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NWZonline.de Region Stadt Oldenburg Wirtschaft

Jubiläum: Familientradition in vierter Generation

07.07.2012

BLOHERFELDE Um die Familientradition müssen sich Doris und Manfred Lorenzen keine Sorgen machen. Ihre zehnjährige Enkeltochter Julia hat sich bereits dazu entschieden, später das Hotel & Restaurant „Zum Lindenhof“ (Bloherfelder Straße 210) zu übernehmen. „Aus diesem Grund hat sie sich gegen Latein in der Schule entschieden und lernt Französisch“, erzählt Doris Lorenzen mit ein wenig Stolz.

Sie entstammt der Familie Brüggemann, die das Traditionslokal begründete. Das war vor 100 Jahren, und dieses Jubiläum soll am Montag, 9. Juli, mit einem Empfang ab 11 Uhr gefeiert werden. „Wer sich mit uns verbunden fühlt, ist willkommen“, sagt Manfred Lorenzen. Dann gibt es auch noch einen weiteren Grund zum Anstoßen: Die Wirtsleute haben das Geschäft vor 40 Jahren übernommen. Längst sind auch Sohn Mark Lorenzen (39) und Tochter Kerstin Kreutzmann (42) ins Unternehmen eingestiegen. Somit ist das Haus nun in der vierten Generation familiengeführt.

Eigens zum Jubiläum hat der Oldenburger Chronist Matthias Schachtschneider die Historie des Lokals und damit ein Stück Stadtteilgeschichte aufgeschrieben. Denn in der Gaststätte wurde nicht nur gefeiert, hier wurden auch politische Entscheidungen getroffen, hier gründeten und versammelten sich Vereine (u.a. Bürgerverein, Schützenverein, TuS Bloherfelde), hier wurde Theater gespielt, hier gab es in den 50er Jahren Film-Vorführungen der Wanderlichtbühne Fleischhauer.

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Das Lokal wurde aber auch zweckentfremdet: Von 1943 bis 1945 brachten die Behörden des NS-Staates hier Zwangsarbeiter der Elektro-Werkstätten Joseph Wipperfeld (Kaiserstraße) unter; von 1968 bis 1973 betrieb die Firma Frerichs & Husmann im Tanzsaal einen Lebensmittel-Discountmarkt.

Durch schwierige Zeiten

Die Gastwirtstradition der Familie Brüggemann im Lindenhof begründete Heinrich Diedrich August Brüggemann, ein Landmann aus dem benachbarten Petersfehn. Er erhielt am 9. Juli 1912 die Konzession zur unbeschränkten Schenkwirtschaft. Lange geführt hat Brüggemann das Lokal nicht. Er starb 1915 im Ersten Weltkrieg 38-jährig den Soldatentod. Seine Witwe, Meta Brüggemann (geb. Schmidt) aus Bloherfelde übernahm das Geschäft und leitete es mit viel Durchsetzungsvermögen durch die schwierigen Zeiten des Ersten Weltkrieges, der Weimarer Republik und des nationalsozialistischen Regimes.

Anfang 1946 zog sie sich aus dem aktiven Geschäft zurück. Sie starb 1957 im Alter von 80 Jahren. Neben der Arbeit im Lokal zog Meta Brüggemann sechs Kinder groß. Ihren Sohn Heinrich, von Beruf Bankangestellter, setzte sie als Universalerben ein und übertrug ihm das Geschäft. Mit seiner Frau Ella (geb. Ohlhoff) führte Heinrich Brüggemann jun. den Lindenhof 26 Jahre bis Ende März 1972.

Noch ein Quereinsteiger

Tochter Doris und ihr Mann Manfred Lorenzen waren nun an der Reihe. Wie schon seine Vorgänger war auch Manfred Lorenzen ein „Quereinsteiger“. Er hatte Fliesenleger gelernt. Zusammen mit seiner Frau meisterte er das neue Metier mit Herz und Geschick. Und sie investierten in die Zukunft. 1980 ließen sie den großen Saal (für 220 Gäste) erneuern. 1993 wurde die unterirdische Doppelkegelbahn gebaut, 1994 das Dreisternehotel mit 52 Betten in 26 Zimmern. Nicht nur in Bloherfelde engagieren sich die Brüggemanns. Seit 91 Jahren sind sie auch mit ihrem Ausschankzelt auf dem Kramermarkt vertreten.

Die Arbeit macht den Brüggemanns, sie ist 64, er 66 Jahre alt, immer noch viel Spaß. Das familiäre Betriebsklima schätzen auch ihre Angestellten. Und dass sich daran nichts ändert, daran arbeitet bereits die nächste Generation.

Susanne Gloger Redakteurin / Redaktion Oldenburg
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