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NWZonline.de Region Stadt Oldenburg Wirtschaft

Kein Ende im Prozess um Millionen-Betrug in Sicht

06.02.2013

Oldenburg /Düsseldorf Der Prozess gegen den wegen schweren Finanzbetrugs angeklagten Oldenburger zieht sich in die Länge. Vor dreieinhalb Monaten begann das Verfahren gegen den 67-Jährigen und weitere neun Angeklagte vor dem Landgericht Düsseldorf – ein Ende ist derzeit aber nicht abzusehen. „Man kann davon ausgehen, dass mindestens noch ein halbes Jahr verhandelt wird, vielleicht sogar noch ein Jahr“, sagte Gerichtssprecher Michael Scholz am Dienstag.

Ursprünglich hatte das Gericht 16 Verhandlungstage angesetzt. Diese reichten aber nicht aus, um Licht in das komplizierte Finanzgeflecht zu bringen. Am vergangenen Montag trat das Gericht bereits zum 17. Mal zusammen. Wie an vielen Tagen zuvor vernahm das Gericht einen der beteiligten Ermittlungsbeamten. Die Zeugen kommen sowohl aus Deutschland als auch aus der Schweiz. Viel Zeit kostete bisher auch das Verlesen von E-Mails und Protokollen. „Es geht aber auch immer wieder um Verfahrensfragen“, nennt Michael Scholz einen weiteren Grund für die lange Prozessdauer.

Um mehr als 60 Millionen Euro sollen die angeklagten Finanzberater 1700 Anleger mit wertlosen Anteilen der Firma Business Capital Investors (BCI) geprellt haben. Unter den Angeklagten befindet sich nicht nur der 67-jährige Oldenburger, der als „Drahtzieher“ gilt, sondern auch seine 39 und 44 Jahre alten Töchter, denen Beihilfe zum Betrug vorgeworfen wird.

Laut Anklageschrift bauten die Beschuldigten ein weit verzweigtes Netz verschiedener Firmen und Konten im In- und Ausland auf. Kunden seien mit Renditeversprechen zwischen 15,5 und 100 Prozent gelockt worden.

Doch als die anfänglichen Renditezahlungen ausblieben und sich Staatsanwälte und Finanzermittler des Falls annahmen, konnten sie überhaupt keine renditeträchtigen Geschäfte feststellen. Sie stießen vielmehr auf ein klassisches Schneeballsystem.

Im November 2011 erfolgte der Zugriff. 116 Ermittler des Nordrhein-Westfälischen Landeskriminalamts (LKA) und sieben Staatsanwälte rückten zu einer internationalen Razzia aus. 13 Wohnungen und Büroräume in Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen, Sachsen und Hessen wurden durchsucht. Weitere Durchsuchungen erfolgten in der Schweiz, in Litauen, Spanien und Kanada. Der Oldenburger wurde in seinem Büro in Ofenerdiek festgenommen. Er sitzt seither in Untersuchungshaft (NWZ  berichtete).

In der Schweiz ist ein Parallelverfahren mit weiteren Geschädigten anhängig. Dort sind 13 Millionen Euro eingefroren. Die Düsseldorfer Staatsanwaltschaft konnte außerdem eine Luxusjacht beschlagnahmen, die in einem Hafen der Karibikinsel Curaçao dümpelt. Der Rest des Geldes ist für die Ermittler unauffindbar.

Rainer Dehmer
Oldenburg
Redaktion Oldenburg
Tel:
0441 9988 2106

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