• Jobs
  • Immo
  • Auto
  • Kleinanzeigen
  • Trauer
  • Hochzeit
  • Guide
  • Shop
  • Tickets
  • nordbuzz
  • Fußball
  • Werben
  • Kontakt
 
NWZonline.de Region Stadt Oldenburg Wirtschaft

In diesem Wasserturm wird künftig sehr viel geredet

01.04.2010

OLDENBURG Über 20 Jahre lang war ein Wahrzeichen Oldenburgs außer Betrieb – am 12. April zieht nun neues Leben in den hoch aufragenden Wasserturm der ehemaligen Bölts Fleischwarenfabrik (volkstümlich: Alte Fleiwa). Die Arbeiten für das Konferenz- und Veranstaltungszentrum der EWE sind abgeschlossen, die Eröffnung des „EWE Forums“ steht kurz bevor.

Man schrieb das Jahr 1923, als sich die Familie Georg Bölts aus Westerscheps entschloss, ihre Ammerländer Fleischwarenfabrik deutlich zu vergrößern und zu verlagern. Als neuer Standort wurde die Industriestraße vor den Toren Oldenburgs, aber unmittelbar neben den Bahnschienen nach Leer auserkoren. Im Herbst 1924 wurde der zunächst aus fünf Gebäuden bestehende Fleiwa-Komplex in Betrieb genommen. Kennzeichnend war schon damals der Turm mit seiner Kupferhaube, auffällig war ebenso die zum Teil mit viel Zierwerk ausgestattete Ziegelwand- Architektur von Walter Freese.

Drei Jahre später kam für Bölts indes das Aus. Die große Kapazität der Fabrik führte zu Absatzschwierigkeiten der dort produzierten Fleischwaren – 1927 übernahm die Großeinkaufsgesellschaft deutscher Konsumvereine (GEG) den Betrieb. Fortan wurden von der Industriestraße aus die Konsumläden beliefert, und in der Fleiwa bestückten Mitarbeiter und Saisonkräfte im Akkord Würstchendosen mit den knackigen Fleischstangen. Das ging so bis ins Jahr 1988, dann zog das Unternehmen um ins Gewerbegebiet Tweelbäke. Die Alte Fleiwa wurde nach und nach zum Behörden- und Wissenschaftsstandort.

Dass jetzt der Energieversorger EWE den zentralen Bereich um den Wasserturm nutzen wird, entbehrt nicht einer gewissen Ironie der Geschichte. Denn der Turm war für Bölts einer der entscheidenden Teile für eine unabhängige Energieerzeugung auf dem Gelände. Zu diesem Zweck wurde eine gesonderte Halle errichtet, in der Dampf- und Kühlmaschinen standen. Mit deren großen Dynamos wurde die benötigte Elektrizität hergestellt – und das Wasser aus dem Wasserturm sorgte für die nötige Kühlung der Anlage.

Zukünftig wird hier konferiert – mit kühlem Kopf. . .

Klaus Fricke

Weitere Nachrichten:

EWE

Ihre Meinung über 

Hinweis: Unsere Kommentarfunktion nutzt das Plug-In „DISQUS“ vom Betreiber DISQUS Inc., 717 Market St., San Francisco, CA 94103, USA, die für die Verarbeitung der Kommentare verantwortlich sind. Wir greifen nur bei Nutzerbeschwerden über Verstöße der Netiquette in den Dialog ein, können aber keine personenbezogenen Informationen des Nutzers einsehen oder verarbeiten.