die EWE-Stiftung stellt sich neu auf.

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Sabine Schicke stv. Redaktionsleitung / Redaktion Oldenburg
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