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NWZonline.de Region Stadt Oldenburg Wirtschaft

Stadtgeschichte: Hier mahlt der Müller ohne Wind

26.07.2013

Etzhorn /Kreyenbrück Auf den Spuren der Oldenburger Stadtgeschichte wandelte der Bürgerverein Etzhorn bei seiner diesjährigen Fahrradtour. 23 Radler aus dem Stadtnorden machten sich auf nach Kreyenbrück. Die Mitglieder Elsbeth und Herbert Schweers hatten eine Strecke auf verschlungenen Radwegen geplant, die – nach einer kleinen Verschnaufpause an der Doktorsklappe am Wendehafen – zum Ziel führte: die Kreyenbrücker Mühle, die sogar viele Oldenburger nicht kennen.

Wie die Vorfahren

Versteckt in einem parkähnlichen Garten an der Cloppenburger Straße zum Osternburger Deich hin gelegen, steht die Motormühle, die eine wechselvolle Geschichte hinter sich hat. Heute gehört sie Erich Wiede, dem Urenkel des früheren Müllermeisters Johann Hustedt. Der 64-Jährige hält die Tradition seine Vorfahren hoch, zeigt bei Führungen, wie das Korn gemahlen wird und erzählt von der Vergangenheit der Mühle.

Als Windmühle wurde sie im Jahr 1882 von Eilert Wilhelm Bölts erbaut. Der Müller fügte später einen Dampfantrieb (um vom Wind unabhängig zu sein) und ein Sägewerk hinzu. 1906 ging Bölts in Konkurs und bei einer Zwangsversteigerung erwarb der Müller Heinrich Wilhelm Stolle das Grundstück einschließlich des Mühlengebäudes. Bei einem Feuer am 20. Juli 1907 brannte die Mühle ab. Noch im selben Jahr wurde sie durch einen Neubau ersetzt: ein sogenannter Galerieholländer mit Dampfmaschinengebäude. Doch auch Müller Stolle geriet in finanzielle Not. Von 1909 bis 1913 übernahm Olaf Magnus Hofwolt, Mühlenbaumeister zu Rostock, das Anwesen. Im Juli 1913 kaufte Johann Hustedt alles und seither ist die Mühle im Besitz der Familie.

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Durch Einheirat veränderte sich zwar der Name, aber die Liebe zum Müller-Handwerk blieb. Ein großer Schicksalsschlag erfolgte 1945, als kanadische Truppen am 2. Mai die Mühle mit vier Minen sprengten und die Existenz vernichtet war. Der Galerieholländer, das Wahrzeichen von Kreyenbrück, war verschwunden.

Friedrich Hustedt, Großvater des heutigen Besitzers, war diesen Ereignissen nervlich nicht gewachsen. „Aber Großmutter Adele nahm das Zepter in die Hand und sorgte für den Neubau – nun eine Motormühle“, erzählt Erich Wiede. Sein Vater, Eduard Wiede, betrieb die Mühle dann ab 1966, musste sie aber 1978 wegen Erwerbsunfähigkeit aufgeben.

Erich Wiede trug den Geruch des Mahlstaubes seit seiner Kindheit in der Nase. 1998 begann der Chemotechniker mit der Restaurierung der Mühle. „Traumhaft schön“, so das einhellige Urteil der Etzhorner bei ihrem Besuch. Beim Rundgang durch Garten und Mühle wurden bei vielen Kindheitserinnerungen wach. Mit den voll funktionsfähigen Maschinen wurde ihnen ein Mahlvorgang vorgeführt. Und dabei erfuhren sie den Ursprung des Sprichwortes: „Die Spreu vom Weizen trennen“.

Müller trifft Müllerin

Interessiert lauschten die Gäste den Geschichten von Erich Wiede. Und dem Kreyenbrücker wiederum war es eine große Freude, eine Mühlentochter, Annelene Huth mit ihrem Ehemann Kurt, begrüßen zu dürfen. Dem Vater von Annelene Huth gehörte einst die Etzhorner „Mühle Fröhlje“. Mit einem „Alten Hullmann“ (dem Korn, der in Etzhorn gebrannt wird) unterstrich Erich Wiede seine Verbundenheit zu dem Stadtteil.

Und wenn der Bürgerverein Etzhorn im Sommer auf Radtour geht, gehört eine Kaffeetafel dazu. „Es war ein Erlebnis im ersten Stockwerk der Mühle zu sitzen, den Vögeln zu lauschen und einen Blick in den schönen Garten zu werfen“, schwärmt die 2. Vorsitzende Irmtraut Fuhlrott. Und schließlich ging es zurück in den Stadtnorden, wo zum Abschluss noch ein Bier getrunken wurde – in der „Etzhorner Mühle“.


Mehr Infos unter   http://kreyenbruecker-muehle.de www.buergerverein-etzhorn.de 
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