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NWZonline.de Region Stadt Oldenburg Wirtschaft

Gräber von Schmierereien befreit

30.11.2013

Oldenburg Tolle Aktion der Oldenburger Malerfirma Janßen & Sohn: Der am Scheideweg ansässige Betrieb reinigte am Freitag auf eigene Kosten die mit Hakenkreuzen beschmierten Grabsteine und die Fassade der Trauerhalle auf dem jüdischen Friedhof.

Firmen-Chef Eckhard Janßen (58) erhielt dabei Unterstützung von seinem Freund Günter Klein (70). „Für dieses außergewöhnliche Engagement sind wir sehr dankbar“, sagt Bodo Gideon Riethmüller vom Landesverband der Jüdischen Gemeinden von Niedersachsen. Der Beauftragte für die jüdischen Friedhöfe bedankte sich bei Janßen und Klein mit einem Buchgeschenk. Zudem lud er die beiden Experten für Graffiti-Entfernung für diesen Sonnabend zur Chanukkafeier (Lichterfest) in die Oldenburger Synagoge ein.

Wie berichtet, waren am vergangenen Wochenende acht Grabsteine und die Trauerhalle auf dem Friedhof an der Dedestraße mit Hakenkreuzen besprüht worden. Tatverdächtig ist ein 32-Jähriger. Die Polizei hat den Mann inzwischen befragt. Angaben dazu wollte die Polizei am Freitag aber nicht machen.

„Als ich von der Tat erfuhr, habe ich mich sofort mit Eckhard Janßen in Verbindung gesetzt. Diese schlimmen Schmierereien auf dem Friedhof kann man ja schließlich nicht lassen“, schildert Klein seine Beweggründe. Die Reinigung sei nicht einfach gewesen, so Janßen. „Bei den Grabsteinen aus Sandstein mussten wir sehr vorsichtig arbeiten, um die Beschriftung nicht zu beschädigten.“

Laut Bodo Gideon Riethmüller gab es seit 2004 sechs Anschläge auf den jüdischen Friedhof. In der Hauptsache handelte es sich um Schmierereien. Dadurch seien Kosten von 37 500 Euro entstanden.

„Sehr beeindruckend und ermutigend ist für mich, dass die Bevölkerung von Oldenburg diese schändlichen Taten verurteilt und ihr Mitgefühl mit der Jüdischen Gemeinde öffentlich zeigt“, erklärt Riethmüller.

Unterdessen hat die Polizei einen 18-Jährigen ermittelt, der in Ofen rechtsextremistische Parolen und Hakenkreuze an Gebäude und Autos gesprüht haben soll. 29 Taten werden ihm vorgeworfen. Mit den Schmierereien in Oldenburg habe er aber nichts zu tun, hieß es am Freitag.


NWZ TV    zeigt einen Beitrag unter   www.nwzplay.de 

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