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NWZonline.de Region Stadt Oldenburg Wirtschaft

Im Stadthafen den Ozean erleben

07.07.2016

Oldenburg Eine Reise durch die Geheimnisse der Ozeane – und das im Oldenburger Hafen. Möglich macht’s das Binnenschiff „MS Wissenschaft“, das im Auftrag des Bundesforschungsministeriums unterwegs ist und noch bis Freitag am Stau in Höhe Arbeitsagentur liegt. Von 10 bis 19 Uhr kann sich hier jeder bei freiem Eintritt über aktuelle Forschungsergebnisse und Fakten aus der Meereswissenschaft informieren – nicht trocken, sondern mit anschaulichen Modellen, interaktiven Bildschirmen und fundierten Erklärungen von einem motivierten Team aus Studierenden.

Einer von ihnen ist Dominik Auch. Der junge Mann ist für zwei Wochen an Bord und kann begeistert erzählen. In der Tiefseeabteilung berichtet er von Tieren, deren Lebensabläufe in der ewigen Dunkelheit so langsam ablaufen, dass sie viel größer werden als ihre Artgenossen in flacheren Meeren. Aber auch, dass der Griff der Menschen in diese tiefsten Tiefen reicht, die weniger erforscht sind als die Oberfläche des Mondes.

„Es geht um Rohstoffe“, sagt er. Wann werden die Rohstoffe an Land so rar, dass sich die Förderung tief unter Wasser lohnt? „Die Ausstellung will auch zeigen, wie der Mensch den Ozean nutzt und welche Folgen das hat“, sagt Dominik Auch. Da geht es etwa um die Vermüllung des Ozeans. An einer interaktiven Station können die Besucher erfahren, wie lange es dauert, bis sich bestimmte Materialien zersetzt haben. „450 Jahre“, heißt es da bei einer Plastikwindel. „Und dann ist sie nicht weg, sondern zu Mikroplastik zerfallen, das sich in der Nahrungskette und damit auch in den Körpern der Menschen anreichert. Da schließt sich ein Kreis“, so Dominik Auch.

An einer weiteren Station sind Modelle der wichtigsten Speisefische zu sehen und zu berühren, die die meisten nur als Filet aus der Tiefkühltruhe kennen. Die Überfischung wird hier angesprochen, die vor vielen Jahren schon die Kabeljaubestände vor der Küste Kanadas zusammenbrechen ließ. Sie haben sich seitdem nicht wieder erholt.

Küstenformen und Korallen, Eismeer und Manganknollen, Strömungen, Tsunamis und Vulkane, Rettungskreuzer und die Geschichte der Seefahrt – die Ausstellung berührt viele Facetten, ohne oberflächlich zu werden und bietet viel Interessantes und Begeisterndes auch für Kinder, die sich auch am ersten Tag der Liegezeit zahlreich auf der „MS Wissenschaft“ tummelten.

An diesem Donnerstag findet auf dem Schiff ein „Dialog an Deck“ statt. Ab 19 Uhr diskutieren Dr. Barbara Scholz-Böttcher (Mikroplastik-Expertin der Uni Oldenburg) und ihre Kollegin, die Makro-Plastik-Expertin Rosanna Schön­eich-Argent mit Meeresschutzexpertin Andrea Stolte vom WWF Deutschland und Norbert Völl, dem Pressesprecher des Dualen Systems Deutschland, über Plastikmüll im Meer.

In Oldenburg kann man übrigens all diese spannenden Fragen auch studieren: Das Institut für Chemie und Biologie des Meeres (ICBM) stellt sich an der Kaje mit seinen Studienmöglichkeiten vor – ebenfalls bis Freitag.

Thorsten Kuchta
stv. Redaktionsleitung
Redaktion Oldenburg
Tel:
0441 9988 2102

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