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NWZonline.de Region Stadt Oldenburg Wirtschaft

Wer betreut die Flüchtlinge und wie viel wird investiert?

05.08.2015

Oldenburg Das Land Niedersachsen errichtet im ehemaligen Kloster Blankenburg die landesweit fünfte Erstaufnahmeeinrichtung für Flüchtlinge. Innenminister Boris Pistorius und Eigentümer Wolfgang Schwerdt unterschrieben am Dienstag den Mietvertrag. Die NWZ  beantwortet die wichtigsten Fragen:

Warum fiel die Entscheidung auf Blankenburg?

Das ehemalige Kloster war bereits bis 2011 Flüchtlingsunterkunft, wurde dann mangels Bedarf aufgegeben und verkauft. Das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge betrieb aber weiter eine Außenstelle mit 60 Mitarbeitern. Das Land hat den Besitzer vor einigen Monaten angesprochen und Interesse geäußert, das Areal zu mieten, weil dringend neue Erstaufnahmeeinrichtungen benötigt werden.

Wer wird auf dem Areal wohnen?

Erstaufnahmeeinrichtungen sind Anlaufstellen für alle legal und illegal eingereisten Flüchtlinge. Die Menschen sollen drei bis maximal zwölf Wochen bleiben und dann auf Kommunen verteilt werden. Das Land hat fast alle der zwei Dutzend Gebäude gemietet. Sie sollen für rund 600 Flüchtlingen ausreichen. Würde zusätzlich gebaut oder würden Container errichtet, könnten deutlich mehr Menschen hier unterkommen.

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In welchem Zustand befindet sich die Anlage?

Schwerdt investiert nach eigenen Angaben 3,5 Millionen Euro – in Sanitäranlagen, Heizungen, Fußböden, Brandschutz und Sicherheitsvorkehrungen. Die Flüchtlingen sollen zum Großteil in Zwei-Bett-Zimmern unterkommen. Nach Angaben der Landesregierung erfüllt die Einrichtung alle Standards.

Wer wird die Menschen betreuen?

Das Land kündigt an, die Betreuung der Flüchtlinge auszuschreiben. In Osnabrück macht das Land nach Angaben von Pistorius gute Erfahrungen mit der Diakonie. Diakonie, Caritas oder andere Hilfsdienste könne er sich auch in Oldenburg als Betreiber gut vorstellen.

Wie wirkt sich die Einrichtung auf die Flüchtlingszahlen in Oldenburg aus?

Oldenburg wird entlastet: Die in Blankenburg untergebrachten Flüchtlinge werden zu 100 Prozent auf die Quote angerechnet. Das heißt: Bei 600 Asylbewerbern in Blankenburg muss Oldenburg 600 Flüchtlinge weniger aufnehmen. Die Stadt stellt in Aussicht, dass Notunterkünfte wie die Turnhalle auf dem Fliegerhorst nicht mehr nötig sein könnten.

Was ist aus den Plänen geworden, Blankenburg für soziale Projekte und Wohnungsbau zu nutzen?

Der Investor, der das Areal 2013 einem Hamburger Immobilienunternehmen abgekauft hatte, wollte in Blankenburg Wohnungen bauen und soziale Projekte ansiedeln. Die Pläne wurden mit Blick auf die langfristige Vermietung (über Laufzeit und Höhe der Miete wurde Stillschweigen vereinbart) verworfen.

Wie kommen die Flüchtlinge in die Stadt?

Das Busunternehmen VWG stellt in Aussicht, die Linie 316, die heute die Haltestellen Neuenwege und Bäko über ein Anrufsammeltaxi mit der Nordstraße verbindet, um weitere Busfahrten zu ergänzen – sofern dies politisch gewünscht und eine Finanzierung sicher gestellt sei, teilte die VWG am Dienstag auf Anfrage mit. Eine Busverbindung gab es bereits bis 2011.

Christoph Kiefer
Redaktionsleitung
Redaktion Oldenburg
Tel:
0441 9988 2101

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