• Jobs
  • Immo
  • Auto
  • Markt
  • Trauer
  • Hochzeit
  • Guide
  • LocaFox
  • Shop
  • Events
  • Tickets
  • nordbuzz
  • FuPa
  • Werben
  • Kontakt
NWZonline.de Region Stadt Oldenburg Wirtschaft

Groningen: Eine Stadt im Wandel

16.04.2014

Oldenburg An Groningen, sagte Oberbürgermeister Gerd Schwandner bei der Eröffnung der Botschaft in der Heiligengeiststraße am vergangenen Freitag, kann sich Oldenburg in vielen Bereichen ein Beispiel nehmen. Das gilt vor allem für die Architektur, hat Oldenburgs Stadtoberhaupt ausgemacht.

Das Programm

Eine Botschaft hat Groningen am vergangenen Freitag in der Heiligengeiststraße 30 eröffnet. Geöffnet ist sie bis zum 20. Juni jeweils mittwochs bis sonnabends an den Nachmittagen. Jede Woche steht unter einem Motto.

Zum Auftakt der Themenwochen stehen bis Sonnabend, 19. April, Blumen im Mittelpunkt. Traditionell findet am Karfreitag der größte Blumen- und Pflanzenmarkt im Norden der Niederlande statt. Der Blumenjahrmarkt zieht über hunderttausend Besucher an. Die Geschäfte haben (im Gegensatz zu Deutschland) an diesem Tag geöffnet.

Nach Ostern steht alles ganz im Zeichen des Königshauses. Am 26. April feiern die Niederländer ihren „Koningsdag“. Zum ersten Mal, denn in den vergangenen 124 Jahren seit Einführung des Festtages standen mit Wilhelmina, Juliana und Beatrix stets Frauen an der Spitze des Staates und es wurde entsprechend der „Koninginnedag“ gefeiert.

Essen und Trinken stellt die Botschaft vom 30. April bis 3. Mai in den Mittelpunkt. Boerenjongens, dikke stip, Fladderak, Fieterknutten en metworst – Spezialitäten, die aus Groningen stammen. Die Botschaftsbesucher können probieren. 

Die Bildung und das Studieren in Groningen ist Thema vom 7. bis 10. Mai. In dieser Woche werden für zukünftige Studierende aus Deutschland mehrere Präsentationen über das Studium in Groningen gezeigt.

Nachhaltigkeit ist das Thema vom 12. bis 18. Mai.

Im Vorfeld der Nacht der „Kunst & Wissenschaft“ in Groningen mit 200 Veranstaltungen stimmt die Botschaft vom 21. bis 25. Mai mit zahlreichen Informationen ein.

Museen und Kunst ist das Thema vom 28. bis 31. Mai.

Swinging Groningen heißt es vom 19. bis 21. in der Partnerstadt. Darüber gibt es vom 4. bis 7. Juni Informationen.

Mobilität ist das Leitmotiv für die Woche vom 11. bis 14. Juni. Die Motorradrennen in Assen vom 26. bis 28. Juni sowie die fahrradfreundliche Stadt Groningen stehen im Mittelpunkt.

Zum Abschluss gibt es Informationen zum Leben in Groningen.

Wo in Oldenburg erst einmal das Für und Wider manchmal über Jahre hinweg abgewogen werde, seien die Holländer spontaner, wagten mehr, probierten etwas aus. Beispiel dafür ist aus der jüngeren Vergangenheit das im Jahr 1994 eröffnete futuristisch anmutende Kunstmuseum – und das wird auch für das Neue Forum gelten, das zurzeit im östlichen Bereich des Großen Marktes entsteht.

Für 250 Millionen Euro bauen die Groninger dort ein 45 Meter hohes Gebäude, das aus einer „vergessenen Ecke“ der Innenstadt ein internationales Highlight machen soll. Die Bildung soll dort eine weitere Heimat finden. Das Wissen aus Archiven, Bibliotheken, Filmkunst und den Hochschulen soll jedermann zugänglich gemacht werden. Das futuristisch anmutende Gebäude wird mit modernster Multimedia-Technik ausgestattet, unterstützt unter anderem von IBM. Das Haus gibt eine Antwort auf die Herausforderungen des Informationszeitalters, hoffen die Planer. Es ist ein mutiges Projekt, das per Referendum von den Groningern befürwortet wurde. Ein anderes Bauprojekt für die Nordseite wurde dagegen abgelehnt, was beweist, dass die Holländer die Weiterentwicklung ihrer Stadt durchaus sensibel und differenziert betrachten.

Dort, wo das Forum entsteht, hatte der Zweite Weltkrieg seine Spuren hinterlassen. Der Wiederaufbau des zerstörten Quartiers wirkte immer wie ein Fremdkörper, der sich in die historische Altstadt nicht einfügen wollte. Abriss und Wiederaufbau sind ein konsequenter Schritt.

Bestätigt wird das von Bert-Jan Hakvoort vom Groninger City Club – einer wirtschaftlichen Vereinigung. Sehr skeptisch seien die Geschäftsleute bei der Vorstellung des Projekts „Neues Forum“ gewesen. Mittlerweile ist man überzeugt, das Richtige getan zu haben. Das Forum wird die Stadt weiter voranbringen. Für die vielen Gäste aus Oldenburg, die sich der Stadt von Osten nähern, werden 400 neue Parkgaragenplätze geschaffen.

Ein positiver Nebenaspekt, der mit Blick auf das gut ausgebaute P+R-Angebot nicht weiter ins Gewicht fallen wird. Groningen ist auch so – und das nicht nur an Karfreitagen zum Blumenmarkt – ein lohnendes Ziel.

Hakvoort weiß das und verweist mit ein wenig Stolz auf die dynamische Entwicklung des Einzelhandels in der Stadt, der kreativ auf die sich wandelnden Bedürfnisse der Kundschaft reagiert hat. So gibt es in Groningen Geschäfte (wie übrigens in Oldenburg auch), in denen über das Internet eingekauft werden kann. „Andererseits schätzen die Kunden die Möglichkeit, im Internet präsentierte Waren im Geschäft genauer unter die Lupe zu nehmen“, weiß der Vorsitzende des Groninger City Clubs. So hätten die Geschäftsleute einen Weg gefunden, die Vorzüge des Internets für sich zu nutzen.

Von Vorschriften der Verwaltung hält der Geschäftsmann nicht viel. Die Diskussion über die Gestaltungssatzung in Oldenburg kann er nicht verstehen. „Wenn die Geschäftsleute etwas vor ihre Läden stellen wollen, werden sie qualitativ hochwertige Möbel oder Blumenkübel aussuchen“, ist er sich sicher. In Groningen seien ganze Straßenzüge durch das gemeinsame Engagement der Anlieger erheblich aufgewertet worden. Es macht den Kunden Spaß durch diese Straßen zu bummeln und einzukaufen. Die Geschäftsleute spürten das an ihren Umsätzen.

Überhaupt scheint in Groningen vieles gelassener betrachtet zu werden als in Oldenburg. Das gilt auch für das Neue Forum, für das zunächst kein Konzept existierte. „Das Forum muss rentabel sein, wir brauchen kommerzielle Aktivitäten. Von Kunst und anderen kulturellen Angeboten kann es nicht existieren“, weiß Hakvoort.


NWZ TV    zeigt einen Beitrag unter   www.nwz.tv/oldenburg.stadt 

Weitere Nachrichten:

Hochschule | IBM