• Jobs
  • Immo
  • Auto
  • Kleinanzeigen
  • Trauer
  • Hochzeit
  • Guide
  • Shop
  • Tickets
  • nordbuzz
  • Fußball
  • Werben
  • Kontakt
 
NWZonline.de Region Stadt Oldenburg Wirtschaft

Für kurze Zeit im Wagenbau groß

10.08.2007

OSTERNBURG Zu der abwechslungsreichen Geschichte des Stadtteils Osternburg gehört auch die der Wagenbauanstalt Oldenburg AG (WOAG). Nur wenige Oldenburger mögen sich an das Unternehmen erinnern, das sich auf dem Areal an der Stedinger Straße unmittelbar hinter dem Bahnübergang der Strecke Oldenburg-Bremen befand.

Wo heute die Firma MACO-Möbel ihre Lagergebäude hat und an jedem Sonnabend ein Flohmarkt veranstaltet wird, gab es einst das Gut Drielake und danach die Wagenbauanstalt. Dort wurden unter anderem auch Straßenbahnwagen für Osnabrück gebaut.

In dem Buch „Osternburg – Ein Ort mit vielen Gesichtern“ des Oldenburgers Matthias Schachtschneider heißt es dazu: „Nähere Einzelheiten vom Vorwerk Drielake erfährt man erst aus den Zeiten des Grafen Anton Günthers (1583-1667). In seiner Zeit gab es 35 gräfliche Vorwerke. Das Vorwerk Drielake umfasste zunächst die gesamte nutzbare Fläche an der Hunte: die Hunteniederungswiesen von der heutigen Straße Am Festungsgraben bis zum Heidenwall an der Grenze zur Klostermark im Norden (heute Verlauf des Hemmelsbäker Kanals), im Osten bis zum Drielaker Moor, und im Süden bis etwa zur Bremer Straße. Die Wohn- und Wirtschaftsgebäude des Vorwerks standen auf den späteren Gewerbeflächen der Firmen Haniel (heute MACO-Möbel).“

Im Jahre 1873 umfasste das Gut noch 53 Hektar. Nach und nach wurden die Flächen verkauft und in Industriegelände umgewandelt. So siedelten sich hier neben der Glashütte und der Warpspinnerei sowie der Brand-Werft die Wagenbauanstalt Oldenburg AG an. Sie wurde 1916 auf dem Grundstück des ehemaligen Gutes Drielake gegründet. Acht Mitarbeiter nahmen damals die Arbeit auf. Da man Lafetten, Wagen und Munitionskästen für den Krieg herstellte, stieg die Zahl der Beschäftigten schnell auf 170. Zwischen 1921 und 1926 wurden darüber hinaus 150 Motorräder der Marke Woag hergestellt.

Facharbeitermangel und eine zu schwache Kapitalbasis führten 1926 zur Aufgabe des Betriebs. Die letzten Oldenburger Triebwagen in Osnabrück zog man übrigens erst 1960 aus dem Verkehr – da wurde dort der Straßenbahnbetrieb eingestellt.

Dem Ende der Wagenbauanstalt folgte der Verkauf des Grundstücks, das dann 1936 in den Besitz der Firma Franz Haniel Lagerungs- und Speditions GmbH überging. Heute dient es dem Unternehmen MACO-Möbel als Lager.

Ihre Meinung über 

Hinweis: Unsere Kommentarfunktion nutzt das Plug-In „DISQUS“ vom Betreiber DISQUS Inc., 717 Market St., San Francisco, CA 94103, USA, die für die Verarbeitung der Kommentare verantwortlich sind. Wir greifen nur bei Nutzerbeschwerden über Verstöße der Netiquette in den Dialog ein, können aber keine personenbezogenen Informationen des Nutzers einsehen oder verarbeiten.