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NWZonline.de Region Stadt Oldenburg Wirtschaft

HANDWERK: Freigeschlagen nach altem Ritus

31.07.2009

OLDENBURG /GANDERKESEE Mit strenger Miene stellt der Meister Andreas Soltmann seine Auszubildende auf die Probe: „Mit Gunst und Erlaubnis! Was sind die Farben der Steinhauer?“ „Mit Gunst und Erlaubnis! Blau, Gold und Weiß.“ So beginnt das Wechselgespräch, mit dem sich die Steinbildhauer in früheren Zeiten auswiesen.

Ein Hauch von alten Zeiten wehte am Donnerstagnachmittag durch die alten Mauern der St. Gertruden-Kapelle. Denn dort wurde die Bildhauerin Anika Lintermann freigesprochen – nach traditionellem, gotischem Ritus, wie es ihn seit vielen Jahrzehnten nicht gab. Stilecht hatten sich die Bildhauer dazu in traditionelles Gewand gekleidet.

„Wir haben eine lange Geschichte und darauf können die alten Gewerke stolz sein“, sagt der Oldenburger Steinbildhauer Jan Wandscher. Aus der mündlichen und schriftlichen Überlieferung haben die Bildhauermeister Jan Wandscher und Andreas Soltmann die Zeremonie wieder zusammengesetzt.

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Die Steinmetze können auf eine besondere Geschichte zurückblicken. „Nach altem Gesetz waren die Steinhauer weder dem Adel noch der Kirche unterstellt. Sie hatten eine eigene Gerichtsbarkeit. Die Steinhauer konnten nur vor ein Gericht von Steinhauern gestellt werden“, erklärt Andreas Soltmann.

Eine enge Bindung zwischen Kirche und Steinmetzen gab und gibt es dennoch. „Ohne festen Glauben kann man diesen Beruf nicht ausüben“, sagt Soltmann. Im Umgang mit Trauernden muss man viel Trost spenden. Die christliche Zahlen- und Farbsymbolik spielt in der Arbeit des Bildhauers eine wichtige Rolle.

Die Freisprechung von Anika Lintermann war in mehrfacher Hinsicht bemerkenswert. Sie war im Kammerbezirk Oldenburg die einzige Auszubildende, die in diesem Jahr freigesprochen wurde und ist dazu eine Frau, was nicht alltäglich ist in diesem harten Beruf.

Nach ihrer Ausbildung zur Steinmetzin/Steinbildhauerin bei der Firma Dietrich in Ganderkesee, geht die 18-Jährige nun nach Italien. Zwei Jahre wird sie in Carrara eine Bildhauerschule besuchen. Dass sie das Zeug dazu hat, bewies sie mit ihrem Gesellenstück. In 112 Arbeitsstunden hat sie aus einem 1,4 Tonnen schweren Marmorblock eine Büste ihres Ausbilders Andreas Soltmann gehauen. Dieser zeigte sich vom Ergebnis begeistert: „An so einer Arbeit würden wohl selbst Meister verzweifeln.“

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