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NWZonline.de Region Stadt Oldenburg Wirtschaft

Gesundheit ein großer Wirtschaftstrend

19.02.2013

Oldenburg Für den Zukunftsforscher Leo A. Nefiodow steht fest: Alles rund um das Thema Gesundheit ist der Wirtschaftstrend der kommenden Jahre. Der 73-jährige Wissenschaftler aus St. Augustin bei Bonn gilt als einer der Vordenker der Informationsgesellschaft und vertritt die Theorie der langen Konjunkturwellen. Seit 2004 ist er Mitglied der Arbeitsgruppe „Our Future Economy“ (Unsere künftige Ökonomie) des Club of Rome, einer nichtkommerziellen Organisation, die sich auf internationaler Ebene verschiedenen politischen Herausforderungen und Fragen widmet. Nach Oldenburg kam der tief gläubige Katholik auf Einladung des Pius-Hospitals.

Nefiodow studierte Nachrichtentechnik in Darmstadt, arbeitete anschließend im Bereich Informationatechnologie bei großen Firmen wie Siemens oder IBM, ehe er dann für die Fraunhofer Gesellschaft tätig war und sich als Forscher und Berater für das Bundeswissenschaftsministerium und Landesregierungen profilierte.

Nefiodow gilt als einer der prominentesten Vertreter der Theorie der sogenannten langen Wellen der Konjunktur. Diese Definition von 50 bis 60 Jahre dauernden Wirtschaftszyklen geht zurück auf den russischen Ökonomen Nicolai Kondratieff (1892-1938) und besagt, dass bestimmte Innovationen – wie etwa die Dampfmaschine, die Eisenbahn oder später das Automobil – das Auf und Ab wirtschaftlicher Entwicklungen zyklisch beeinflussen. Zunächst führten diese bahnbrechenden Techniken zu einem erheblichen Aufschwung, später dann wieder zu einem Abschwung, um Neuem Platz zu machen. Kondratieff bezahlte diese Theorie mit dem Leben, Stalin ließ ihn ob solchen kapitalistischen Gedankenguts umbringen.

Sechster Kondratieff

Doch die Theorie hat überlebt: Nefiodow glaubt fest an sie. In seinem Buch „Der sechste Kondratieff“ – dessen sechste Auflage er gerade überarbeitet – entwickelt er sie weiter. Und er ist nicht der erste. Bezug nehmen kann er dabei auf den weltbekannten österreichischen Nationalökonomen Joseph Schumpeter (1883-1950) und dessen Sicht der kreativen Zerstörung überkommener Techniken und Ideen. Schumpeter setzte seinem russischen Kollegen ein Denkmal und sprach schon seinerzeit von Kondratieff-Zyklen.

Aus Sicht von Nefiodow ist eines völlig klar: der fünfte Kondratieff war die Informationstechnologie, das Computerzeitalter, das Mitte des vergangenen Jahrhunderts begonnen habe. Bereits Mitte der neunziger Jahre prognostizierte Nefiodow das Thema „Gesundheit“ als sechsten Kondratieff.

Krise als Indikator

Die Finanzkrise ist für ihn ebenfalls ein Indikator für die These der Konjunkturzyklen, die sich verändern. Den Gesundheitsbegriff sieht er in einem ganzheitlichen Sinne, der sowohl die Bereiche Bio- und Umwelttechnologien als auch Spiritualität und Glauben umfasst. In seinen Augen werden sowohl die Pharmabranche wie die Alternativmedizin, aber auch die Medizintechnik und der Wellnessbereich profitieren.

In einer immer älter werdenden Gesellschaft seien die Vermeidung von Krankheit und deren Heilung die wichtigsten Ziele. „Schon jetzt ist der Gesundheitsmarkt der größte Arbeitgeber in Deutschland und in den USA“, erklärte Nefiodow, der davon überzeugt ist, dass dieser Markt noch wachsen wird. Allerdings geht er davon aus, dass es den Menschen immer auch um eine ganzheitliche Gesundheit für Körper und Seele geht. Nefiodow zählt zu jenen Menschen, die täglich beten. Und das gebe ihm viel Kraft.

Sabine Schicke
stv. Redaktionsleitung
Redaktion Oldenburg
Tel:
0441 9988 2103

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