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NWZonline.de Region Stadt Oldenburg Wirtschaft

Hier geht’s seit 50 Jahren um die Wurst

06.11.2009

OLDENBURG Monse ist ein Begriff in Oldenburg. Wo gibt’s denn so etwas noch? Eine Fleischerei mit allem drum und dran mitten in der Fußgängerzone. Vorne ist die riesige Theke gefüllt mit Rinderhüftsteaks, Tafelspitz, hausgemachtem Fleischsalat, 60 selbst gemachten Wurstsorten, Lammgeschnetzeltem und Knochenschinken aus der eigenen Räucherei – und hinten verteilen sich auf verwinkelten 1600 Quadratmetern (!) die Zerlegung, Kühlhäuser, Partyservice, Menüdienst, Räucherei, dazu Stadtrestaurant, Grill- und Suppenstand. 70 Mitarbeiter kümmern sich schichtweise um den Betrieb, ab vier Uhr morgens. Mit seinen Bauern arbeitet Monse zum Teil schon seit 40 bis 50 Jahren zusammen.

Der „Feinschmecker“ zeichnete den Betrieb als einen der 400 besten Fleischer Deutschlands aus – was die Kunden kein bisschen überraschte. Stammkundin Jutta Lübke sagt: „Ich schätze die gleichbleibend sehr gute Qualität, die freundliche Bedienung, die Auswahl und die starke Präsenz der Inhaber.“ Karl-Heinz May stammt aus Berlin. Er sagt: „Monse ist besonders. Ich würde sofort am Kudamm eine Filiale übernehmen.“ Auch die Konstellation sei selten: „Tochter, Schwiegersohn, Sohn und Schwiegertochter, alle in einem Laden: das ist einmalig.“

Gemeint sind Alexandra (41) und Helge Ehlers-Monse (46) sowie Andreas (48) und Christina Monse (39), die den Betrieb in zweiter Generation führen. Auch Seniorchefin Renate Monse (69) ist nach wie vor mittendrin. Ihr kleines Kochbuch mit lauter bodenständigen, leckeren Gerichten hat sich 5500 mal verkauft. „Das funktioniert alles“, sagt eine Kundin. „Ich hab’s selber ausprobiert.“

Übertroffen wird der Erfolg nur vom Monse-Eintopf, dessen sonnabendliche Zelebrierung in seiner Schlichtheit ein Stück des guten Lebensgefühls in dieser Stadt verkörpert. Kunde Herbert Tönjes sagt: „Ich esse hier samstags und auch oft in der Woche, das kann man selber nicht besser kochen.“ Auch Helge Ehlers-Monse ist begeistert. Er sagt: „Ich stehe manchmal hier oben im Büro und sehe die Schlange da unten: ganz unterschiedliche Leute, die sich gar nicht kennen, stehen da zusammen und teilen sich einen Schirm. Ich find’s klasse.“

Den Grundstein dieser Erfolgsgeschichte legte der Fleischermeister Eberhard Monse, der aus Schlesien stammte, 1959 mit seiner Schwester Elfriede in der Dragonerstraße. Seine Frau Renate Monse kam nach ihrer Lehre beim Fleischer Gebken dazu. Nach dem Umzug an die Mottenstraße und dem Tod des Gründers vor 17 Jahren geht es dennoch gut weiter: Die Familie sorgt für Kontinuität. Wichtige Weichenstellungen waren der große Ladenumbau 2002, die Reduzierung der täglichen Essen für Betriebe und Seniorenheime von 4000 auf 1000, der Entwurf der Edelstahlwagen fürs tägliche Eintopf-Geschäft und der stark genutzte Internet-Auftritt.

Am Sonnabend wird „50 Jahre Monse“ gefeiert: mit Eintopf und Musik von der Flower Street Jazzband – die exakt genauso alt ist.

Karsten Röhr Redakteur / Redaktion Oldenburg
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