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NWZonline.de Region Stadt Oldenburg Wirtschaft

Berufsschüler parken die Straße zu

14.11.2018

Haarentor Die großzügigen Ausmaße ihrer Berliner Namensvetterin hat die Oldenburger Straße Unter den Linden bei weitem nicht. Und das ist für die Anwohner in letzter Zeit zunehmend zum Problem geworden. „Die Schüler der BBS Haarentor stellen hier immer öfter ihre Fahrzeuge ab“, erklärt Anwohner Prof. Peter R. Voss (82). „Dadurch wird nicht nur vielen Anwohnern der Parkplatz genommen, oft werden auch Grundstückszufahrten zugeparkt und blockiert. Manche parken sogar auf dem Bürgersteig.“

Den „Kern des Übels“ sieht Voss in der Schließung mehrerer Berufsschulstandorte im Umland in den letzten Jahren. „Deren Schüler kamen danach auch nach Oldenburg, ohne dass die Infrastruktur entsprechend angepasst wurde“, ist Voss überzeugt. 2300 Schüler besuchen derzeit die BBS Haarentor, nach Voss’ Informationen hat die Schule selbst nur rund 80 Stellplätze, von denen die Hälfte den Lehrern vorbehalten ist. „Für diese Schülerzahl hätten spätestens mit den letzten Umbaumaßnahmen viel mehr Stellplätze nachgewiesen werden müssen“, ist der ehemalige Architekt überzeugt. „Da muss doch das Hochbauamt geschlafen haben, als es die Baugenehmigung erteilt hat.“
Dem widerspricht Stadtsprecher Stephan Onnen. „Es gab an der BBS in den vergangenen Jahren keine Baumaßnahmen, die für die Parkplatz-Bemessung relevant waren, nur energetische Sanierungen“, so Onnen. „Und als die BBS 1969 gebaut wurde, gab es noch keine Vorschriften für die Parkplatzbemessung. Die traten erst 1974 in Kraft.“

Die Parkplatznot ist nicht die einzige Sorge der Anwohner. Voss sagt: „Zwischen halb sieben und acht Uhr morgens fahren hier regelrechte Autokorsos durch, weil auch viele Kraftfahrer die Ampeln an der Ammerländer Heerstraße umfahren wollen. Es gab da schon mehrere Fast-Unfälle mit Radfahrern. Auch ich wäre beinahe schon einmal vom Rad gestürzt, weil es zu eng wurde. Zum Glück konnte ich mich noch abstützen. Es ist nur eine Frage der Zeit, bis etwas passiert.“ Auch Müllabfuhr und Straßenreinigung haben laut Voss Mühe, ihre großen Fahrzeuge durch die verengte Straße zu bugsieren. „Wenn die Müllabfuhr kommt, geht hier im Prinzip gar nichts mehr.“

Auch die BBS Haarentor ist mit der Situation nicht glücklich, betont Schulleiter Diedrich Ahlfeld. „Unsere Schüler sind darauf angewiesen, die Parkmöglichkeiten in der näheren Umgebung zu nutzen“, sagt er. „Und meines Wissens nach halten sie sich dabei an die Straßenverkehrsordnung.“ Das Einzugsgebiet der Schule hat sich laut Ahlfeld in den letzten Jahren stark vergrößert, unter anderem weit nach Ostfriesland und ins Oldenburger Münsterland hinein. „Das bringt uns auch viele Schüler, die uns mit öffentlichen Verkehrsmitteln nicht mehr in angemessener Zeit erreichen können“, so Ahlfeld. Auch Park+Ride sei keine Alternative mehr. „Früher konnten die Schüler noch die P+R-Plätze an der Weser-ems-Halle nutzen“, erklärt Ahlfeld. „Inzwischen kosten die aber auch drei Euro pro Tag. Das können junge Leute mit Lehrlingsgehältern auch nicht so nebenbei bezahlen.“

Die Parkmöglichkeiten für Schüler auf dem BBS-Gelände schätzt Ahlfeld auf etwa 30 Plätze, sowie etwas mehr für Lehrkräfte ein. „Wir würden dort gern noch etwas für mehr Plätze tun und haben dafür auch schon Gespräche mit der Stadt als Träger aufgenommen“, so der Schulleiter. Das bestätigt auch Stephan Onnen. „Es ist ein erstes Konzept entstanden, nach dem 31 Parkplätze und zusätzliche Fahrradabstellplätze auf der vorhandenen Fläche möglich wären“, so der Stadtsprecher. „Mittel für eine Umsetzung stehen aktuell aber nicht zur Verfügung.“

Die Anwohner haben sich mittlerweile zu einer Initiative zusammengeschlossen und sich mit ihrem Problem an die Stadt gewandt. Sie fordern eine zeitlich befristete Halteverbotszone in einem Teil ihrer Straße. Dem erteilte die Stadt nun eine Absage. „Beschränkungen für öffentliche Verkehrsteilnehmer können nur angeordnet werden, wenn aufgrund der örtlichen Bedingungen eine Gefahrenlage besteht“, heißt es in einer Antwort des Fachdienstes Verkehrslenkung an die Bürgerinitiative. Eine Gefahrenlage sieht der Fachdienst aber nicht, da die Straße Unter den Linden nach der Unfallstatistik als unauffällig einzustufen sei und Überprüfungen durch die Stadt, zuletzt Mitte Oktober, keine Gefährdungen oder erhebliche Beeinträchtigungen ergeben hätten. Der Zentrale Außendienst wurde aber gebeten, die Parksituation regelmäßig zu überprüfen.

Der Bürgerinitiative reicht diese Antwort nicht. Peter Voss sieht sich bei seiner Einschätzung der Lage auch schon durch ein Gespräch mit Mitarbeitern des Ordnungsamts bestätigt. „Die habe ich gefragt, warum es schon seit Jahren keine Geschwindigkeitskontrollen mehr in unserer Straße gibt“, erzählt er. „Die Antwort der Mitarbeiter war, dass bei uns einfach keinen Platz mehr finden, um das Messgerät aufzustellen.“

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