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NWZonline.de Region Stadt Oldenburg Wirtschaft

Flussbett der alten Haaren aufgetaucht

25.08.2016

Dobbenviertel Überraschender Fund bei der Kanalsanierung in der Lindenallee: Beim Baggern sind die Bauarbeiter auf den ursprünglichen Lauf der Haaren gestoßen. Sie floss bis ca. 1875 offen vom Stadtwesten kommende durch die Wiesen, die ab Mitte des 19. Jahrhunderts bebaut wurden.

Zuschütten verschoben

„Zuschütten konnte man den Fluss so einfach nicht“, weiß Reinhard Hövel vom Oldenburgisch Ostfriesischen Wasserverband, der die Sanierung der Kanalisation in der Lindenallee veranlasst hat. Die Grundwasserströme in dem Gebiet waren über die Jahrhunderte hinweg auf das alte Flussbett ausgerichtet. Deshalb sei der Fluss überbaut worden, um die Läufe des Wassers zu erhalten.

Bis 1815 verlief die Haaren durch das heutige Dobbenviertel in Richtung Innenstadt, wo sie hinter dem Staatstheater in den Stadtgraben und die Hausbäke floss. Die bahnte sich über Kasinoplatz, Schlossplatz, „zwischen den Amtshäusern“, die heutigen Schlosshöfe und Galeria-Kaufhof-Gebäude, über Mühlenstraße, Philip-Reis-Gang und Stau den Weg zur Hunte. Im Philip-Reis-Gang sind noch Reste des verrohrten Laufes erhalten (die NWZ  berichtete).

In den Jahren 1816 bis 1819 erhielt die Haaren westlich der Innenstadt ein zusätzliches, neues Flussbett im Zuge des Ausbaus des Ammerländer Postwegs (heutige Ofener Straße). Das Wasser der Haaren wurde geteilt, das alte Bett blieb noch erhalten. Seit der Überbauung der alten Haaren im Jahr 1875 verläuft der Fluss ausschließlich parallel zur Ofener Straße und nördlich um die Innenstadt herum zum Stau. Durch die Innenstadt (Kasinoplatz bis Philip-Reis-Gang) floss nur noch die Hausbäke.

Um 1900 herum wurden Teilbereiche dieses Hausbäkenabschnittes, insbesondere im Verlauf Philip-Reis-Gang, verrohrt. Ein Teil dieser Verrohrung im Philip-Reis-Gang ist noch heute als letztes Relikt dieses Gewässerabschnittes vorhanden und dient als Regenwasserkanal.

Hausbäke umgeleitet

Im Zuge der Bauten LzO, Bremer Landesbank und Horten (heute Galeria-Kaufhof) wurde die Hausbäke in den Jahren 1960/61 zugeschüttet und in Richtung Norden über den Stadtgraben in die Haaren umgeleitet. Mit dem Bau eines Verlaats an der Ecke Gartenstraße/Theaterwall wurde die Hausbäkenniederung zudem gegen den Tideeinfluss gesperrt. Bis dahin setzten Sturmfluten regelmäßig die an der Hausbäkeniederung gelegenen Grundstücke unter Wasser. Das galt beispielsweise auch für den Marschweg.

Ab 1963 begann die Stadt Oldenburg zudem, breitere Verkehrsstraßen rund um die Innenstadt anzulegen. In diesem Zusammenhang wurde die Haaren im Bereich zwischen Heiligengeiststraße und Osterstraße sowie im weiteren Verlauf von Staugraben bzw. Staulinie beim Stautorkreisel überbaut.

Schöpfwerk gebaut

In den Jahren 1980 bis 1982 entstand beim Einlauf in die Hunte ein Siel- und Mündungsschöpfwerk. Ziel war es, die Innenstadt vor Hochwasser aus der Hunte zu schützen sowie bei hohen Wasserständen in der Hunte das Wasser der Haaren und Hausbäke in die Hunte zu pumpen. Seitdem ist die Innenstadt theoretisch frei vom Tideeinfluss.

Praktisch werden im Sommer bei normalen Tiden die Tore geöffnet, damit zum Erhalt des Fischbestandes sauerstoffreiches Wasser einströmen kann.

Von 1985 bis 1993 wurde die Haaren zwischen Heiligengeiststraße und Prinzessinweg ausgebaut und vertieft. Neue Brücken entstanden in der Heiligengeiststraße und am Friedensplatz. Von 2008 bis 2011 wurden auf dem jahrhundertalten Flussbett der Hausbäke das Schlosshöfe-Center und die neue LzO-Niederlassung errichtet.

Rohr nicht tief verlegt

Das Kanalisationsrohr in der Lindenallee lag übrigens nur einen Meter tief in der Erde über dem zugemauerten Lauf der alten Haaren. Im historischen Kanalisationsplan des Stadtbaumeisters Carl Franz Noack (1855-1945) ist eine „Kreuzung mit getunneltem Wasserzug“ eingezeichnet. Dieses Mal wird die Haaren beim Verlegen der neuen Kanalisation endgültig zugeschüttet.

Reinhard Hövel hofft, damit auch die Versackungen auf Grundstücken an der Cäcilienstraße in den Griff zu bekommen, durch die die alte Haaren floss.

Thomas Husmann
Redakteur
Redaktion Oldenburg
Tel:
0441 9988 2104

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