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NWZonline.de Region Stadt Oldenburg Wirtschaft

Große Freiheit im                 kleinen Bulli

20.10.2015

Bunt, knatternd, aber vor allem selbst gemacht – das ist Nicole Nitsches Lebenswerk. Sie ist stolze Besitzerin eines von 1 123 Wohnmobilen, die durch Oldenburg und dann natürlich auch über die Stadtgrenzen hinaus fahren. Diesen roten VW T1, Baujahr 1982, ersteigerte sie vor zehn Jahren bei Ebay – oder vielmehr ihr Vater, Peter Nitsche. Ohne den gelernten Kfz-Mechaniker wäre Nicoles großer Traum so schnell nicht in Erfüllung gegangen, und dank ihm ist der Bulli gar nicht mehr so, wie er mal war: Grau und ziemlich hinüber.

Ein Jahr dauerte es, bis sie ihn endlich fahrtüchtig bekommen hatten. „Türen und Ersatzteile haben wir vom Schrottplatz geholt“, erzählt Nicole. Auf der ersten Fahrt hätte sie gerade ihren Führerschein gehabt, erinnert sich Nicole: „Da bin ich mit meiner Mutter einmal um den Pudding gefahren, in der dreißiger Zone.“

Ganz ähnliche Erfahrungen dürften viele Fahranfänger in Oldenburg gemacht haben. Und davon gibt es offenbar eine Menge, zieht man allein die Zahl der hier angemeldeten Fahrzeuge heran. Insgesamt fuhren 2014 laut Kraftfahrtbundesamt 82 031 Pkws und Kombis über die hiesigen Straßen. Knapp eineinhalbtausend mehr als noch im Jahr zuvor. Bei den Wohnmobilen sind es gleich 80 neu angemeldete. Und einige von ihnen dürften wohl genau so viel basteln und lang herum schrauben wie Nicole und ihr Vater.

„Das ist unser gemeinsames Hobby“, sagt sie stolz, „und er ist noch lange nicht fertig, ein echtes Lebenswerk.“ Eigentlich will sie auch gar nicht wissen, wie viel Geld schon darin steckt. Aber sie liebt es, immer wieder neue Ideen haben zu können; den Bulli einfach mal neu zu lackieren, mal blau, mal rot – eben bunt und anders. Da dürfen auch die erste Lieblingsband auf dem Heck oder die eigenen Fußabdrücke auf der Fahrertür nicht fehlen.

Jeden Sommer fährt Nicole im Bulli zu verschiedenen Festivals; das Hurricane ist dabei Pflicht. Mit einer Freundin juckelt sie auch gerne spontan für zwei Tage an die Nordsee oder für einen Urlaub an Hollands Küste. Für Nicole ist dies das größte Gefühl von Freiheit: „Man fährt durch die Gegend und kann da bleiben, wo es schön ist“, schwärmt sie. Sie meidet dabei spießige Campingplätze, denn das wäre nicht dasselbe. Lieber steuert sie Wiesen und Parkplätze an. Es ist die Unabhängigkeit und auch das Abenteuer, was sie reizt. „Man weiß nie, wann und ob man überhaupt ankommt.“

Es sei keine große Überraschung, wenn der Wagen mal liegen bliebe, und damit folgte der Griff zum Handy. „Den Gashahn habe ich mal mit einem Zopfgummi und Klebeband repariert. Natürlich unter Anleitung von Papa“, erzählt Nicole. Unter anderem gab es Zeiten, in denen sie den Bulli mit mehreren Leuten schütteln mussten, damit er anging.

Hinter der Fahrerkabine schläft Nicole auf einem ausziehbaren Sofa, und hat sogar eine kleine Küchenzeile. Es riecht nach eingesessenem Leder und alten Bezügen, ein Traumfänger baumelt von der Decke. Zahnbürste, frische Pullover und ein Grill gehören generell zur Ausstattung, damit es jederzeit losgehen kann.

So kommt Nicole ihrem Lebensmotto „Lass dich treiben und du wirst Wundervolles erleben“ ein Stück näher.

Nina Janssen
Volontärin, 2. Ausbildungsjahr
NWZ-Redaktion
Tel:
0441 9988 2003

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