• Jobs
  • Immo
  • Auto
  • Kleinanzeigen
  • Trauer
  • Hochzeit
  • Guide
  • Shop
  • Tickets
  • nordbuzz
  • Fußball
  • Werben
  • Kontakt
 
NWZonline.de Region Stadt Oldenburg Wirtschaft

Im Netz muss man unwiderstehlich sein

12.04.2014

Oldenburg Thorsten Brendel (44) bietet mit seiner Oldenburger Internetagentur „Vicotec“ technische Internetlösungen – aber als Berater „brennt“ er seit etwa einem Jahr für das Online-Marketing. Sprich: Er überlegt sich, wie man im Internet seine Kunden erreicht. Und glaubt man Forschern wie Prof. Dr. Gerrit Heinemann, Leiter des eWeb-Research-Centers an der Hochschule Niederrhein, dann müssen Einzelhändler künftig alle möglichen Kanäle bespielen, um sich gegen die großen Konzerne wie Amazon & Co zu behaupten.

Brendel sieht die Einzelhändler für diese Aufgabe grundsätzlich gut gerüstet: „Wer weiß denn besser, was die Kunden wollen oder wo ihre Bedürfnisse sind, als der Händler, der seit Jahren täglich mit ihnen spricht?“ Dieses Wissen gelte es zu nutzen.

Die technische Umsetzung eines Web-Auftritts sei heute nicht mehr das Problem. Es gehe darum, den Kunden auf sympathische Art abzuholen, etwa indem man ihm Lösungen für ein Problem anbietet: „Ich sage beispielsweise auf meiner Seite nicht: Bei mir gibt es Blumen. Ich sage: Sonntag ist Muttertag. Da hab ich was für dich.“ Mit solchen Ansprachen ergebe sich die Chance zur Interaktion, und die sei wichtig: „Untersuchungen haben ergeben, dass potenzielle Kunden 18 mal auf einen Artikel klicken, bevor sie ihn kaufen“. Deswegen müsse man seine Online-Strategie so aufbauen, „dass Kunden möglichst oft über mich stolpern, damit sie zugreifen.“ Ein Angebot, dass man im Internet nicht mache, könne auch im Laden nicht ziehen.

Brendel warnt allerdings davor, seinen Online-Auftritt quasi nebenbei oder mit Bordmitteln zu managen. Um eine Kundenbindung zu erreichen, sei es wichtig, „ihnen immer mal wieder ein unwiderstehliches Angebot zu machen.“ So könne ein Baufachhandel etwa eine Bauanleitung für einen Carport als kostenlosen Download anbieten – die „Bezahlung“ könnte beispielsweise in der E-Mail-Adresse bestehen, an die dann weitere Angebote geschickt werden. Man könne auch Online-Einkäufern einen Gutschein zukommen lassen, der nur im Laden eingelöst werden kann. Einen Shop müsse man nicht unbedingt im Internet betreiben.

Die Online-Strategie müsse auch auf den Einzelnen zugeschnitten sein: „Es heißt ja immer, alle müssen eine Social-Media-Strategie haben – aber wenn ich dazu keine Affinität habe, ist es besser, ich mache es nicht.“ Die Ansprache müsse man beherrschen, die Menschen markierten vor allem lustige und spannende Beiträge.

Wenn man die Ansprache beherrsche, könne man tolle Sympathiewerte erreichen. Wenn man es nicht könne, verpuffe die Anstrengung. Wenn man sich unsicher sei, wie man agieren wolle, könne es durchaus helfen, Jüngere zu fragen. „Da kommt mit mobilen Anwendungen ein Thema mit unabsehbaren Entwicklungen auf uns zu“, sagt Brendel. Schon heute navigierten junge Menschen ganz natürlich mit ihrem Smartphone durch die Innenstädte.

Zudem müsse man mit Kunden leben, die durchs Netz „verwöhnt“ seien. Umtausch ohne Fragen, Kulanz, ständige Lieferbarkeit: „Das erwarten die Menschen heute online wie offline – also auch im Laden.“

Thorsten Kuchta
stv. Redaktionsleitung
Redaktion Oldenburg
Tel:
0441 9988 2102

Weitere Nachrichten:

Vicotec | Hochschule Niederrhein | Amazon

Ihre Meinung über 

Hinweis: Unsere Kommentarfunktion nutzt das Plug-In „DISQUS“ vom Betreiber DISQUS Inc., 717 Market St., San Francisco, CA 94103, USA, die für die Verarbeitung der Kommentare verantwortlich sind. Wir greifen nur bei Nutzerbeschwerden über Verstöße der Netiquette in den Dialog ein, können aber keine personenbezogenen Informationen des Nutzers einsehen oder verarbeiten.