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NWZonline.de Region Stadt Oldenburg Wirtschaft

Staatstheater: Gute Nachrichten im Repertoire

26.10.2016

Oldenburg Christian Firmbach fühlt sich in Oldenburg „angekommen“: „Es ist für mich ein Glücksfall, hier zu sein“, schwärmt der Generalintendant des Oldenburgischen Staatstheaters. Seit der Spielzeit 2014/2015 ist der 49-Jährige für Kunst und Kasse am Theaterwall verantwortlich. Und was die Bilanz nach Beendigung seiner zweiten Saison angeht, schwelgt der Theaterchef regelrecht in Superlativen: Er sei „sehr, sehr zufrieden“, berichtete Firmbach jetzt vor dem Verwaltungsausschuss des Staatstheaters. Die zweite Spielzeit sei in der Regel immer schwierig – für ihn in Oldenburg aber, frohlockte der Intendant, sei sie noch besser als die erste gewesen.

Die Bilanz

Firmbachs Wohlgefühl wird von guten Zahlen beflügelt. 188  000 Zuschauer hat das Programm der Spielzeit 2015/2016 angelockt. Das sind zwar weniger als in der Vorsaison (200 500), aber da war die Spielzeit auch vier Wochen länger. „Sonst hätten wir wieder die 200 000-er Marke geknackt“, ist Firmbach überzeugt. Aufs Kalenderjahr 2015 gerechnet kamen 184 570 Zuschauer – was einer Auslastung der Theaterspielstätten von 82,7 Prozent entspricht. Das Haushaltsvolumen betrug insgesamt rund 28,1 Millionen Euro – subventioniert von Land und Stadt. An den Zuschüssen in Höhe von 23,7 Millionen beteiligte sich die Stadt Oldenburg mit 5,62 Millionen Euro.

Das Ergebnis für 2015 schließt mit einem Plus von 545 079 Euro ab. Dadurch verringert sich das Bilanzdefizit auf 448 968 Euro.

Die größten Erfolge

Die gute Besucherresonanz wird von mehreren Erfolgsstücken getragen, allen voran Ferdinand von Schirachs Gerichtsdrama „Terror“, das seit der Premiere im Februar diesen Jahres 21-mal auf dem Spielplan stand mit, so Firmbach, „gefühlt“ 100-prozentiger Auslastung. Tatsächlich waren es wegen eines nicht ausverkauften Zusatztermins ein paar Prozente weniger. Firmbach ist stolz darauf, dass sein Theater bundesweit erst die vierte Bühne war, die das Stück gespielt hat: „Wir haben den richtigen Riecher gehabt“. Diese gute Nase hat man auch bei „Supergute Tage“ bewiesen – das Drama wurde bisher 38 mal gespielt mit einer Auslastung von über 90 Prozent, sagte der Intendant. Ende Dezember steht es als Wiederaufnahme auf dem Programm. Hauptdarstellerin Franziska Werner sei zu einem „lokalen Star“ geworden, frohlockte Firmbach. Rocko Schamonis Inszenierung seines Romans „Fünf Löcher im Himmel“ wurde im Kleinen Haus ebenfalls zumeist vor vollen Rängen gespielt (90 Prozent Auslastung).

Überrascht hat den Intendanten, dass sich auch Benjamin Brittens Oper „Sommernachtstraum“ (nach dem Text von William Shakespeares Drama) als Publikumsliebling entpuppt habe. Das Große Haus sei zu 90 Prozent ausgelastet gewesen.

Der Ausblick

Verwaltungsleiter Tilmann Pröllochs geht davon aus, dass das Theater das Wirtschaftsjahr 2016 positiv abschließen und dank der Einnahmesteigerungen im Ticketverkauf erneut seinen Tilgungsbeitrag zum Bilanzverlust erwirtschaften wird.

Historische Theaterzettel werden digitalisiert

Theatergeschichte dokumentiert das neue Projekt des Kulturrats Oldenburg: Historische Theaterzettel, die die Vorläufer der heutigen Programmhefte gewesen waren, werden seit November vorigen Jahres digitalisiert und online gestellt. Die Theaterzettel gaben Auskunft über das Stück, die Besetzung und den Kartenverkauf. Federführend dabei ist die Landesbibliothek.

Das Projekt ist eine Kooperation der im Kulturrat Oldenburg vertretenen Kultureinrichtungen, die dafür ihre Originale aus den Jahren 1832 bis 1945 zur Verfügung stellen. Es wird vom Niedersächsischen Ministerium für Wissenschaft und Kultur und von der Stadt Oldenburg gefördert. Die Fertigstellung ist für Februar/März nächsten Jahres geplant. Das Staatstheater plant eine Verlinkung seiner Homepage mit der der Landesbibliothek.

    http://digital.lb-oldenburg.de/zs/nav/classification/365898

Auch Christian Firmbach ist zuversichtlich, dass sich der positive Trend in der aktuellen Spielzeit fortsetzt. Im Bereich Schauspiel habe „Titanic“ einen tollen Start hingelegt, im Bereich Oper fiebert der Intendant dem Auftakt des Ringzyklus’ von Richard Wagner – „Rheingold“ hat am 4. Februar 2017 Premiere – entgegen. Die Wagner-Tetralogie soll bis ins Jahr 2019 erstmals vollständig am Staatstheater zu sehen sein. Mit Vorfreude blickt Firmbach auch auf die 13. Internationalen Tanztage, zu denen im nächsten Mai 14 Tanz- und Ballettcompagnien aus Europa, den USA und Afrika erwartet werden. Die Ausrichtung des „größten Festivals dieser Art in Deutschland“ ist indes nicht frei von Sorgen: „Die Finanzierung durch Drittmittel wird schwieriger“, grämt sich Firmbach. Man sei auf Sponsorengelder in Höhe von 200 000 Euro angewiesen.

Mit Spannung erwartet der Theater-Chef das „Banden-Festival“, bei dem das Theater Ende März/Anfang April 2017 in Zusammenarbeit mit der Uni Heidelberg neue „Performance-Allianzen“ bilden will.

Die Sanierung

Das Staatstheater bleibt bis 2018 Baustelle – 15 Millionen Euro investiert das Land in Brandschutz, Umbauten und Sanierung. Davon fließen 3,4 Millionen Euro in die Erneuerung der Obermaschinerie der Bühne im Kleinen Haus. Die Stadt Oldenburg ist in den Jahren 2017 und 2018 mit jeweils 250 000 Euro an der Brandschutz-Finanzierung beteiligt. Zur nächsten Spielzeit in Betrieb genommen werden soll ein neuer Aufzug, der es ermöglicht, auch den 2. Ring des Großen Hauses barrierefrei zu erreichen. Ein Fluchttreppenturm im Bereich des Haupteingangs ersetzt die Spindel im Kleinen Haus. Auch Foyer und Gastronomie werden umgestaltet. „Nach Abschluss der Arbeiten“, so Firmbach, „haben wir ein top aufgestelltes Theater.“

Stephan Onnen Redakteur / Redaktion Oldenburg
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