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NWZonline.de Region Stadt Oldenburg Wirtschaft

Forscher geben Gas mit Wasserstoff

23.04.2016

Oldenburg Fast lautlos rollt der Toyota Mirai vom Hof – der Oberbürgermeister auf Probefahrt. Aus dem Auspuff tropft es auf den ersten Metern ganz leicht. „Reines Wasser“, sagt Heinke Meinen vom EWE-Forschungszentrum Next Energy. Denn dieses Auto fährt mit Wasserstoff.

Der Toyota Mirai gilt als das weltweit erste in Großserie produzierte Brennstoffzellenauto. Es wandelt elektrische Energie aus Wasserstoff, die es durch eine Brennstoffzelle erzeugt, mit dem Elektroantrieb in Bewegung um.

Forschung und Industrie beschäftigt schon lange die Frage, was nach Benzin und Diesel kommt. Eingeladen hatte dazu am Donnerstag Next Energy mit seinen Physikern, Chemikern und Ingenieuren zu einem Aktionstag unter dem Motto „Mobilität mit Wasserstoff und Brennstoffzellen für Oldenburg“. Oldenburg gilt deutschlandweit als einer der führenden Standorte im Bereich Erneuerbare Energien. Eingeladen waren das Fachpublikum und regionale Fuhrparkbetreiber.

Vertreter von Herstellern wie Toyota und Hyundai (aus Deutschland kommt der Mercedes GLC 2017 mit Brennstoffzelle), von Tankstellenbetreibern und Politik erläuterten, warum Brennstoffzellen-Fahrzeuge durch ihre hohe Effizienz und die Einbindung Erneuerbarer Energien eine besonders nachhaltige Alternative sein können.

Impuls für Tankstelle

Mit dem Aktionstag wollte Next Energy einen Impuls geben, den Aufbau einer Wasserstoff-Infrastruktur mit den dazugehörigen Fahrzeugen in der Region voranzubringen. „Dazu brauchen wir auch eine erste Wasserstofftankstelle in Oldenburg“, sagte Institutsleiter Prof. Dr. Carsten Agert. Städte wie Berlin, München oder Hamburg seien bereits ausgestattet. Agert: „Ohne Tankstelle keine Autos, ohne Autos keine Tankstelle.“

Die Brennstoffzelle (als Hybrid) habe viele Vorteile. Bei Reichweite und vor allem Ladezeit sei sie reinen Batterie-Autos überlegen. Bei einer höheren Kilometerleistung (je nach Studie oberhalb von 250 bis 400 Kilometer) seien Brennstoffzellen-Fahrzeuge zudem kostengünstiger, sagte Klaus Bonhoff, Geschäftsführer der „Nationalen Organisation Wasserstoff und Brennzelle“ (NOW). Die E-Autos hätten es aber unter anderem leichter, „weil es bereits überall Steckdosen gibt“. Auch so sei der jüngste Erfolg von Tesla zu verstehen, für dessen kommendes Modell es 400 000 Vorbestellungen gibt.

Derzeit führen aber gerade mal 20 000 E-Autos in Deutschland, sagte Oberbür-germeister Jürgen Krogmann. Mit Blick auf eine „Mobilität für alle“ und deren Auswirkungen auf die Umwelt „muss sich da etwas ändern“. Doch Punkte wie Preis, Infrastruktur, Ladezeit und Reichweite seien aus Sicht vieler Kunden noch nicht befriedigend. Die Brennstoffzelle biete gerade für Reichweite und Ladegeschwindigkeit „einen interessanten Ansatz“. Krogmann: „Im Bereich E-Mobilität wollen wir auch bei Brennstoffzelle und Wasserstoff Gas geben.“ Der Tankstellenplan werde von ihm unterstützt. Derzeit betreibt die Stadt 20 Erdgas- und ein E-Fahrzeug (Flottenvertrag mit der EWE).

Zusammenschluss nötig

Auch Wirtschaftsminister Olaf Lies, Schirmherr des Aktionstags, macht sich für diese Technik stark: „Wir wollen mit der Brennstoffzelle auf die Straße. Wir brauchen sie als Alternative zur klassischen Batterie.“ Das Konzept der Mobilität mit Wasserstoff „wird aber nur funktionieren, wenn sich Interessengemeinschaften zusammenschließen und anfangen, für ihre Region dieses Modell der Mobilität umzusetzen“, sagte Dr. Alexander Dyck, Bereichsleiter Brennstoffzellen bei Next Energy. Um in der Region aktiv an diesem Prozess mitzuwirken, sei jetzt „der Aufbau einer Plattform aus Politik, Industrie und Wirtschaft nötig“.

Karsten Röhr
Redakteur
Redaktion Oldenburg
Tel:
0441 9988 2110

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