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NWZonline.de Region Stadt Oldenburg Wirtschaft

Holz aus der Zeit der Pharaonen

24.04.2014

Etzhorn Als die Cheopspyramide in Ägypten gebaut wurde, stand sie bereits da. Später lag sie im Moor und überdauerte das Römische Reich, den Ursprung des Christentums und das Mittelalter. Auch die Jahrhunderte alte Geschichte vom Hof Hilbers wirkt im Vergleich dazu bloß wie ein Augenblick. Kaum fassbare 4500 Jahre alt ist die Mooreiche, die vor Kurzem im Ipweger Moor gefunden wurde.

Veranstaltung zur Mooreiche

Mai-o-Mai heißt die Veranstaltung in der Alten Brennerei Hilbers, Butjadinger Straße 346, bei der es am Sonntag, 4. Mai, von 11 bis 18 Uhr um die Mooreiche geht.

Exponate, die aus dem Holz von Künstlern kreiert wurden, sind zu sehen.

12 Uhr: Matthias Bruns (Atelier Holzrausch) erzählt von der Eiche. 14 Uhr: Hof-Führung; 15 Uhr: Musik mit der „Jungen Musikschule Heilig“

Hans-Gerd Hilbers verbindet mit vielen Bäumen Geschichten. Von 1906 datieren die Kastanien, die die Einfahrt zum Hof und zur Alten Brennerei in Etzhorn säumen. Zwei Eichen hat seine Tante 1942 und 1944 gesetzt, in Erinnerung an ihre im Krieg gefallenen Brüder. „Und diese Kastanie hat mein Großvater 1910 zu seiner Hochzeit gepflanzt.“ Dass dieser hölzerne Familienkalender nun um ein mehrere tausend Jahre altes Fundstück erweitert wird, macht Hilbers stolz.

Vor zwei Monaten fanden Bauarbeiter, die derzeit die Fundamente für die Windräder auf den Moorländereien von Hof Hilbers legen, in mehr als zwei Meter Tiefe den Eichenstamm. Holzkünstler Matthias Bruns, der seine Arbeiten in der Alten Brennerei ausstellt und von Hilbers zurate gezogen wurde, schätzte den fünf Meter langen und ein Meter dicken Baum zunächst auf etwa 1000 Jahre.

Da die Neugier nach genauen Daten allerdings groß war, gab Hilbers ein Gutachten in Auftrag. Das Ergebnis verblüffte. 2850 vor Christus begann die Eiche zu wachsen, so das Urteil von Dr. Hanns Hubert Leuschner von der Georg-August-Universität Göttingen. 386 Jahre später fiel der Baum, wurde vom Moor begraben und unter diesen sauerstofffreien Bedingungen fast 4500 Jahre konserviert. Funde mit diesem Alter seien für den Raum Oldenburg selten, so Leuschner. Das Besondere sei aber das hohe Lebensalter des Baumes. Das mache solche Funde wissenschaftlich interessant, da man etwas über die damalige Zeit lernen könne. „Das sind richtige Umweltarchive.“

Damit das alte Holz auch eine Zukunft hat, nahm sich Künstler Bruns des Stammes an. Zersägt und zum Trocknen gelagert wartet das Material derzeit in seiner Werkstatt in Ovelgönne auf geschickte Hände, die es verarbeiten. Ideen gibt es in der Alten Brennerei, in der zahlreiche Künstler ihre Ateliers betreiben, genügend. Bruns selbst hat erste Holzschalen kreiert – was bei dem schwierigen Material, das zum Reißen neigt, nicht einfach ist. Weitere Künstler wollen Teile der Eiche in Schmuckstücke oder Töpferwaren einarbeiten.

Das Holz der Mooreiche aus Etzhorn wird also, wenn alles gut läuft, seinen Weg durch die Menschheitsgeschichte fortsetzen. Vielleicht schafft es eines der Kunstwerke ja, weitere 4500 Jahre zu überdauern.

Patrick Buck Redakteur / Redaktion Oldenburg
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