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NWZonline.de Region Stadt Oldenburg Wirtschaft

Für Rasier-Experten läuft’s glatt

11.06.2014

Oldenburg „Ich bin alter Donnerschweer und lege gesteigerten Wert auf unsere Oldenburger Kaufleute“, sagt Herbert Reckemeyer (67). Er schätzt „Läden wie Willers, Utz Kohl und Linnemann“, das Rasiererfachgeschäft am Julius-Mosen-Platz. „Wir brauchen die Infrastruktur vor Ort, auch mit diesem fachlichen Rat, mir ist das ein paar Euro Unterschied wert. Linnemann ist auf seinem Gebiet unvergleichlich.“

Etwa 90 Prozent der Linnemann-Kunden sind Männer, die Hälfte rasiert sich elektrisch, die andere Hälfte nass. „Gerade bei den Jüngeren ist die Nassrasur wieder voll im Trend, da geht es auch um Ästhetik, bei sehr angesagten Messern liegt die Lieferzeit bei 36 Monaten, für die Älteren muss es praktisch sein“, sagt Inhaber Axel Janßen (61).

„Unser Anspruch ist, bis zur kleinsten Schraube alles zu haben, auch zu improvisieren – selbst, wenn der Sohn den 30 Jahre alten Rasierer von Papa geerbt hat, den kriegen wir wieder flott: Platine, Akku, Antrieb, Motor, Gehäuse, alles“, sagt Mitarbeiter Günther Bonin (57). Schließlich trennten sich Männer „mitunter eher von ihren Frauen als von ihrem Rasierapparat, die sind da emotional sehr gebunden.“ Außerdem „rasiert ein 40 Jahre alter Rasierer, der gut in Schuss ist, tipptopp. Auch ein Rasiermesser, das gut gepflegt wird, hält zwei bis drei Generationen“, so Bonin.

Janßens Vater Hermann Linnemann (86) war bis vor drei Jahren noch fast täglich im Geschäft, hoch geschätzt für seine freundliche Art und seine riesige Erfahrung. 1957 wurde er Gebietsleiter für die Elras-Rasiererfachgeschäfte, 1977 startete er mit eigenem Geschäft in der Mottenstraße, 1988 stieg Sohn Axel ein.

Einiges hat sich seitdem verändert. „Gegen das Internet reicht heute der Verkauf allein nicht“, sagt Günther Bonin. „Der Service ist das, wo man noch punkten kann, mit unserem Wissen, mit Inspektionsgutscheinen beim Kauf, mit Leihgeräten, oder wenn man sagen kann: ,Kommen Sie morgen mal unrasiert, dann probieren wir das aus.’“

Dabei gehe es „nicht nur um den Service, sondern auch um das Gespräch, hier kann auch mal geklönt werden“, sagt Janßen. Viele Kunden kämen „bewusst in die Innenstadt, weil sie sich mit ihrer Stadt identifizieren, viel mehr als in anderen Städten, wo die Fußgängerzonen verwaisen“, sagt Janßen. „Das ist eine Oldenburger Mentalität.“

Karsten Röhr
Redakteur
Redaktion Oldenburg
Tel:
0441 9988 2110

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