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NWZonline.de Region Stadt Oldenburg Wirtschaft

In Lappland auf Suche nach Gold und Glück

14.01.2012

OLDENBURG „Hier oben in den Norden kommt man entweder einmal und nie wieder, oder man wird zum ,Wiederholungstäter’“, sagt Kasper von Wuthenau über Reisen nach Finnland und Skandinavien. Der Diplom-Geologe, der einige Jahre in Oldenburg gelebt hat, ist eindeutig ein Wiederholungstäter.

Denn Wuthenau ist nicht nur diplomierter Geologe, er ist auch passionierter Goldgräber beziehungsweise Goldwäscher. Jeden Sommer verbringt er deshalb ganz im Norden Lapplands, südlich des Inari-Sees. Dort hat er in einem Ort mit dem klangvollen Namen Lauttaoja vor über 20 Jahren einen Anteil (Claim) an einem 22 Hektar großen Goldgräbergelände erworben, den er gemeinsam mit zehn finnischen Freunden nutzt.

Auf den Geschmack gekommen ist Wuthenau nach dem Studium, als er 1989 auf Verdacht einfach mal zu einer Goldwäschermeisterschaft in den hohen Norden fuhr. „Ich wusste, ich wollte nicht in einem Bürojob landen, sondern in der Natur arbeiten. Bei der Meisterschaft hatte ich die Hoffnung, Kontakte zu knüpfen. Und so war es dann ja auch“, erinnert er sich.

Seitdem ist er von dem Leben in der Natur und der Kultur des Goldwaschens fasziniert. Reich ist er mit der Goldsuche aber nicht geworden: „Ich mache das aus Freude an der Sache. Und die unheimliche Freiheit in der Natur dort ist unbeschreiblich“, erzählt der 49-Jährige. Die Erträge, die er jeden Sommer findet, würden aber schon sein Leben dort und auch seinen Stand in einem Goldmuseum finanzieren, wo er seine Funde und selbst gestalteten Schmuck anbietet. „Dafür habe ich extra eine kleine Werkstatt“, berichtet er.

Die meiste Zeit des Sommers ist er aber mit Waschen von sogenanntem goldhaltigen „Lockermaterial“, also Geröll, Kies, Erde oder Sand beschäftigt. Denn das Gold sei etwa 20-mal so schwer wie Wasser und rund sechsmal so schwer wie Sand. Er schaufele also das Lockermaterial in eine Waschbahn, wo es dann mit fließendem Wasser gewaschen werde. Das schwere Material setze sich ab und das leichtere Gemisch werde abgegossen. „Schlemmen“ nennt das der Fachmann. Auch mit der traditionellen Schüssel zum Goldwaschen arbeite er gerne, erzählt Wuthenau, darin werde das Wasser-Sand-Gold-Gemisch geschüttelt, um die Bestandteile voneinander zu trennen. „Und dann heißt es immer wieder: schaufeln, schütteln, schlemmen, schaufeln, schütteln, schlemmen“, erklärt er das Prozedere.

Diese Arbeit sei natürlich körperlich sehr anstrengend. „Es gibt Kollegen, die arbeiten mit Baggern. Ich arbeite aber lieber mit der Hand. Und egal, ob das Lockermaterial gebaggert oder von Hand geschaufelt wurde – am Ende landet es doch in der Schüssel“, meint der Goldsucher.

Ins Goldfieber zu verfallen, sei aber auf jeden Fall nicht ratsam, weiß der 49-Jährige. „Dann ist man schnell frustriert.“ Denn pro halbem Gramm Goldstaub müsse man im Schnitt eine Tonne Erde, Geröll oder Sand schaufeln, schütteln und schlemmen. Manchmal habe man aber auch Glück und stoße auf größere Nuggets aus dem edlen Metall.

Auch seine Kunden könnten ihr Glück als Goldsucher versuchen. Manchmal entwickelten sich aus den Gesprächen im Goldmuseum nämlich auch spontane Exkursionen zum Claim. Wuthenau bietet dort dann auch naturkundliche oder historische Führungen an. Verständigungsschwierigkeiten gibt es dabei nicht, denn mittlerweile spricht Wuthenau etwas Finnisch.

Wenn er nicht im fernen Lappland weilt, arbeitet der Geologe freiberuflich in Deutschland. „Ich suche, tausche, kaufe und verkaufe alle Arten von Mineralien. Ich bin auch immer sehr an Mineralien-Sammlungen interessiert, die aufgebenen werden sollen“, berichtet Wuthenau. Seine Kunden können sich von ihm auch Gesteinsproben bestimmen lassen, auf Mineralien-Messen baut er Goldwaschbahnen für Kinder auf.

Und einmal im Jahr verschlägt es den Goldsucher beruflich in seine alte Heimat Oldenburg: „Im Dezember bin ich seit Jahren mit meiner kleinen Sternschnuppen-Bude auf dem Lamberti-Markt vertreten. Das ist zwar immer eine sehr arbeitsintensive Zeit, aber ich genieße sie sehr, weil ich hier immer noch sehr gute Freunde habe, die ich dann wiedersehen kann.“

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