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NWZonline.de Region Stadt Oldenburg Wirtschaft

Fünf Stationen markieren Zeitreise

31.03.2017

Oldenburg Die Weichen sind gestellt: An diesem Sonntag wird die Ausstellung rund um das Thema „Höchste Eisenbahn – 150 Jahre Zugverkehr in Oldenburg“ um 11.15 Uhr im Stadtmuseum eröffnet. Mit dieser Ausstellung präsentiert das Stadtmuseum einen spezifischen Blick auf die Geschichte der Eisenbahn im Land Oldenburg. Verschiedene Sammlungen, zusammengetragen von Mitgliedern der Stiftung Bundesbahn-Sozialwerk und aus Privatbesitz, bilden den Rahmen. Hinzu kommt das Schrifttum der Eisenbahnverwaltung, die von 1868 bis in die 1990er Jahre am Pferdemarkt residierte und anschließend ihre umfangreiche Bibliothek dem Stadtmuseum geschenkt hat.

Entstanden ist ein einzigartiger Bestand von Dokumenten, Fotografien, Plänen und Objekten aus den Bereichen Verwaltung, Technik, Arbeit, Soziales, Politik und Wirtschaft. Originale Exponate „erzählen“ die Geschichte der Bahn im Land Oldenburg. Lokale und regionale Mikrogeschichten, interaktive Stationen und viel Technik ma-chen die Schau lebendig.

Der Weg von den ersten Visionen bis zur Errichtung der ersten Eisenbahnstrecke im Großherzogtum Oldenburg war lang und mühsam. Der Großherzog war noch keineswegs von der Idee einer Eisenbahn durch Oldenburg überzeugt. „Er merkte dann aber, trotz verspätetem Einstieg, dass in technischer und wirtschaftlicher Hinsicht die Bahn florierte“, sagte Dr. Lioba Meyer, Kuratorin im Stadtmuseum. Die vielen Bilder, Postkarten und Fotoalben zeigen, dass man die Bahn nutzte, um außerhalb von Oldenburg Kaffeetrinken zu gehen oder sich anderen Vergnügungen hinzugeben.

Die Ausstellung spannt den Bogen von der Gründung der Großherzoglichen Eisenbahn (G.O.E.) im Jahre 1867 bis hin zu aktuellen Entwicklungen. Fünf Stationen markieren diese Zeitreise. Gleich zu Beginn wird erläutert, warum Oldenburg mit so großer Verspätung ans Eisenbahnnetz ging. In der zweiten Station verdeutlicht ein interaktiver Medientisch die wirtschaftliche Entwicklung entlang der Strecke Bremen-Neuschanz, und unter dem Stichwort Mobilität geht es um beliebte Ausflugsziele rund um Oldenburg und um die Urlaubsinsel Wange-rooge. In der dritten Station nehmen die Besucher in einem alten Holzklasseabteil Platz. Durch ein Abteilfenster können sie historische Dampflokomotiven beobachten. Auch der Einsatz von Zwangsarbeitern bei der Reichsbahn während der NS-Zeit wird eindrucksvoll vermittelt. 500 Namen und Adressen von Zwangsarbeitern hängen auf einzelnen „Kofferanhängern“ an der Decke. Die vierte Station befasst sich mit dem Strukturwandel von 1945 bis 1990. „Besonders der Konkurrenzkampf zwischen Schiene und Straße wird hier deutlich“, so Meyer. Ganz aktuellen Themen widmet sich die letzte Station. Was geschieht am Oldenburger Bahnhof mit der Gleishalle und was passiert drum herum mit dem Ringlokschuppen? Zu guter Letzt ist ein Originalmodell des Transrapid zu sehen, und wer möchte, kann an einem Zugsimulator seinen Traum als Lokführer träumen.

Im Museumsdorf Cloppenburg wird am Sonntag um 15 Uhr eine Kooperationsausstellung eröffnet. Sie widmet sich mehr der Entwicklung des Bahnverkehrs im ländlichen Raum seit 1867.