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NWZonline.de Region Stadt Oldenburg Wirtschaft

Grüne Dächer bremsen Sintflut-Regen

16.07.2016

Oldenburg Ruhig ist es hier, auf Deck 7 des Parkhauses an der Staulinie. Weit geht der Blick über die Dächer der Stadt. Zwischen Dachpfannen, Kies- und Teerpappdächern gibt es hier und da grüne Flecken. Moose, Gräser und Kräuter wiegen sich im Wind. Schön ist das. Und wichtig. „Gründächer“, sagt Reinhard Hövel, Leiter der Stabsstelle Niederschlagswasser-Management beim OOWV in Oldenburg, „sind ein wichtiger Baustein, um mit zunehmenden Starkregenereignissen fertig zu werden.“

Denn: Die grünen Oasen über der Stadt können selbst bei einfacher Bauweise bis zu 70 Prozent des Regenwassers speichern, entlasten so als „Puffer“ die Kanäle und verringern die Heftigkeit möglicher Überschwemmungen. Wie schnell es dazu kommen kann, hat das Beispiel Damme gezeigt: Am 7. Juni standen nach sintflutartigen Regenfällen drei Viertel des Stadtgebietes unter Wasser. Binnen 20 Minuten fielen 70 Liter pro Quadratmeter.

„Das ist außerhalb jeder statistischen Erwartung“, sagt Hövel. Kanäle könnten nicht für solche Wassermengen ausgelegt werden. Daher arbeitet Hövel seit Jahren im Auftrag des OOWV daran, Lösungen für Starkregenereignisse zu finden. Ein Baustein sind Gründächer. In diesem Zusammenhang hat Alexander Barkowski seine Bachelorarbeit im Studiengang Wirtschaftsingenieurwesen Geoinformation an der Jade-Hochschule beim OOWV verfasst. Seine Fragestellung: Wie groß ist das Potenzial für Gründächer in der Innenstadt?

Das Ergebnis der Untersuchung mit mehreren Geo-Parametern: Knapp 40 Prozent der Dachflächen wären geeignet, berichtet Hövel. Das sind rund 53 000 Quadratmeter potenzielle Grünfläche – knapp 40 Prozent der gesamten Dachflächen. Bis zu einer Dachneigung von 30 Grad seien solche Dächer problemlos anzulegen – und in der einfachen Variante sei ein Gründach für 25 bis 35 Euro pro Quadratmeter zu haben. Mit mehreren positiven Auswirkungen: „Ein Gründach schützt die Dachkonstruktion, dämmt die Räume darunter, verbessert das Stadtklima und filtert Feinstaub und Luftschadstoffe aus der Atmosphäre – 200 Gramm pro Quadratmeter und Jahr“, sagt Hövel. Dazu noch die Wasserspeicherung: „Die Innenstadt ist arm an Grün, Regenwasser kann nirgends versickern. Gründächer würden die Defizite lindern.“

Mit der Methode von Barkowski, der inzwischen in Süddeutschland arbeitet, könnten weitere Potenzialflächen ermittelt werden. Einige Architekten, insbesondere von Industriebauten, würden bereits nach Möglichkeiten fragen, durch Gründächer die erforderlichen Regenrückhaltebecken zu verkleinern.

Um Gründächern zum Durchbruch zu verhelfen, wünscht sich Hövel Förderprogramme. Und: „Beim OOWV denken wir darüber nach, Rabatte für die Oberflächenentwässerung zu gewähren, wenn ein Gründach installiert wird.“

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Thorsten Kuchta stv. Redaktionsleitung / Redaktion Oldenburg
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